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katharz
Beigetreten: 28.10.2007

danke für deine antwort

der Graph sagt erstmal nicht viel aus ohne die jeweilige anzahl an tests zu kennen (Nicht dass ich die Graphen nicht kennen würde)
Desweiteren kann ich da kein exponentielles wachstum erkennen sondern ein lineares.
Die ganzen Zahlen die immer verglichen werden sind so nichtssagend.
Keiner kennt die Dunkelziffer, zählweisen in den ländern überall anders, Testanzahl nicht immer bekannt usw.
Schweden hat jetzt vllt eine höhere Todesrate als Deutschland, dafür aber vllt 10 mal so viel infizierte (dunkelziffer) und keine Schwächung der Wirtschaft sowie viel früher eine Herdenimmunität. Dazu kommt noch eine andere Zählweise bei den toten und und und
Erst in 1-2 jahren kann man sagen welcher weg der richtige war.
Es gibt doch eine israelische Studie, die verschiedenen Vorgehensweisen bei der Pandemiebekämpfung untersucht hat und zu dem Schluss kam dass es in jedem Land mehr oder weniger gleich aussieht egal welcher Ansatz verfolgt wurde.


Antwort
Zitat
Snookz
Beigetreten: 13.06.2008

Original von Kleeblatt1903
Einer meiner Bekannten hat mir gerade diesen Artikel von Spektrum.de geschickt.
Link Text...
Muss dazu sagen, dass er eher zu denen gehört, die meinen, dass die Maßnahmen übertrieben sind und er fühlt sich dadurch halt in seiner Meinung bestätigt.
Natürlich finde ich die Situation momentan auch nicht toll aber er leidet da wohl deutlich mehr drunter als ich. Dabei kommts immer mal zu unterschiedlichen Streitpunkten.
In dem Artikel schreibt Psychologieprofessor Christof Kuhbandner, dass die Erhöhung der Tests zu einer Überschätzung der Neuinfektionen führt und die Maßnahmen wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sind. Viele Statistiken und Graphiken, die das untermauern sollen.
Was haltet ihr davon?
Ein weiterer Prof. Homburg oder kann man den Artikel seriöser sehen?

Also seine statistische Betrachtung zeigt vor allem eins:
Die Zahl der Neuinfektionen (nach Infektionszeitpunkt, nicht Meldezeitpunkt) sinken ab dem 13.03. - 14.03. Was war da nochmal? Richtig, die Einführung der Kontaktverbote. Dass die Testanzahl sowie die Zeitverzögerung bei den vor einigen Wochen gebräuchlichen Zahlendarstellung einen relevanten Einfluss hat, wussten wir hier im Thread aber auch schon sehr früh.

Interessant finde ich tatsächlich, dass die Todeszahlen so stark mit den positiven Tests korrelieren. Da müsste also der Testzeitpunkt relativ nah am Todeszeitpunkt liegen. Warum ist das so?

Das Fazit finde ich sehr fragwürdig:

Die berichteten Zahlen zu den Neuinfektionen überschätzen die wahre Ausbreitung des Coronavirus sehr dramatisch. Der beobachtete rasante Anstieg in den Neuinfektionen geht fast ausschließlich auf die Tatsache zurück, dass die Anzahl der Tests mit der Zeit rasant gestiegen ist. Es gab also zumindest laut den berichteten Zahlen in Wirklichkeit nie eine exponentielle Ausbreitung des Coronavirus.

Wenn ich die Testanzahl exponentiell erhöhe und ebenso exponentiell viele positive Ergebnisse bekomme, kann ich doch daraus nicht schließen, dass das Merkmal, das ich teste, auf keinen Fall exponentiell wachsen kann, oder mache ich einen Denkfehler?
Mindestens in dem Fall, in dem Testanzahl und Merkmal exakt gleich wachsen, steigen eben beide auch exponentiell. Daher wäre der (erste und wichtigste Punkt) im Fazit einfach falsch.

