Original von Kleeblatt1903
Einer meiner Bekannten hat mir gerade diesen Artikel von Spektrum.de geschickt.
Link Text...
Muss dazu sagen, dass er eher zu denen gehört, die meinen, dass die Maßnahmen übertrieben sind und er fühlt sich dadurch halt in seiner Meinung bestätigt.
Natürlich finde ich die Situation momentan auch nicht toll aber er leidet da wohl deutlich mehr drunter als ich. Dabei kommts immer mal zu unterschiedlichen Streitpunkten.
In dem Artikel schreibt Psychologieprofessor Christof Kuhbandner, dass die Erhöhung der Tests zu einer Überschätzung der Neuinfektionen führt und die Maßnahmen wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sind. Viele Statistiken und Graphiken, die das untermauern sollen.
Was haltet ihr davon?
Ein weiterer Prof. Homburg oder kann man den Artikel seriöser sehen?
Also seine statistische Betrachtung zeigt vor allem eins:
Die Zahl der Neuinfektionen (nach Infektionszeitpunkt, nicht Meldezeitpunkt) sinken ab dem 13.03. - 14.03. Was war da nochmal? Richtig, die Einführung der Kontaktverbote. Dass die Testanzahl sowie die Zeitverzögerung bei den vor einigen Wochen gebräuchlichen Zahlendarstellung einen relevanten Einfluss hat, wussten wir hier im Thread aber auch schon sehr früh.
Interessant finde ich tatsächlich, dass die Todeszahlen so stark mit den positiven Tests korrelieren. Da müsste also der Testzeitpunkt relativ nah am Todeszeitpunkt liegen. Warum ist das so?
Das Fazit finde ich sehr fragwürdig:
Die berichteten Zahlen zu den Neuinfektionen überschätzen die wahre Ausbreitung des Coronavirus sehr dramatisch. Der beobachtete rasante Anstieg in den Neuinfektionen geht fast ausschließlich auf die Tatsache zurück, dass die Anzahl der Tests mit der Zeit rasant gestiegen ist. Es gab also zumindest laut den berichteten Zahlen in Wirklichkeit nie eine exponentielle Ausbreitung des Coronavirus.
Wenn ich die Testanzahl exponentiell erhöhe und ebenso exponentiell viele positive Ergebnisse bekomme, kann ich doch daraus nicht schließen, dass das Merkmal, das ich teste, auf keinen Fall exponentiell wachsen kann, oder mache ich einen Denkfehler?
Mindestens in dem Fall, in dem Testanzahl und Merkmal exakt gleich wachsen, steigen eben beide auch exponentiell. Daher wäre der (erste und wichtigste Punkt) im Fazit einfach falsch.
Die berichteten Zahlen zu den Neuinfektionen verbergen die Tatsache, dass die Anzahl der Neuinfektionen bereits seit in etwa Anfang bis Mitte März sinkt.
Die berichteten Zahlen, und er zeigt das mehrfach selbst deutlich, zeigen einen Rückgang der Neuinfektion ziemlich genau ab dem Einsetzen der Maßnahmen und nicht "von etwa Anfang bis Mitte März". Bei exponentiellem Wachstum sind zwei Wochen viel, denkt an die lustige Rechenaufgabe mit dem Teich und den Seerosen.
Die Anzahl der Todesfälle sinkt ebenfalls bereits seit Anfang April, was durch die irreführende übliche Darstellung der pro Tag neu hinzugekommenen Todesfälle verborgen wird. Zudem spiegelt der Verlauf der Todeskurve womöglich nur den Verlauf der durch die Testanzahl dramatisch nach oben verzerrte Kurve der Neuinfektionen wider.
Möglich, aber demgegenüber steht die teilweise extreme Übersterblichkeit in anderen Ländern. Seine Erklärung ist nicht die einzig denkbare und für mich auch nicht die plausibelste. Ausschließen kann man es halt nicht.