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[NL] Learn&Play - Step by Step durch die Micros

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bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

20. August 2014: Letzte Eroberung!

Es ist soweit! Der letzte Post im Zuge der Promoaktion steht an. Es ist wieder Zeit, einen Graphen zu präsentieren, auch wenn ich gestehen muss, dass ich ihn lieber verstecken würde :f_biggrin:

Ich habe zwischen dem letzten und diesen Graphen nicht auf Results geschaut und obwohl ich schon gemerkt habe, dass ich sehr oft in geriverte Nuts gelaufen bin, hätte ich ein nicht ganz so übles Ergebnis erwartet. Sehr interessant ist, dass ich zum ersten Mal bewusst merke, dass meine Blueline im Minus ist :f_o:

Für den ganzen Monat bin ich damit schon 10 Stacks im Minus und wenn ich ehrlich bin, fängt man so langsam an, an seinem Spiel zu zweifeln :f_confused: Da sich das auch sehr negativ auf das Spiel auswirken kann, muss ich zusehen, dass ich das irgendwie geregelt bekomme :f_cool:

Ich habe mich gefragt, welcher der Gründe für das nun konsequent andauernde Tief verantwortlich ist:
:spade: Schlechtes Overall-Spiel
:spade: Varianz
:spade: Major Leaks
:spade: Tilt

Erster Punkt wäre natürlich extrem ärgerlich, da ich ehrlich gesagt zufrieden mit meinem Spiel derzeit bin. Ich kenne noch ein paar größere Leaks, die ich zur Zeit zu stopfen versuche, aber ich denke, meine Hauptfehler sind eher einzelne Spots als das Gesamtspiel.

Varianz kann halt immer sein, bei 30k gespielten Händen im Monat mag ich da noch nichts ausschließen. Leider ist es schwer, Varianz zu quantifizieren.

Major Leaks können natürlich immer sei. Bisher bekannt sind mir das Spiel OOP und ohne Initiative (passiver Blinddefend), sowie generell das Postflop-Spiel im 3Bet Pot. Villain schafft es extrem profitabel gegen mich zu setminen im 3Bet Pot, das nagt schon ein wenig an mir :f_biggrin:

Tilt möchte ich auch nicht ausschließen. Ich bemerke ab und an, dass ich zu weit openraise, um Spots zu erzeugen oder doch mal SCs aus den Blinds gegen Early Raises calle - sowie ab und an selber gegen 3Bets setmine (obwohl ich noch prüfen muss, ob das nicht bis dato überaus profitabel war, weil Villain bei Bluff-3Bets aus den Blinds ab und an Check/Fold ab Flop spielt). Tendenziell sehe ich aber rein Resultat-orientiert keine Unterschiede zwischen Anfang und Ende einer Session.

Ich werde wohl mal jemanden über meine Schulter schauen lassen müssen, damit ich da mehr erfahre. Zusätzlich gilt es mal wieder, eine detaillierte Analyse meines Spiels mittels PT4 zu machen :f_cool:

Feedback

Original von Delta21

Spoiler

Hand 75

Meine Erfahrung nach sind auf Zoom Potsize Flopbets meist bluffs die wenigstens haben allerdings die Eier dann auf Turn oder River weiter zu betten. Hätte den River wohl gecallt Villain kann allerdings hier alles so spielen. Gegen Unkown wohl kein Spot den man +EV spielt.

Hand76

Das Squeeze geht in Ordnung wenn KQ allerdings eine Bluff 3bet ist dann sollte man sich fragen ob es hier überhaupt Sinn macht den Flop zu cbetten. Auf dem trockenen Board callt dich so gut wie alles (Pockets, Ax). Wenn man cbettet muss man auf dem Turn oft 2nd barreln. Den Overship finde ich als Bluff ganz gut Villain kann hier keine Pockets/Ax mehr callen KK+ hat er nicht in der Range wenn er callt bist halt beat. Was man sich hier auch fragen kann wie oft wird auf den J :diamond: ein float von Villain gemacht evt sollte man einen Teil seiner Value Range dann x/c x/r spielen. Den Turn klein anspielen finde ich nicht so gut dann hast deinen halben Stack drin wenn Villain callt.

So stark dürfte deine Equity am Turn nicht steigen da du nur 6 Outs hast die clean sind und Villain wahrscheinlich noch welche blockt besonders die A Outs.

Hand77

Hättte den River nicht selbst angespielt die 3rd barrel callt wohl nichts schlechteres mehr außer Villain ist Fisch. Hätte Villain lieber die Chance gegeben seine Hand in einen Bluff zu verwandeln und x/c je nach Betsize zu spielen. Du brauchst nur 20% für den Call er raist hier aber deine 3rd barrel das dürften immer die Nuts sein.

:f_love: Stimme dir bei allen Analysen zu.

Original von ematpok
Seh ich ähnlich! Inwiefern findest du hier b/? besser als x/c?