Die berichteten Zahlen zu den Neuinfektionen verbergen die Tatsache, dass die Anzahl der Neuinfektionen bereits seit in etwa Anfang bis Mitte März sinkt.

Die berichteten Zahlen, und er zeigt das mehrfach selbst deutlich, zeigen einen Rückgang der Neuinfektion ziemlich genau ab dem Einsetzen der Maßnahmen und nicht "von etwa Anfang bis Mitte März". Bei exponentiellem Wachstum sind zwei Wochen viel, denkt an die lustige Rechenaufgabe mit dem Teich und den Seerosen.

Die Anzahl der Todesfälle sinkt ebenfalls bereits seit Anfang April, was durch die irreführende übliche Darstellung der pro Tag neu hinzugekommenen Todesfälle verborgen wird. Zudem spiegelt der Verlauf der Todeskurve womöglich nur den Verlauf der durch die Testanzahl dramatisch nach oben verzerrte Kurve der Neuinfektionen wider.

Möglich, aber demgegenüber steht die teilweise extreme Übersterblichkeit in anderen Ländern. Seine Erklärung ist nicht die einzig denkbare und für mich auch nicht die plausibelste. Ausschließen kann man es halt nicht.


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von katharz
der Graph sagt erstmal nicht viel aus ohne die jeweilige anzahl an tests zu kennen (Nicht dass ich die Graphen nicht kennen würde)
Desweiteren kann ich da kein exponentielles wachstum erkennen sondern ein lineares.

Nach dem Lockdown wurde es linear - vorher sah das so aus (ist halt mit der größeren Skalierung nicht mehr zu erkennen):


https://www.bbc.com/news/uk-52082781

Klar spielt die Anzahl der durchgeführten Tests eine Rolle, aber ich halte es für eine unwahrscheinliche Erklärung, dass man einfach in genau diesem Zeitraum exponentiell mehr Tests durchgeführt hat...

Schweden wird übrigens auch eine erhebliche Schwächung der Wirtschaft erleben. Und von Herdenimmunität sind leider alle noch recht weit entfernt. Es ist bislang auch von keinem westlichen Land das Ziel einfach Herdenimmunität zu erreichen, auch von Schweden nicht und UK hat ja sehr schnell aufgegeben. Das Motto kann eigentlich nur lauten "so wenig Infizierte wie möglich" und "so viel Wirtschaft wie möglich" irgendwie hinzukriegen bis ein Impfstoff da ist - sonst hätte der Lockdown keinen Sinn gehabt - es sei denn es ergeben sich doch noch ganz überraschende Daten, dass die Dunkelziffer extrem viel höher ist als wir bislang anhand der Daten annehmen können. Beispielsweise die Studie von Streeck hat ja in Gangelt (Hotspot Kreis Heinsberg) durch Antikörper-Tests ermittelt, dass 15 % der Menschen in Gangelt infiziert waren, was 1740 Menschen entsprechen würde. 471 bestätigte Fälle gibt es da bisher, wäre also eine Dunkelziffer von 4 (sie wird noch etwas höher sein, weil die 471 von heute sind, während die Studie schon ein paar Tage älter ist, aber die Größenordnung passt, an sich dürften die 15 % auch mit Unsicherheit behaftet sein, da es auch nur eine Hochrechnung von 500 Personen ist) - da sind wir eben einfach noch weit weg von Herdenimmunität. Auch in einem Hotspot wie Gangelt bräuchte man noch 4 mal so viele Menschen für Herdenimmunität und falls die Dunkelziffer von 4 auch für Deutschland einigermaßen passt - naja lassen wir es mal 10 sein - dann hätten wir jetzt 1,5 Mio von benötigten 50 Mio...

Und bislang sehe ich keine Indizien, dass die Dunkelziffer eher 100 als 10 ist - wäre das so wäre natürlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen, auch ohne Impfung.


