Original von Ferklsepp307
Ich kann hier vom örtlichen Altenheim nur berichten, dass dort das Hygienekonzept sehr penibel ausgeführt wurde. Teilweise Besuchsverbot, wenn Besuch dann nur mit Test. Der Schnelltest konnte auch noch vor dem Besuch gemacht werden, ansonsten kein Eintritt.
Ein Besuch war im Sommer auch möglichst nur draussen möglich.
Essen gabs nur auf den Zimmern, ausser im eigenen Zimmer überall Maskenpflicht unw. usf.
Das war jetzt auch nicht ein Konzept, welches seit Mai in Stein gemeisselt wurde, sondern es wurde je nach Gegebenheiten und Wissensstand angepasst. Aber immer äusserst penibel.
Ende vom Lied: Anfang Dezember waren plötzlich innerhalb einer Woche fast alle Bewohner und sämtliches Personal infiziert. Schlussendlich 6 Tote. Und dabei ist das Heim jetzt mit ca. 40-50 Bewohnern nicht besonders groß.
Ich befürchte, es ist praktisch einfach unmöglich solche Heim zu schützen, ausser du willst die Bewohner samt Personal komplett abriegeln. Keinerlei Besuch, niemand nach draussen, niemand nach drinnen. Ein Knast für alte Leute ist aber auch nicht unbedingt erstrebenswert.
Hier aber die Schuld komplett auf die BR zu schieben finde ich etwas unfair. Und bevor:
dein "Kann man nix machen, BR ist toll und hat alles richtig gemacht"-Mantra ablassen möchtest. Mir schleierhaft, wie man so wenig Anspruchsdenken haben kann sich damit zufrieden gibt
Nein, ich bin nicht mit allem zufrieden was die BR macht.
Du sagst doch auch nicht "Flugsicherheitskonzepte? Bringen doch nichts, siehe doch Flugzeugunglück hier, da und dort. Ende vom Lied, man kann halt Flugzeugunglücke nicht vermeiden, bringt eben alles nichts." Oder?
Es geht doch nicht darum, digital Ausbrüche und Tote in Pflegeheimen auf Null zu bringen, sondern die Anzahl und das Ausmaß von Ausbrüchen zu reduzieren.
Willst du nun sagen, dass Anzahl und Ausmaß von Ausbrüchen komplett von der Umsetzung von guten Test- und Hygienekonzepten entkoppelt ist? Dass eine breit umgesetztes Testkonzept keinerlei Einfluss darauf hätte?
Damit würdest du sowohl der Wissenschaft als auch dem Menschenverstand widersprechen.
Die Kernprobleme bei den Altenheimen sind:
- Ein vernünftiges Testkonzept wird eben noch lange nicht überall systematisch umgesetzt
- Dort, wo es umgesetzt wird, wurde es meist VIEL zu spät umgesetzt
- Selbst wo ein Konzept zur Anwendung kommt, ist die Umsetzung oft mangelhaft. Und zur mangelhaften Umsetzung trägt eben oft bei, dass die Verordnungen zur Umsetzung hektisch im Oktober erlassen wurden und die Pflegeheime mit der Umsetzung allein gelassen wurden und es mangels Vorausplanung personell und logistisch zu Problemen kommt, die man eben Monate im Voraus hätte antizipieren können, man es aber nicht gemacht hat. Womit wir wieder bei der mangelnden Planung und Voraussicht wären.
Dass es auch TROTZ optimaler Planung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Pflegeheime gekommen wäre, ist höchstwahrscheinlich.
Ebenfalls ist aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig, dass eine beherztere und vorausschauende Handlungsweise inkl. entsprechender Unterstützung der BR und der LRs mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu massiv weniger Ausbrüchen und Toten in Heimen geführt hätte.
Und da kann shaddi noch so oft behaupten, der "Druck der Bevölkerung sei nunmal gewesen, dass Corona vorbei ist". Es ist im Bezug auf Pflegeheime schlicht falsch und niemand hat jemals gefordert, Sicherheitskonzepte für Pflegeheime zu vernachlässigen und sich erst Gedanken zu machen, wenn eine zweite Welle bereits wütet.