Bei der letzten Hand macht die 3rd Barrel keinen Sinn. Vielleicht hatte ich da Reads (unwahrscheinlich) oder Villain hat mir irgendwelche Timing Tells gegeben. Gebe euch beiden da Recht, dass River ein c/c oder c/f nach Betsize ist.


Antwort
Zitat
bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

Für alle, die Limp/Raise mit Assen spielen wollen, weil man sonst keine Caller bekommt:

PokerStars - $0.10 NL FAST (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 4

BTN: 152.4 BB (VPIP: 19.30, PFR: 14.04, 3Bet Preflop: 10.34, Hands: 60)
SB: 301.5 BB (VPIP: 35.19, PFR: 29.63, 3Bet Preflop: 5.88, Hands: 55)
BB: 107.1 BB (VPIP: 100.00, PFR: 0.00, 3Bet Preflop: -, Hands: 1)
Hero (UTG): 102.6 BB
MP: 102.6 BB (VPIP: 21.62, PFR: 18.92, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 38)
CO: 285.1 BB (VPIP: 50.00, PFR: 25.00, 3Bet Preflop: 50.00, Hands: 4)

SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has A♥ A♣

Hero calls 1 BB, fold, fold, fold, fold, fold

Hero wins 2.5 BB

:f_o: (und nein, ich spiele meine Asse normal nicht Limp :f_biggrin: )


Antwort
Zitat
SteveWarris
Beigetreten: 28.03.2007

Original von bayLor
Ich werde wohl mal jemanden über meine Schulter schauen lassen müssen, damit ich da mehr erfahre. Zusätzlich gilt es mal wieder, eine detaillierte Analyse meines Spiels mittels PT4 zu machen fish cool

könnten wir mal machen.


Antwort
Zitat
philwen
Beigetreten: 13.05.2007

oft ist es ziemlich schwer eigene leaks im spiel zu erkennen - wenn man sich des leaks bewusst wäre, würde man es ja schon fixen ;)

auch offizielle coachings und videos sind da nur bedingt hilfreich - eventuell würde man paar spots anders spielen, aber wirklich leaks finden ist so auch schwer.

selbst wenn man eifrig hände postet, können sich ein par leaks immer noch verstecken - viele leaks spielen sich halt sehr suptil ab, und nicht in regelmäßigen monsterpötten, vorallem mit den neuen ps.de handbewertungsregeln kann man dass jetzt auch vergessen...

ich würde dir echt empfehlen sich mal über die schultern schaun zu lassen, und/oder ein coaching zu buchen - das hilft oft enorm weiter!

PS:
-10 stacks auf 10k hands ist jetzt auch noch nichts ungewöhnliches - ein spieler der seine limits komplett crusht wird wohl ganz selten so einen down haben, aber wenn man nur 2-5bb winner ist, wird man noch ganz andere sachen erleben ;)
einzige lösung: mit selbstvertrauen einfach weitergrinden und möglichst große samplesize aufbauen. dafür dass du relativ viel theorie machst, spielst du halt auch ziemlich wenig - das könnte sogar auch ein problem sein


Antwort
Zitat
boast123
Beigetreten: 28.09.2011

Ich würde mich sehr freuen wenn ENEMYFU sich endlich mal meldet!!! Habe die Befürchtung zum Scammingopfer zu werden. Ich hoffe du liest das und kommst zur Besinnung!

Sry wenn ich diesen Ort als Kontaktaufnahme versuche zu benutzen. Bitte um dein/euer Verständnis.


Antwort
Zitat
psyonic
Beigetreten: 06.03.2005

Hi baylor,

erstmal ein Riesenlob für deinen Blog, wirklich toll und unglaublich gut strukturiert!

Man merkt deiner Art zu lernen und zu strukturieren deinen Akademischen Hintergrund an und ich bin mir sicher das es nur eine Frage der Zeit ist bis du die Micros locker schlagen wirst.

Zu deinem letzten Post und den nicht ganz so erfreulichen Ergebnissen eine kleine Hypothese:

Du erweiterst dein Spiel wahnsinnig schnell um "advanced content" und triffst laut deinen Posts auch schon oft statbasierte Entscheidungen ohne eine echte Samplesize zu haben.
Das Problem daran ist meiner Erfahrung nach aber das du hier Gefahr läufst zu schnell zu sein und dich oftmals selber levelst.
TickTack24 hat in seinem Blog zu diesem Thema, einen in meinen Augen, fantastischen Post verfasst:

Spoiler

Hallo liebe Blogleser.

Heute möchte ich euch einen Denkanstoß gebe, der seit langem schon in meinem Kopf wie eine Fliege um einen Haufen Kacke kreist. Nicht, dass mein Hirn aus Scheiße besteht würde... ihr wisst schon... fish o
Im Idealfall ensteht daraus ein Diskurs, aus dem einige noch etwas mitnehmen können, aber das liegt natürlich an euch.