Antwort
Zitat
polfruk
Beigetreten: 28.04.2006

Original von Snookz
Das Fazit finde ich sehr fragwürdig:

Die berichteten Zahlen zu den Neuinfektionen überschätzen die wahre Ausbreitung des Coronavirus sehr dramatisch. Der beobachtete rasante Anstieg in den Neuinfektionen geht fast ausschließlich auf die Tatsache zurück, dass die Anzahl der Tests mit der Zeit rasant gestiegen ist. Es gab also zumindest laut den berichteten Zahlen in Wirklichkeit nie eine exponentielle Ausbreitung des Coronavirus.

Wenn ich die Testanzahl exponentiell erhöhe und ebenso exponentiell viele positive Ergebnisse bekomme, kann ich doch daraus nicht schließen, dass das Merkmal, das ich teste, auf keinen Fall exponentiell wachsen kann, oder mache ich einen Denkfehler?
Mindestens in dem Fall, in dem Testanzahl und Merkmal exakt gleich wachsen, steigen eben beide auch exponentiell. Daher wäre der (erste und wichtigste Punkt) im Fazit einfach falsch.

Aus dem Artikel:

Das kann man an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Nehmen wir an, es gibt eine Population von 10.000 Personen. An einem bestimmten Tag treten bei 100 Personen Coronavirus-Symptome neu auf und die Personen gehen zum Arzt. Der Arzt hat aber nur 10 Tests zur Verfügung, so dass er an diesem Tag nur 10 Coronavirus-Infektionen findet. Am nächsten Tag hat sich nichts geändert, und es treten erneut bei 100 Personen Coronavirus-Symptome neu auf und die Personen gehen zum Arzt. Dieser hat aber in der Zwischenzeit die Anzahl der verfügbaren Tests von 10 auf 20 verdoppelt, mit dem Effekt, dass er an diesem Tag 20 Coronavirus-Infektionen findet. Am nächsten Tag hat sich wieder nicht getan, und erneut treten bei 100 Personen Coronavirus-Symptome neu auf und die Personen gehen zum Arzt. Dieser hat aber inzwischen die Anzahl der Tests noch einmal von 20 auf 40 verdoppelt und findet an diesem Tag 40 Coronavirus-Infektionen.

Der Arzt in diesem Beispiel findet also jeden Tag exponentiell mehr Coronavirus-Infektionen. Ein naiver Arzt könnte nun meinen, dass die Anzahl der Coronavirus-Infektionen in der Population exponentiell zugenommen hat. Aber das ist natürlich ein Fehlschluss, denn der Arzt findet ja nur deswegen jeden Tag exponentiell mehr Coronavirus-Infektionen, weil er von Tag zu Tag die Anzahl der Tests exponentiell erhöht hat.


Antwort
Zitat
Snookz
Beigetreten: 13.06.2008

Ja, das bedeutet, dass es bei einem exponentiellen Anstieg der Tests möglich ist, dass die Anzahl der Infektionen konstant ist (oder sogar sinkt).
Daraus folgt aber nicht die Unmöglichkeit eines exponentiellen Anstiegs der Infektionen.
Beispiel:
Tag 1:
100 Infizierte, 10 Tests -> 10 Positiv
Tag 2:
200 Infizierte, 20 Tests -> 20 Positiv
Tag 3:
400 Infizierte, 40 Tests -> 40 Positiv

In seinem Beispiel sind dazu auch, bei der hypothetischen Population von 10.000, mindestens 100 infiziert, die dann auch zum Arzt gehen.
Am ersten Tag findet er von den 100 genau 10.
Am zweiten Tag kommen wieder 100 Infizierte, also muss die Infektionszahl mindestens 110 betragen, wenn sich die an Tag 1 positiv getesteten Individuen an Tag 2 nicht wieder testen lassen.
Am dritten Tag kommen also wieder 100, ergo muss die Infektionszahl mindestens 130 betragen.
In seinem Beispiel wachsen also Anzahl der Tests und Anzahl der Infizierten identisch.

