@Elisamo
Achte bitte auf deine Wortwahl. Wir sind hier nicht im BBV.
MfG Spiike
Wie gesichert ist dieses Long Covid nun? Gibt es wirklich verlässliche Zahlen?
Oder haben wir einfach nur eine "Epidemie psychischer Erkrankungen"? Ich meine gefühlt, sind die Menschen eher wehleidiger und überempfindlicher geworden.
Ja gibt es. Nein es handelt sich nicht bei allen einfach nur um psychische Erkrankungen. Es scheinen nur weniger Menschen davon betroffen als manche Stellen suggerieren wollen.
Einfach mal die letzten Seiten und Links dazu betrachten.
Was sagt ihr zu folgender Studie mit über 5 Mio. Datensätzen (Preprint!):
https://www.researchsquare.com/article/rs-1749502/v1
We show that compared to people with first infection, reinfection contributes additional risks of all-cause mortality, hospitalization, and adverse health outcomes in the pulmonary and several extrapulmonary organ systems (cardiovascular disorders, coagulation and hematologic disorders, diabetes, fatigue, gastrointestinal disorders, kidney disorders, mental health disorders, musculoskeletal disorders, and neurologic disorders); the risks were evident in those who were unvaccinated, had 1 shot, or 2 or more shots prior to the second infection; the risks were most pronounced in the acute phase, but persisted in the post-acute phase of reinfection, and most were still evident at 6 months after reinfection.

Der Glaube war ja immer dass man durch überstandene Infektionen einen guten Immunschutz hat und Reinfektionen tendenziell eher leichter sind. Laut dieser Studie ist aber genau das Gegenteil der Fall, und das obwohl die meisten Reinfektionen mit Omikron waren!
Wenn das stimmt wird die Belastung kumulativ mit jeder weiteren Welle enorm.
Find irgendeinen preprint posten nicht wirklich zielführend. die Kommentare mal durchgescrollt, die weißen eher auf mängel in der studie hin:
Björn Böhm
on 10 Jul, 2022
Those 2 cohorts semm pretty uncomparable, no matter how many covariates you use, to fix that up. By the way. How can it be, that after weighting the cohorts, reinfection group has immunocompromised status of 11.68, while first infection group has 1.39?
Die These wenn ich sie richtig verstehe, sagt dass die Krankheitschwere mit jeder neuen Erkrankung zunimmt. Das geht imo gegen alles was wir sonst von Immunologie kennen. Und steht auch gegen den nachweisbaren Nutzen der Impfung und der realen Beobachtungen in der Pandemie. Allein deshalb brauch man sich imo mit so einer Studie erst beschäftigen, wenn sie gereviewed und in aller Munde ist. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse, die alles bisherige auf den Kopf stellen werden relativ schnell in allen Medien besprochen.
Original von domano
Die These wenn ich sie richtig verstehe, sagt dass die Krankheitschwere mit jeder neuen Erkrankung zunimmt. Das geht imo gegen alles was wir sonst von Immunologie kennen. Und steht auch gegen den nachweisbaren Nutzen der Impfung und der realen Beobachtungen in der Pandemie. Allein deshalb brauch man sich imo mit so einer Studie erst beschäftigen, wenn sie gereviewed und in aller Munde ist. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse, die alles bisherige auf den Kopf stellen werden relativ schnell in allen Medien besprochen.
Würde sagen dass es absolut für Impfungen und Booster spricht da man Reinfektionen vermeiden bzw. abschwächen sollte. Immunologisch unlogisch finde ich es nicht. Es geht wohl einfach darum dass der Körper/ das Immunsystem durch eine Infektion nachhaltig gschwächt ist und ihn deshalb eine weitere Infektion härter trifft auch weil das Virus in der Zwischenzeit stark mutiert ist und das Immunsystem sich etwas neu einstellen muss. Es ist halt die erste groß angelegte Studie dieser Art (soweit mir bekannt ist), glaube auch dass der Effekt falls er denn stimmt primär für die Risikogruppen problematisch ist.
Auch interessant:
Sie zeigen in der Studie deutlich dass sich mit der Zeit der Effekt legt. Falls es dazu kommt dass global verschiedene Varianten konkurrieren, ist das schlecht da man innerhalb kürzester Zeit 2 relativ verschiedene Varianten abbekommen kann.
Ich habe den Eindruck, für die Bundesregierung (Ausnahme KL) und die Landesregierungen ist Corona vorbei.
Jetzt gibt es bereits die ersten Studien über XBB, welche in Deutschland ab Mitte November die wahrscheinlich dominierende Variante sein wird.
17% Reinfektionsquote! (in Singapur: https://www.moh.gov.sg/news-highlights/details/opening-remarks-by-minister-for-health-mr-ong-ye-kung-at-the-moh-press-conference-to-update-on-the-covid-19-situation-on-15-october-2022)
Die Antikörper-Therapien wirken nicht mehr gegen diese Variante.
Na viel Spaß! Aber es interessiert ohnehin niemanden mehr!
Gerade auf eine ganz interessante Statistik gestoßen die zeigt, was die Corona Pandemie für eine Auswirkung auf die Lebenserwartung hat:

Hier der ganze Artikel
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_313_12621.html;jsessionid=5E0D62C4E855EAF86240453667C58D23.live732
Bin schon überrascht wie stark auch der Unterschied zwischen Ost und West ist. Aber lässt sich natürlich durch die höheren Zahlen was Fälle und Tode angeht erklären.
Ist natürlich Unsinn anzunehmen, dass nur weil tendenziell mehr Senioren an Corona gestorben sind, Neugeborene voraussichtlich im Osten früher sterben werden als im Westen.