Ich möchte jetzt endlich mal meine Gedanken in die Tatstatur hauen und ich bin gespannt, was ihr dazu denkt.

Folgende Frage als Einstieg: Kann eine über das Basisspiel hinausgehende Pokerstrategie das zuvor erworbene solide Basiswissen gefährden und dich sukzessive zu einem schlechteren Pokerspieler machen?

Offensichtlich beleuchte ich hier meine eigene Situation und diese hat Pokerhistorisch natürlich besondere Facetten. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und andersartig sein Wissen aufgebaut mit anderen Schwerpunkten. Dennoch ist es möglich, dass ihr auf selbige These / Eingangsfrage bereits gestoßen seid.

Ich möchte kurz einen Abriss meiner Geschichte geben, um einen besseren Einblick zu gewähren:

- 3/4 Jahr vor Anmeldung bei ps.de Homegamerunden mit 3 Talern Einsatz, erste Erfahrungen gesammelt.
- gleich zu Beginn tighten Style gewählt, ohne Ahnung von irgendwas.
- 2007 bei ps.de begonnen, 50$ Kapital, NL 2 Stars und Party
- Job / Ausbildung IMMER vorgezogen (in Prüfungszeiträumen kaum / nie gespielt)
- wenig gelesen, viel Autodidaktik
- viel U2U - erste feste Gruppe ab NL 25 gehabt, die aber kein Jahr gehalten hat
- ein paar Lernvideos mitgenommen
- bis NL 50 keinen großen Downswing erfahren
- sehr tight / nitty Style, 20 / 17 ca. über lange Zeit.
- bis NL 100 jedes Limit dann gut geschlagen (NL 50 / 100 war so 2008 und 2009 rum)
- durch den Beginn eines festen Jobs und einer neuen Wohnung viel ausgecasht und über 1 Jahr auf Nl 5 / 10 / 25 gespielt.
- heute neben dem festen Beruf nicht mehr das gleiche Zeitvolumen verfügbar, wie noch vor einigen Jahren

Nach 2009 kam die Zeit neuer Strategien, die bei mir mehr zu Tilt geführt hatten, als alles andere. Ich habe definitiv einige strategische Ansätze damals überinterpretiert und dadurch komplett überspielt in vielen Spots.
Das Gefühl, zu jeder Zeit besser bluffen zu wollen, als andere und damit auch automatisch das Gefühl, zu oft geblufft zu werden, schlich sich ein und infizierte meinen Kopf, wie ein Virus. Ich hatte mich mehr und mehr auf fortgeschrittene Strategien fokussiert und die Basics waren immer weiter in den tiefen meines Gedächtnisses verschwunden.

Heute habe ich durch Postings in der Strategiesektion, durch die Art und Weise, wie unsere Member der Micro- und Lowstakes ihre Lines rechtfertigen und Argumentieren oft das Gefühl, dass derselbe Virus sich bei Ihnen ausgebreitet hat.

In diesem zeitlichen Fenster, von dem ich rede (2009 - 2014) haben sich die Playerpools und die Standardmoves natürlich drastisch geändert. Aber was sich kaum verändert hat, ist, wie Neulinge an den Tischen spielen, auch wenn es die loose-passiven Callingstations nicht mehr in der Fülle gibt, wie damals.

Ich bin der Meinung, dass ohne ein immer wiederholtes und als komplette Spielbasis verstandenes fundamentales Grundwissen über die verschiedenen Gegnertypen und die damit verbundene eigene optimale Spielweise sich alle weiterführenden Strategien wie Gift auf das eigene Spiel und damit auch auf das eigene Mindset auswirken können.
Sicherlich gibt es talente, die den kognitiven Brückenschlag vollziehen und ihr Basisspiel nicht vernachlässigen, aber das sind meiner Meinung nach nur wenige. Andere halten sich selbst in ihrer Entwicklung durch das Lernen falschen Contents auf und einige sind dann sogar rückschrittig.

Zu diesem zentralen Aspekt hätte ich gerne weitere / andere Meinungen.
Seht ihr das auch so? Seid ihr vielleicht völlig gegenteiliger Meinung? Schließlich kann ich meine These auf keinerlei empirische Untersuchung stützen. Es ist alles ein subjektiver Eindruck.

Ich freue mich auf deinen Beitrag!

Le Tick

Vielleicht hilft es dir ja die komplexität deines Spiels ein wenig zurück zu fahren und erstmal absolute Sicherheit im ABC Poker zu erlangen. Wenn du alle 10 - 20 Tausend Hände ein neues Konzept hinzufügst wirst du auch eine Varianzfreiere Tendenz erkennen ob dich die neuen Aspekte weitergebracht haben oder nicht.

Ich wünsch dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg an den Tischen und werde hier regelmäßig mitlesen. Hat dein toller Blog definitiv verdient!