Sein gewähltes Beispiel suggeriert eine konstante Anzahl der Infizierten, weil ja jeden Tag 100 kommen. Diese Annahme ist aber nicht haltbar, wenn man annimmt, dass sich das Virus irgendwie verbreitet.


Antwort
Zitat
polfruk
Beigetreten: 28.04.2006

Wenn die Infektionen exponentiell weiter ansteigen würden, dann würdest du mit exponentiell ansteigenden Tests aber niemals eine Abflachung der Infektionskurve sehen. Die sieht man aber.

In anderen Worten: In der ganzen Zeit, in der du nicht genügend Tests zur Verfügung hast, baust du ein Reservoir an Infizierten auf, die nicht getestet wurden. Dieses Reservoir arbeitest du erst später ab, was dazu führt, dass das exponentielle Wachstum sich laut den Tests länger hinzieht, als es in Wahrheit passierte. Das alles siehst du aber erst, wenn du endlich so weit bist am Ende, dass du das Reservoir trocken legst. Du weisst dann aber nur anhand deiner Testergebnisse nicht, bis zu welchem Tag sich das Reservoir befüllt hat und ab welchem Tag es sich anfing zu leeren. Selbst wenn es sich bereits anfängt zu leeren, liefert es immer noch mehr Infizierte, als es Tests gibt. Und das gaukelt ein längeres exponentielles Wachstum vor, als es in Realität gab.


Antwort
Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007

Was spricht dafür, dass es so ist, wie in dem Beispiel? Nichts oder? Es wird keine Erklärung genannt, wieso sich die Neuinfektionen pro Tag so verhalten sollten.


Antwort
Zitat
housebesuch
Beigetreten: 02.01.2008

Original von Tornano
Was spricht dafür, dass es so ist, wie in dem Beispiel? Nichts oder? Es wird keine Erklärung genannt, wieso sich die Neuinfektionen pro Tag so verhalten sollten.

Die Zahl der positiv Getesteten ist ja Fakt, sowohl Streeck als auch Drosten gehen sogar von einer Dunkelziffer x aus.
Seit wann dieses Virus in Deutschland unterwegs ist sagt er ja nicht (das kann im Moment wohl niemand sagen). Gesetzt den Fall, dass sich täglich gleich viel Personen anstecken, und wir am 01.01.2020 begonnen haben, .... Wir befinden uns gerade an Tag 126 im Jahr. Mit wieviel Fällen haben wir denn dann begonnen?
Er kommt mit seiner Theorie nicht auf die aktuelle Zahl, ohne den Beginn weit in das Vorjahr zurück zu datieren, um auf die aktuell positiv getesteten Fälle zu kommen. Diese (Fiktiven) Fälle aus dem Vorjahr haben dann das Virus nur weitergegeben, Tests gab es ja erst ab Januar verfügbar, als die mit diesen Tests nicht mehr erkannt werden konnten (nach dem was man weiß über den Verlauf der Infektion).
Ich vermute, dass ähnliche Proposals schon vor ihm zerrissen wurden.


Antwort
Zitat
Zatox11
Beigetreten: 09.01.2011

Original von katharz
[...] Es gibt doch eine israelische Studie, die verschiedenen Vorgehensweisen bei der Pandemiebekämpfung untersucht hat und zu dem Schluss kam dass es in jedem Land mehr oder weniger gleich aussieht egal welcher Ansatz verfolgt wurde.