Wie ist denn der alterdurchschnitt im Vergleich ost/west? Gefühlt wandert doch jeder zweite junge ostdeutsche in den Westen aus.
Original von HijackerStar
Ist natürlich Unsinn anzunehmen, dass nur weil tendenziell mehr Senioren an Corona gestorben sind, Neugeborene voraussichtlich im Osten früher sterben werden als im Westen.
Ist natürlich eine Projektion, imo die Übersetzung der Übersterblichkeit durch Corona auf die durchschnittliche Lebenserwartung. Sprich Menschen haben ein Risiko von X an Corona zu sterben und projiziert auf die Corona Jahre resultiert das in einer Reduziertung der Lebenserwartung von über einem Jahr im Osten und 0,5 Jahren im Westen.
Dass das natürlich vor allem die Menschen trifft die in der Zeit der Pandemie gefährdet sind ist ja klar.
Original von domano
Original von HijackerStar
Ist natürlich Unsinn anzunehmen, dass nur weil tendenziell mehr Senioren an Corona gestorben sind, Neugeborene voraussichtlich im Osten früher sterben werden als im Westen.Ist natürlich eine Projektion, imo die Übersetzung der Übersterblichkeit durch Corona auf die durchschnittliche Lebenserwartung. Sprich Menschen haben ein Risiko von X an Corona zu sterben und projiziert auf die Corona Jahre resultiert das in einer Reduziertung der Lebenserwartung von über einem Jahr im Osten und 0,5 Jahren im Westen.
Dass das natürlich vor allem die Menschen trifft die in der Zeit der Pandemie gefährdet sind ist ja klar.
Finde die Conclusions aber auch eher abenteuerlich. Gerade bei Corona, das noch stärker altersabhängig killt als andere Krankheiten.
Als ob Corona in 50+ Jahren irgendeine Rolle spielen würde, wenn heute Geborene in dafür gefährliche Alter kommen.
Da kann man imo viel stärker die aktuelle Inflation mit zu erwartendem Wohlstandsverlust in diese Berechnung einfließen lassen. Das hat imo mehr Impact, weil sich das früher oder später auch auf das Gesundheitssystem auswirken wird.
Ja klar da bin ich dabei, ist ja nur eine Statistik die aktuelle Sterbefälle in Lebenserwartung übersetzt und dabei keinerlei Kausalität betrachtet. Covid wird hoffentlich die Lebenserwartung der heute geborenen nicht/kaum reduzieren. Dafür hat es die Lebenserwartung der Menschen in Risikogruppen in den letzten 2,5 Jahren relativ stark reduziert. Das wird sich auch in den Zahlen für 2022 widerspigeln, da wir immer noch eine höhe Übersterblichkeit haben, für die es neben Covid nur den heißen Sommer als Erklärung gibt. Die Übersterblichkeit gabs aber z.B. auch im September (10%) wo die Hitze keine Rolle gespielt hat:
Bin gespannt wann/ob die Sterbefälle sich wieder einpendeln, falls nicht (was ich nicht hoffe) kann man wirklich sagen, dass Covid die Lebenserwartung nachhaltig reduziert.
Stimme dir da voll zu.
Daher mir unklar, warum man dann imo unsinnige Statistiken erstellt statt die relevanten Daten anzugeben = zB wie wirkt sich Corona auf die Lebenserwartung von heute ü60 oder 70 aus?
Nach den Ergebnissen der aktuellen Sterbetafel 2019/2021 liegen diese Werte bei 78,5 Jahren (Männer) beziehungsweise 83,4 Jahren (Frauen)
RKI: Todesopfer durch Corona in Deutschland im Schnitt 81 Jahre alt
Männer sterben doppelt so häufig an Covid-19 wie Frauen.
Quelle: https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/covid-erkrankung-mann-frau-sterblichkeit-100.html
Die Lebenserwartung dürfte sich durch Corona also eigentlich nicht wesentlich verändern. Die Lebenserwartung von Männern liegt 2,5 Jahre unter dem Durchschnittsalter der Coronatoten, die Lebenserwartung von Frauen etwa 2,5 Jahre darüber. Nach Altersgruppen liegt der Männeranteil 80 bis 84 Jahre bei ca. 41,5 % bei 85 und älter bei ca. 32,4 %. Da Männer etwa doppelt so häufig an Corona sterben gleicht das die Unterschiede sogar insgesamt mehr als aus. Es gibt zwar eine Übersterblichkeit, jedoch liegt diese im Schnitt im Rahmen der üblichen Lebenserwartung.
Nein - das ist damit nicht gesagt. Aber insgesamt lässt sich eine Verkürzung der Lebenserwartung durch Corona jedenfalls nicht feststellen, und zwar deshalb, weil das durchschnittliche Lebensalter der Coronatoten im Schnitt etwa der üblichen Lebenserwartung entspricht.
Also Leute, die die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht haben, sterben durch Corona, das heißt nicht, dass es die Lebenserwartung nicht verkürzt, sondern das bedeutet, dass die durchschnittliche Lebenserwartung dadurch sinkt.
Als ganz doofes Beispiel: würden einfach alle Leute sterben, sobald sie die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht haben, würde das eben bedeuten, dass die durchschnittlich Lebenserwartung sinkt.
Original von wahnfried
Nein - das ist damit nicht gesagt. Aber insgesamt lässt sich eine Verkürzung der Lebenserwartung durch Corona jedenfalls nicht feststellen, und zwar deshalb, weil das durchschnittliche Lebensalter der Coronatoten im Schnitt etwa der üblichen Lebenserwartung entspricht.
d.h. wenn alle Männer die das Lebensalter 78,5 erreichen an dem Tag sterben, dann bleibt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 78,5?!