Antwort
Zitat
bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

Original von psyonic
Hi baylor,

erstmal ein Riesenlob für deinen Blog, wirklich toll und unglaublich gut strukturiert!

Man merkt deiner Art zu lernen und zu strukturieren deinen Akademischen Hintergrund an und ich bin mir sicher das es nur eine Frage der Zeit ist bis du die Micros locker schlagen wirst.

Zu deinem letzten Post und den nicht ganz so erfreulichen Ergebnissen eine kleine Hypothese:

Du erweiterst dein Spiel wahnsinnig schnell um "advanced content" und triffst laut deinen Posts auch schon oft statbasierte Entscheidungen ohne eine echte Samplesize zu haben.
Das Problem daran ist meiner Erfahrung nach aber das du hier Gefahr läufst zu schnell zu sein und dich oftmals selber levelst.
TickTack24 hat in seinem Blog zu diesem Thema, einen in meinen Augen, fantastischen Post verfasst:

Spoiler

Hallo liebe Blogleser.

Heute möchte ich euch einen Denkanstoß gebe, der seit langem schon in meinem Kopf wie eine Fliege um einen Haufen Kacke kreist. Nicht, dass mein Hirn aus Scheiße besteht würde... ihr wisst schon... fish o
Im Idealfall ensteht daraus ein Diskurs, aus dem einige noch etwas mitnehmen können, aber das liegt natürlich an euch.

Ich möchte jetzt endlich mal meine Gedanken in die Tatstatur hauen und ich bin gespannt, was ihr dazu denkt.

Folgende Frage als Einstieg: Kann eine über das Basisspiel hinausgehende Pokerstrategie das zuvor erworbene solide Basiswissen gefährden und dich sukzessive zu einem schlechteren Pokerspieler machen?

Offensichtlich beleuchte ich hier meine eigene Situation und diese hat Pokerhistorisch natürlich besondere Facetten. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und andersartig sein Wissen aufgebaut mit anderen Schwerpunkten. Dennoch ist es möglich, dass ihr auf selbige These / Eingangsfrage bereits gestoßen seid.

Ich möchte kurz einen Abriss meiner Geschichte geben, um einen besseren Einblick zu gewähren:

- 3/4 Jahr vor Anmeldung bei ps.de Homegamerunden mit 3 Talern Einsatz, erste Erfahrungen gesammelt.
- gleich zu Beginn tighten Style gewählt, ohne Ahnung von irgendwas.
- 2007 bei ps.de begonnen, 50$ Kapital, NL 2 Stars und Party
- Job / Ausbildung IMMER vorgezogen (in Prüfungszeiträumen kaum / nie gespielt)
- wenig gelesen, viel Autodidaktik
- viel U2U - erste feste Gruppe ab NL 25 gehabt, die aber kein Jahr gehalten hat
- ein paar Lernvideos mitgenommen
- bis NL 50 keinen großen Downswing erfahren
- sehr tight / nitty Style, 20 / 17 ca. über lange Zeit.
- bis NL 100 jedes Limit dann gut geschlagen (NL 50 / 100 war so 2008 und 2009 rum)
- durch den Beginn eines festen Jobs und einer neuen Wohnung viel ausgecasht und über 1 Jahr auf Nl 5 / 10 / 25 gespielt.
- heute neben dem festen Beruf nicht mehr das gleiche Zeitvolumen verfügbar, wie noch vor einigen Jahren

Nach 2009 kam die Zeit neuer Strategien, die bei mir mehr zu Tilt geführt hatten, als alles andere. Ich habe definitiv einige strategische Ansätze damals überinterpretiert und dadurch komplett überspielt in vielen Spots.
Das Gefühl, zu jeder Zeit besser bluffen zu wollen, als andere und damit auch automatisch das Gefühl, zu oft geblufft zu werden, schlich sich ein und infizierte meinen Kopf, wie ein Virus. Ich hatte mich mehr und mehr auf fortgeschrittene Strategien fokussiert und die Basics waren immer weiter in den tiefen meines Gedächtnisses verschwunden.

Heute habe ich durch Postings in der Strategiesektion, durch die Art und Weise, wie unsere Member der Micro- und Lowstakes ihre Lines rechtfertigen und Argumentieren oft das Gefühl, dass derselbe Virus sich bei Ihnen ausgebreitet hat.

In diesem zeitlichen Fenster, von dem ich rede (2009 - 2014) haben sich die Playerpools und die Standardmoves natürlich drastisch geändert. Aber was sich kaum verändert hat, ist, wie Neulinge an den Tischen spielen, auch wenn es die loose-passiven Callingstations nicht mehr in der Fülle gibt, wie damals.