Das klingt ein bisschen so, als ob es in Europa eine große Vielzahl an verschiedenen Vorgehensweisen zwischen "total lockdown" und "gar nichts" gegeben hätte und alles irgendwie aufs selbe rauskommt. Die Wahrheit ist doch, dass so gut wie jedes Land - bis auf ein paar wenige - früher oder später einen totalen Lockdown hatten, der bis heute anhält oder man seit kurzem langsam anfängt, diverse Maßnahmen zu lockern. Es gibt eine Reihe von Gründen, die dazu beitragen, dass es in den wenigen Ausnahmeländern noch nicht zu einer Katastrophe gekommen ist:

1. Die Bevölkerungsdichte ist in Schweden nunmal deutlich geringer als in DE. Ergo ist auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus dort von Natur aus langsamer.
2. Der "europäische/weltweite Lockdown" hat eine Schutzwirkung auf die wenigen Ausnahmeländer: Dort können jetzt eben so gut wie keine neuen Fälle mehr aus anderen Ländern eingeschleppt werden.
3. Wenn ich ein Schwede wäre und mitbekomme, dass quasi überall auf der Welt harte Maßnahmen gegen das Virus ergriffen werden und vielerorts schon die dratischen Folgen zu sehen sind, wenn eine unkontrollierte Ausbreitung geschieht und mein Land quasi als einziges einen Sonderweg geht, dann wäre ich wohl sehr skeptisch und würde mich freiwillig deutlich vorsichtiger verhalten als sonst.

Das alles wird ziemlich sicher einen Einfluss darauf haben, dass ein von der Regierung angeordneter Lockdown (bis jetzt!) noch nicht nötig war. Es ist aber wirklich kompletter Nonsense, wenn man ständig Ausnahmefälle wie Schweden als den ultimativen Beweis dafür heranziehen will, dass unsere Maßnahmen überflüssig waren.


Antwort
Zitat
katharz
Beigetreten: 28.10.2007

Original von Snookz
Ja, das bedeutet, dass es bei einem exponentiellen Anstieg der Tests möglich ist, dass die Anzahl der Infektionen konstant ist (oder sogar sinkt).
Daraus folgt aber nicht die Unmöglichkeit eines exponentiellen Anstiegs der Infektionen.
Beispiel:
Tag 1:
100 Infizierte, 10 Tests -> 10 Positiv
Tag 2:
200 Infizierte, 20 Tests -> 20 Positiv
Tag 3:
400 Infizierte, 40 Tests -> 40 Positiv

In seinem Beispiel sind dazu auch, bei der hypothetischen Population von 10.000, mindestens 100 infiziert, die dann auch zum Arzt gehen.
Am ersten Tag findet er von den 100 genau 10.
Am zweiten Tag kommen wieder 100 Infizierte, also muss die Infektionszahl mindestens 110 betragen, wenn sich die an Tag 1 positiv getesteten Individuen an Tag 2 nicht wieder testen lassen.
Am dritten Tag kommen also wieder 100, ergo muss die Infektionszahl mindestens 130 betragen.
In seinem Beispiel wachsen also Anzahl der Tests und Anzahl der Infizierten identisch.

Sein gewähltes Beispiel suggeriert eine konstante Anzahl der Infizierten, weil ja jeden Tag 100 kommen. Diese Annahme ist aber nicht haltbar, wenn man annimmt, dass sich das Virus irgendwie verbreitet.

Dir ist schon bewusst dass in deinem gewählten Beispiel kein Wachstum zu erkennen ist?
es sind immer 10% der gewählten population infiziert. Wo erkennst du da ein Wachstum? Natürlich steigt die Anzahl der Infizierten mit der Anzahl an durchgeführten Tests.

Deiner Logik nach zeigt ja dieses Beispiel ein Rückgang an Infektionen

Tag 1

10000 Tests 1000 infizierte

Tag 2

5000 Tests 900 Infizierte

Tag 3

1000 Tests 500 Infizierte

@Zatox

Es gibt durchaus Unterschiede in den einzelnen Ländern. Frankreich hat zb einen sehr harten Lockdown, bei uns ist es eher noch relativ locker.
Natürlich ist in Schweden die Bevölkerungsdichte viel geringer als hier. Nur ist Stockholm aber relativ dicht besiedelt und daher müsste es ja dort auch zu dramatischen Situationen kommen. Dort haben die Krankenhäuser aber alle noch ausreichend betten. Provisorisch vorbereitete Messehallen sind noch nichtmal benutzt worden. Und das quasi ohne Maßnahmen. Die Stadt müsste ja mittlerweile schlimmer als Bergamo oder New York aussehen.


