Das Problem bei den Schulöffnungen ist vor allem, dass ich stark bezweifle, dass es bei der Wiedereröffnung dann ein funktionierendes und durchdachtes Konzept gibt.
Vor den Schulschließungen gab es keine verbindlichen Vorgaben, wie mit erkälteten/kranken Kinder umgegangen werden soll. Es gab keine Vorgaben, wie/ob Kinder systematisch Hygieneschulungen bekommen sollen. Nach gemeldeten Verdachtsfällen im Kollegium ist erstmal häufig überhaupt nichts passiert usw.
Bei einer Wiedereröffnung müsste es flächendeckend gesundheitspräventive Maßnahmen geben:
- Kinder mit leichten Erkältungssymptomen müssen zu Hause bleiben
- ältere Lehrkräfte mit Vorerkrankungen müssen geschützt sein
- systematische Hygieneschulungen für Schüler
- ausreichende Ausstattung mit Hygieneartikeln
- striktes Vorgehen bei Verdachtsfällen bzw. bestätigten Fällen (regionale Schulschließungen)
usw.
Eventuell würde auch eine schrittweise Wiedereröffnung der Schulen Sinn machen, weil die Schüler dann zunächst räumlich mehr Platz haben. Bspw. zuerst Abiturienten und Abschlussjahrgänge der Haupt- und Realschule in die Schule lassen. Die können dann ihre Abschlüsse machen und der Rest kommt erst nach den Sommerferien wieder in die Schule.
Oder alternativ: Klassen jeweils in zwei Gruppen aufteilen. Dann könnte jeder Schüler einzeln an einem Doppeltisch sitzen und Mindestabstand eingehalten werden. Dann könnte jeweils die halbe Klasse bis zu den Sommerferien im Wechsel kommen (z.B. wöchentlich) und für jede Woche zu Hause können detaillierte Wochenpläne ausgegeben werden.
Wird in jedem Fall spannend zu sehen, wie die Politik das Thema angehen wird. Die Schulen und KITA's sind neben Großveranstaltungen mMn die größte Gefahrenquelle für eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus. Und egal wie es angegangen wird, die Umstellung von #stayathome zu mit 20 Leuten+ in einem Raum sein wird für Schüler und Lehrkräfte in jedem Fall eine Herausforderung.