Ich bin der Meinung, dass ohne ein immer wiederholtes und als komplette Spielbasis verstandenes fundamentales Grundwissen über die verschiedenen Gegnertypen und die damit verbundene eigene optimale Spielweise sich alle weiterführenden Strategien wie Gift auf das eigene Spiel und damit auch auf das eigene Mindset auswirken können.
Sicherlich gibt es talente, die den kognitiven Brückenschlag vollziehen und ihr Basisspiel nicht vernachlässigen, aber das sind meiner Meinung nach nur wenige. Andere halten sich selbst in ihrer Entwicklung durch das Lernen falschen Contents auf und einige sind dann sogar rückschrittig.

Zu diesem zentralen Aspekt hätte ich gerne weitere / andere Meinungen.
Seht ihr das auch so? Seid ihr vielleicht völlig gegenteiliger Meinung? Schließlich kann ich meine These auf keinerlei empirische Untersuchung stützen. Es ist alles ein subjektiver Eindruck.

Ich freue mich auf deinen Beitrag!

Le Tick

Vielleicht hilft es dir ja die komplexität deines Spiels ein wenig zurück zu fahren und erstmal absolute Sicherheit im ABC Poker zu erlangen. Wenn du alle 10 - 20 Tausend Hände ein neues Konzept hinzufügst wirst du auch eine Varianzfreiere Tendenz erkennen ob dich die neuen Aspekte weitergebracht haben oder nicht.

Ich wünsch dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg an den Tischen und werde hier regelmäßig mitlesen. Hat dein toller Blog definitiv verdient!

Wow! Der Post regt mal wirklich zum Nachdenken an. Finde mich da doch sehr oft wieder.
Ich hab mich nun dazu durchgerungen, tatsächlich mal wieder ein wenig runterzufahren und ein solides ABC-Poker zu versuchen. Ich werde gucken, dass ich bis Ende des Monats einen festen Spielstil habe, den ich dann komplett über den September erstmal ausprobiere.

Danke vielmals psyonic, auch natürlich für das Lob :f_love: :f_love:

Das Wochenende lief übrigens mal sehr gut an den Tischen, gerade von dem Gefühl loslassen, dass man ständig geblufft wird, ist ein enormes Plus. Hab allerdings mal zwei Situationen, wo ich gerne hören würde, was eure Line da ist:

Hand 78: Committed?

PokerStars - $0.10 NL FAST (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 4

BTN: 54.8 BB (VPIP: 0.00, PFR: 0.00, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 2)
Hero (SB): 136.2 BB
BB: 106.7 BB (VPIP: 20.00, PFR: 0.00, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 15)
UTG: 100.8 BB (VPIP: 13.11, PFR: 9.84, 3Bet Preflop: 8.33, Hands: 65)
MP: 61.4 BB (VPIP: 0.00, PFR: 0.00, 3Bet Preflop: -, Hands: 2)
CO: 100 BB (VPIP: 28.57, PFR: 21.43, 3Bet Preflop: 18.18, Hands: 14)

Hero posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has A♦ A♠

UTG raises to 3 BB, MP calls 3 BB, fold, BTN calls 3 BB, Hero raises to 18 BB, BB calls 17 BB, UTG calls 15 BB, fold, fold

Flop: (60 BB, 3 players) T♣ 5♠ 3♠
Hero bets 25 BB, BB calls 25 BB, UTG raises to 82.8 BB and is all-in, ?

Preflop
Der Squeeze fällt aufgrund der zwei Caller groß aus. Ich weiss, dass wenn hier einer called, ich mich in einem Multiwaypot mit AA wiederfinde, was ich vermeiden möchte. BB's Coldcall machts dann möglich :f_biggrin:

Flop
Ich kann hier wohl Calls von JJ+ und FDs (oder mal AT, falls in Villains Range) erwarten, daher möchte ich for Value betten. 66-99 können entweder callen oder folden, aber von diesen Händen bekomme ich vermutlich eh kein weiteres Value, wenn sie nicht hitten. Da Flushdraws selten genug in Villains Range sind, da ich selber das A♠ halte, wähle ich bewusst eine kleine Betsize, um schwächere Madehands zum Call zu bewegen.

Was tu ich dann auf so ein Push? Mal außer Acht gelassen, dass BB noch overcallen kann, brauche ich 26% für einen profitablen Call. Kann ich Villain JJ+ oder zumindest ein Overpair mit einer Spades-Karte in die Range legen in solchen Situationen? Oder sinds einfach immer Sets?

Hand 79: Ich hasse Minraises wie Gargamel die Schlümpfe! _mad:

PokerStars - $0.10 NL FAST (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 4

BTN: 41 BB (VPIP: 11.11, PFR: 3.70, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 27)
SB: 95 BB
BB: 100 BB (VPIP: 42.86, PFR: 14.29, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 14)
UTG: 137 BB (VPIP: 15.38, PFR: 15.38, 3Bet Preflop: 11.11, Hands: 43)
Hero (MP): 118.2 BB
CO: 91.3 BB (VPIP: 50.00, PFR: 50.00, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 4)

SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has A♦ A♣

fold, Hero raises to 3 BB, CO calls 3 BB, fold, fold, BB calls 2 BB

Flop: (9.5 BB, 3 players) 4♦ Q♦ 4♥
BB checks, Hero bets 7 BB, CO raises to 14 BB, fold, Hero calls 7 BB

Turn: (37.5 BB, 2 players) 9♠
Hero checks, CO bets 18 BB, Hero calls 18 BB

River: (73.5 BB, 2 players) 9♦
Hero checks, CO bets 35 BB, ?