Antwort
Zitat
MrPGrey
Beigetreten: 27.08.2008

Bevölkerungsdichte Stockholm: 5.079 Einwohner/km²*

Bevölkerungsdichte Bergamo: 3.143 Einwohner /km²*
Bevölkerungsdichte New York: 10.639,4 Einwohner/km²*

*(Sämtliche Daten aus Wiki)

In Bezug auf New York ist deine These schon einmal komplett falsch.
In Bezug auf Bergamo würde sie stimmen, wenn man denn nur die Bevölkerungsdichte als einzigen Faktor nehmen würde.
Dass es aber noch weitere Faktoren gibt, die eine Rolle spielen ist offensichtlich.

Was ist überhaupt deine Kernthese ?


Antwort
Zitat
katharz
Beigetreten: 28.10.2007

tja nur dass stockholm quasi keinen lockdown hat und NY sowie Bergamo schon seit Wochen oder gar Monaten
Und dass es durchaus andere Faktoren gibt ist ja wohl logisch, nur wenn Zatox mit der Bevölkerungsdichte argumentiert, dann argumentier ich eben auch mit der Bevölkerungsdichte.

Meine Kernthese ist dass der komplette Lockdown mehr schadet als nutzt


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von katharz
Meine Kernthese ist dass der komplette Lockdown mehr schadet als nutzt

Das Schlimme finde ich, dass du dir immer nur die Datenfitzelchen raussuchst, die zu deiner These zu passen scheinen - wie gerade erst die Daten aus England. Wenn man dir dann aufzeigt, dass die Daten in Wahrheit nicht zu deiner These passen, dann suchst du dir einfach den nächsten Datenausschnitt, ohne auch nur darauf einzugehen, dass deine vorherige Aussage ja schonmal völlig falsch war und natürlich auch ohne deine These mal zu hinterfragen.


Antwort
Zitat
KingGani
Beigetreten: 08.06.2007

Bei dem lockdown wird es auch nicht nur um den lockdown an sich gehen, sondern auch um die Erziehung der Bevölkerung.

Viele asiatische Länder haben uns da schon einiges voraus.

Wären auch hier die Bürger in der Lage die Situation ernst zu nehmen, dann wäre auch ein lockdown weniger relevant.

Und natürlich kann man sich ewig drüber aufregen und diskutieren was richtig oder falsch ist, aber wenn man sich das im internationalen Vergleich anschaut, dann kann es nicht so falsch gewesen sein.


Antwort
Zitat
Snookz
Beigetreten: 13.06.2008

Original von katharz

Original von Snookz
Ja, das bedeutet, dass es bei einem exponentiellen Anstieg der Tests möglich ist, dass die Anzahl der Infektionen konstant ist (oder sogar sinkt).
Daraus folgt aber nicht die Unmöglichkeit eines exponentiellen Anstiegs der Infektionen.
Beispiel:
Tag 1:
100 Infizierte, 10 Tests -> 10 Positiv
Tag 2:
200 Infizierte, 20 Tests -> 20 Positiv
Tag 3:
400 Infizierte, 40 Tests -> 40 Positiv

In seinem Beispiel sind dazu auch, bei der hypothetischen Population von 10.000, mindestens 100 infiziert, die dann auch zum Arzt gehen.
Am ersten Tag findet er von den 100 genau 10.
Am zweiten Tag kommen wieder 100 Infizierte, also muss die Infektionszahl mindestens 110 betragen, wenn sich die an Tag 1 positiv getesteten Individuen an Tag 2 nicht wieder testen lassen.
Am dritten Tag kommen also wieder 100, ergo muss die Infektionszahl mindestens 130 betragen.
In seinem Beispiel wachsen also Anzahl der Tests und Anzahl der Infizierten identisch.

Sein gewähltes Beispiel suggeriert eine konstante Anzahl der Infizierten, weil ja jeden Tag 100 kommen. Diese Annahme ist aber nicht haltbar, wenn man annimmt, dass sich das Virus irgendwie verbreitet.

Dir ist schon bewusst dass in deinem gewählten Beispiel kein Wachstum zu erkennen ist?
es sind immer 10% der gewählten population infiziert. Wo erkennst du da ein Wachstum? Natürlich steigt die Anzahl der Infizierten mit der Anzahl an durchgeführten Tests.

Deiner Logik nach zeigt ja dieses Beispiel ein Rückgang an Infektionen

Tag 1

10000 Tests 1000 infizierte

Tag 2

5000 Tests 900 Infizierte

Tag 3

1000 Tests 500 Infizierte

@Zatox

Es gibt durchaus Unterschiede in den einzelnen Ländern. Frankreich hat zb einen sehr harten Lockdown, bei uns ist es eher noch relativ locker.
Natürlich ist in Schweden die Bevölkerungsdichte viel geringer als hier. Nur ist Stockholm aber relativ dicht besiedelt und daher müsste es ja dort auch zu dramatischen Situationen kommen. Dort haben die Krankenhäuser aber alle noch ausreichend betten. Provisorisch vorbereitete Messehallen sind noch nichtmal benutzt worden. Und das quasi ohne Maßnahmen. Die Stadt müsste ja mittlerweile schlimmer als Bergamo oder New York aussehen.

Nein, ich gehe genau wie der Autor von einer Population aus, wegen mir auch 10.000 wie im Artikel, von denen dann 100, 200, 400 infiziert sind.
Sorry, dachte, das sei klar.


Antwort
Zitat
katharz
Beigetreten: 28.10.2007

sorry hatte es falsch gelesen
aber so rum verstehe ich deine aussage nicht

400 infizierte 40 tests. logisch sind dann alle positiv oder verstehe ich dich falsch?


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010

Finde den Schweden Vergleich gar nicht so verkehrt. Es geht dabei ja nicht um "Normal" gegen "Komplett" sondern um "freiwillig" gegen "Strafen". In Schweden wurde ja auch vieles vorgeschlagen, was man machen sollte und auch dort hat sich das Leben dadurch geändert. Man gibt aber den Leuten eben Optionen und am Ende entscheidet jeder Einzelne selbst. In anderen Ländern gibt es eben die Keule von oben.

Was man meiner Meinung nach sehen kann, dass beides eine Auswirkung hat. Direkt auf Corona bezogen haben (erstmal) Strafen natürlich einen schnelleren/größeren Effekt auf Corona. Aber auch freiwillige Maßnahmen haben einen deutlichen Effekt. Nichts machen ist garantiert verkehrt. Nichts machen tut aber auch Schweden nicht. Die Frage ist wieviel besser Schweden mit dem freiwilligen Weg wegkommt. Nur auf Corona zu schauen ist jedenfalls keine zielführende Betrachtung. Eine weitere wichtige Sache ist z.B. die langfristige Akzeptanz in der Bevölkerung. Den Schwedenweg kann man sicherlich deutlich länger durchhalten als einen strikten Weg mit Strafen.

Was man unabhängig davon lernen muss, dass wir endlich mal mehr in unsere digitale Zukunft investieren müssen. Schul und Uniangebote hochwertig per Internet möglich machen, was z.B. auch später bei der Nachbearbeitung von Problemen Schülern helfen kann. Mehr Homeoffice möglich machen. Das heißt nicht, dass jeder Homeoffice machen sollte, sondern das es die Möglichkeit gibt einen gewissen Teil von zu Hause erledigen zu können. Ich ahne aber schon, dass wir dafür kein Geld mehr haben werden...