Flop
Hier hat mich das Board zum Call bewogen. QQ aufgrund von Preflop-Action zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich, und 4x-Kombos sehe ich eigentlich garkeine in seiner Range außer 44. Was kann hier raisen?

Turn&River
Er bettet am Turn nur halbe Potsize, das wirkt auf mich schwach, am River bleibt er aber bei seiner Bet-Line und ich fürchte, ich habe beim Flop die falsche Ausfahrt genommen.

Wie spielt ihr das?

Ich muss mal gucken, dass nicht soviele AA-Hände hier landen, aber weil man halt doch irgendwo im Hinterkopf hat, dass man mit AA die Hand eher gewinnen sollte, merkt man sie sich einfach besser und findet sie schneller bei der Analyse :f_biggrin:


Antwort
Zitat
psyonic
Beigetreten: 06.03.2005

Hi baylor,

schön wenn dir der Post ein wenig geholfen hat.
"Frei vom Gedanken geblufft zu werden" du sagst es - in meinen Augen die Nutz für das Mindset und einer der wichtigsten Mindsetpunkte überhaupt.

Zu deinen Händen:

Hand 78:
In meinen Augen klarer call. Ja er hat TT in der Range, aber 33,55 würde ich eher ausschliessen. So spielen auch JJ,QQ und evtl. Suited Broadways, wobei du die Nutz ja blockst - KK würde ich aufgrund der PF Action eher ausschliessen. Daher bist du bei diesen Odds gegen genug Kombinationen vorne.

Hand 79:
Den c/r am Flop würde ich nich überbewerten, wird meiner Erfahrung nach auf solchen Flops häufig ausgepackt und sagt zu seiner Hand nicht viel, wobei du du ihm die FD Kombinationen aufjedenfall geben musst. Ich würde am Flop allerdings direkt shoven. As played würde ich seine Turnbet ebenfalls shoven.
Beide Lines holen zwar nicht das maximale Value, aber wenn der Flush ankommt, ist die Entscheidung immer schwer, daher spiel ich hier lieber safe und sorg dafür das ein Call von den Odds einfach schlecht ist.


Antwort
Zitat
bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

1. September 2014: Monatsrückblick August - Comeback!

Der August ist vorbei und in einem Monat ist trotz gefühltem Sommerloch einiges passiert. Meine Doktorarbeit befindet sich nun in der finalen Phase und ich habe endlich einen Sport entdeckt, den ich auch gerne betreibe: Bouldern! Außerdem wurde ich auch für die Icebucketchallenge nominiert und obwohl ich kein großer Fan solcher Aktionen bin (gemeint ist nicht die Spende :f_o: ), wollte ich dennoch kein Spielverderber sein und habs durchgezogen.

Pokertechnisch gab es auch einige Entwicklungen. Durch die Blogpromo hatte ich es endlich mal geschafft, regelmäßig zu updaten (wenn auch mit weniger Content pro Post), aber leider konnte ich diesen Elan nicht halten. Außerdem bin ich zwischenzeitlich etwas in ein Motivationsloch gefallen, nachdem der Monat konstant schlecht an den Tischen lief. Psyonic hat mich mit der Anlehnung an TickTack24s Post allerdings nochmal aufgerappelt, einfach durch schnörkelloses Spiel an den Tischen konstante Leistung zu liefern und so konnte ich in den letzten Spieltagen nochmal einiges rausholen :f_cool:

:spade: Spielzusammenfassung
Wie gesagt lief es fast den ganzen Monat katastrophal. Zwischendrin offensichtlich nicht sehr glücklich in All-In Situationen gewesen, aber alles kleine Samplesize und erstmal nicht sehr relevant. Die letzten 6k Hands sind dann natürlich ein Traum gewesen, allerdings sehr fischige Tage erwischt und teilweise übertrieben tight gefoldet auf Raises und lieber um die kleinen Pötte gekämpft. Vielleicht ist auch gerade das das Erfolgsrezept gewesen :f_love:

Wie gewohnt gibt es auch wieder ausgewählte Stats, Luckbell-Curve und Leaktracker-Auswertungen im Spoiler. Die Luckbell-Curve hat es diesmal geschafft, gleich alle drei Werte im unglücklichen Bereich anzusiedeln :f_biggrin:

Spoiler

Stats

Luckbell-Curve

Leaktracker

:spade: Pläne für September
Ich möchte zusehen, dass ich im September mein Mindset im Fokus habe. Ich kann noch nicht sagen, woran es lag, aber in der letzten Woche war ich an den Tischen total entspannt. Auch wenn ich zum zigsten Mal mit einer guten Hand geraised wurde und aufgegeben habe, wurde ich nicht ungeduldig. Eine große Hand zu verlieren hat mich nicht so lang im Nachhinein gefesselt wie vorher. Genau diese Einstellung möchte ich gerne auf Dauer halten! Ich vermute, der Grund, warum das jetzt so gut lief, war einfach, dass mein Hauptfokus nicht auf Poker lag.
Mit Bouldern als Sport und den Aufgaben auf der Arbeit konnte (bzw musste) ich mich weitestgehend auf andere Sachen konzentrieren. Ich habe keine Konzepte angeguckt, die ich unbedingt anwenden muss, sondern wollte ja nur das Spiel, wie ich es bisher gelernt habe, spielen. D.h. wenn ich Zeit hatte, konnte ich mich an die Tische setzen und wenn nicht, dann halt nicht.

Im September möchte ich daher gucken, dass ich am Tag erstmal alles mache, was ich geschafft haben möchte und erst danach gucke, ob noch Zeit zum Pokern ist. So kann ich mit freiem Kopf und ohne Druck spielen!

Das Spiel selber möchte ich dann wie die letzten Tage einfach solide runterspielen. D.h. nicht, dass ich auf Bluffs verzichte, aber zu wissen, wann man aufgibt, ist einfach viel wichtiger als jeden potentiellen Bluffspot auszunutzen. Bluffcatcher hebe ich mir jetzt auch für Momente auf, in denen Villain einfach vielzuwenig Valuekombos hält, als dass er mich häufig beat hat.

Natürlich kann ich hier auch wenig neue Konzepte bearbeiten, wenn ich keine neuen lernen möchte, daher überlege ich noch, was ich alles hier so poste. Natürlich sind Anregungen immer nett, ansonsten werde ich es wohl hauptsächlich auf Handdiskussionen und ab und an mal Graph-Updates beschränken :f_grin: Wenn dann doch mal ein Gedankenanstoß kommt, dann behalt ich den natürlich nicht für mich :f_biggrin: Vielleicht fasse ich auch mal zusammen, was ich so aus anderen Videos zur Zeit mitnehme. w34z3l's Walkthrough und jetzt Gameplan Bootcamp sind sehr nett und elementar, da könnte ich mal eine Art Zusammenfassung kreieren.

:spade: Sonstiges
Ich sag an dieser Stelle, dass ENEMYfu wieder als Mitblogger gestrichen wird. Ändert wohl nicht viel, da er ja bis dato nur zwei Posts verfassen konnte. Grund dafür ist einfach, dass er seit einigen Wochen verschollen ist oder sich zumindest nicht meldet :f_o:

:spade: Gedankenanstoß
Merkt ihr auch manchmal, wie ihr euch in irgendeinen unnützen Gedankengang levelt? Ich hatte vor ein paar Tagen seit langem mal wieder folgenden Stat gesehen:
Average All-In Equity

Warum ist dieser Wert eigentlich standardmäßig unter Results im PT4 angezeigt? Erst auf eine sehr große Sample macht er Sinn und selbst dann verschließt sich mir die tiefere Bedeutung des Wertes. Ich habe mir meinen Wert für diesen Monat angesehen: 57%.
Mein erster Gedanke war: Ok, aber das geht doch besser!
Dann dachte ich: Moment mal. Im Durchschnitt 57%. Im single-Raised Pot brauche ich bei Bet/Raise/Shove doch gerademal ungefähr 40%, um profitabel zu sein. Sind 57% da nicht ein wenig zu tight/ängstlich?

Auf einen Schlag fand ich mich wieder, diesen Wert auf zu interpretieren und zu überlegen, ob ich mein Spiel ändern muss. Dass ich schon erkannt habe, dass meine Sample erstens zu klein ist und dass der Wert selbst dann alleinstehend kaum Aussage hat, habe ich plötzlich völlig ignoriert. Solche Sachen passieren mir ab und an und plötzlich level ich mich darein. Geht es euch auch so?

P.S.: Wer eine andere Meinung über diesen Stat hat, würde mich sehr interessieren. Genauso die EV-Linie. Guckt ihr euch nach jeder Session an, ob ihr über oder unter EV lauft, obwohl es auf die Samplesize gar keinen Sinn macht? Ich blende die Linie in meinem Kopf mittlerweile ganz gut aus und bringe sie in den Blog eigentlich nur, weil manche Leute drauf stehen :f_cool:

So, das war mal wieder nen kleines Lebenszeichen von mir nach langer Schreibpause! Hoffe, das geht jetzt wieder regelmäßiger! :f_cool:


Antwort
Zitat
Skkola
Beigetreten: 16.02.2010

Genauso die EV-Linie. Guckt ihr euch nach jeder Session an, ob ihr über oder unter EV lauft, obwohl es auf die Samplesize gar keinen Sinn macht? Ich blende die Linie in meinem Kopf mittlerweile ganz gut aus und bringe sie in den Blog eigentlich nur, weil manche Leute drauf stehen fish cool

Was soll sie denn überhaupt bringen? In der einzelnen Hand ist die EV essentiell aber es ändert einfach sonst nichts außer, dass sie das Mindset beeinträchtigt wenn man mal darunter läuft oder wir uns hinterfragen falls wir mal darüber laufen.