Antwort
Zitat
Zatox11
Beigetreten: 09.01.2011

Original von katharz
Es gibt durchaus Unterschiede in den einzelnen Ländern. Frankreich hat zb einen sehr harten Lockdown, bei uns ist es eher noch relativ locker.
Natürlich ist in Schweden die Bevölkerungsdichte viel geringer als hier. Nur ist Stockholm aber relativ dicht besiedelt und daher müsste es ja dort auch zu dramatischen Situationen kommen. Dort haben die Krankenhäuser aber alle noch ausreichend betten. Provisorisch vorbereitete Messehallen sind noch nichtmal benutzt worden. Und das quasi ohne Maßnahmen. Die Stadt müsste ja mittlerweile schlimmer als Bergamo oder New York aussehen.

Vielleicht ist es sinnvoll, sich nochmal vor Augen zu führen, wie sich das Virus ausbreitet. Irgendwo in China gab es einen Patient Null, der hat irgendwen anders angesteckt und der wiederum weitere Personen usw. Irgendwann fliegt auch mal ein Infizierter außer Landes und so kommt das Virus Schritt für Schritt in andere Länder und verteilt sich schlussendlich überall auf der Welt. Dieser Prozess findet aber nicht vollkommen gleichmäßig statt, d.h. Orte sind in Zeitpunkt und Intensität höchst unterschiedlich betroffen. Diese These kannst du wirklich sehr gut verifizieren, wenn du dir die Todeszahlen für Mitte März anschaust: Während Italien schon bei knapp 2000 Toten stand, waren es in Schweden gerade einmal 3. Daraus lässt sich ganz klar der schließen, dass das Virus sich in Italien deutlich eher ausgebreitet hat, als in Schweden und somit natürlich auch eher in Bergamo als in Stockholm. Wie ich in meinem letzten Post schon geschrieben hatte, profitiert Schweden zusätzlich noch von den harten Maßnahmen der anderen Länder, weil dadurch wesentlich weniger Einschleppungen möglich sind und die Bevölkerung in Schweden bzw. Stockholm anhand der Bilder schon vorgewarnt ist und sich automatisch nicht genau so verhält, als wäre überhaupt nichts gewesen. Auch wenn nicht explizit von der Regierung verordnet, so sind implizit auch dort gewisse Maßnahmen in Kraft, wenn auch nicht so strenge wie überall sonst. Deine These, es müsste in Stockholm genauso aussehen wie in Bergamo, wenn die Maßnahmen wichtig wären, ist aber definitiv widerlegt.


Antwort
Zitat
domano
Beigetreten: 04.08.2006

Die Krise und auch der thread zeigen wie wichtig grundlegendes statistisches Verständnis ist.

Bzgl. Schweden... die todesrate pro 1 Mio Einwohner ist deutlich höher als in anderen skandinavischen Ländern oder auch in Deutschland.

Schweden 210. Deutschland, Finnland, norwegen, Dänemark zwischen 30 und 70.

https://www.worldometers.info/coronavirus/

Verstehe nicht warum das immer als Erfolgsmodell gepriesen wird. Ob die schwedische Wirtschaft aktuell wirklich besser performt als der Rest ist für mich auch fraglich.


Antwort
Zitat
PhoenixFFM
Beigetreten: 27.11.2007

Original von KingGani
Bei dem lockdown wird es auch nicht nur um den lockdown an sich gehen, sondern auch um die Erziehung der Bevölkerung.

Viele asiatische Länder haben uns da schon einiges voraus.

Wären auch hier die Bürger in der Lage die Situation ernst zu nehmen, dann wäre auch ein lockdown weniger relevant.

Und natürlich kann man sich ewig drüber aufregen und diskutieren was richtig oder falsch ist, aber wenn man sich das im internationalen Vergleich anschaut, dann kann es nicht so falsch gewesen sein.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland


Antwort
Zitat