Antwort
Zitat
SteveWarris
Beigetreten: 28.03.2007

hand 79:
b/f flop; 3 way ohne weitere infos raised der fish hier viel zu oft random 4x wie alles andere.

wenn der fish nach seiner turnbet am river eh nur noch 1/2 ps left hat kannst auch selber turn c/shoven. immerhin schätzt du ihn ja bluffy genug ein um zum river zu kommen.


Antwort
Zitat
bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

9. September 2014: Steal Steal Steal

Von mir gibt es auch mal wieder ein Update. Ich muss gestehen, dass ich in den letzten Tagen wenig motiviert war, wieder zu posten. Das hängt einfach damit zusammen, dass es mir an interessantem Content fehlt und es an den Tischen - wie jeden Anfang des Monats - sehr schlecht lief. Es ist aber definitiv mal wieder Zeit, etwas von sich hören zu lassen :f_cool:

:heart: Das Spiel
Nachdem ich erstmal in einer Talfahrt auf -5 Stacks ordentlich Schwung geholt habe, hoffe ich nun auf die Bergspitze hochrollen zu können :f_biggrin: Viel geändert habe ich gemäß meiner Vorsätze nicht. Ich habe die VPIP/PFR-Gap ein wenig geschlossen und spiele bisher 20/17 diesen Monat - gerade Setmining versuche ich weitestgehend zu vermeiden, weil Sets einfach zu selten ausbezahlt werden auf Zoom. In den Blinds defende ich vielleicht etwas zu wenig zur Zeit, da arbeite ich noch dran.

Insgesamt kann ich mich über mein Spiel aber nur wenig beschweren. Ich gebe Villain häufiger mal Credit und kann von Bluffs auch mal loslassen, wenn das Board sich schlecht entwickelt. Einige Hauptleaks, die mir bekannt sind, gibt es aber noch:

:diamond: 3Bet Pots: Dieses Thema bleibt für mich schwierig. Beispiel: Wie spielt ihr AKo ohne Hit am Flop? Laut Pop-Tendencies folden die Leute auch im 3Bet-Pot unglaublich viel, gleichzeitig kann ich auf meine 6 Outs auf Overcards selten mehrfach barreln und muss dann Bet Flop, Check/Fold Turn spielen, was ziemlich schwach ist.

:diamond: Konzentration: Es ist mir erst jetzt aufgefallen, wie kurz meine Konzentrationsspanne offensichtlich ist. Häufig merkt man in einer Session nach 300 Händen eine Änderung im Spielstil. Meist sinkt meine Redline dann einfach, weil ich zuviel calle.

:diamond: Eigene Handstärke versus Villain Range: Das gehört eigentlich zu Punkt 2. Ich calle zu oft mit einer starken Hand, weil ich mir nicht die Zeit nehme zu überlegen, welche Hände Villain eigentlich hält. Oft hat er einfach nur stärkere Hände in der Range. Gutes Beispiel von gestern: Ich halte AQ auf einem Q73r Board, Villain Check/Raised nach Bet und Call hinter ihm. Klar macht auf dem Board ein Raise keinen Sinn, weil er es nicht balancen kann, aber mal ernsthaft: er hat halt auch nie einen Bluff in dem Spot :f_o:

Eine weitere kleine Änderung ist die erhöhte Stealfrequenz. So langsam habe ich auf einige Villain ein paar Stats und merke, dass viele Spieler mit über 80% ihrer Range aus den Blinds direkt ein Häkchen machen. Man kann also doch unglaublich loose vom BTN stealen (60% Mindestgrenze).
Das ganze hat übrigens einen schönen Sideeffect: Angenommen Villain erkennt irgendwann, dass ich zuviel raise. Dann wird er anfangen, mehr zu defenden und damit gelangt er in einen Spot außerhalb seiner Komfortzone. Er wird unsicher und ich kann vermutlich postflop sogar noch mehr Geld machen. Nur gegen eine aggressive 3Bet-Strategie habe ich natürlich eine schwere Zeit, aber die wenigsten scheinen das auf dem Limit anzugehen.

Spoiler

P.S.: Ich habe nun 45k Hände auf dem Limit gespielt und gerademal 30 Player mit einer Handzahl über 200. Da man im Schnitt nur die Hälfte der Zeit überhaupt Chance zum Steal aus BTN hat, hat Villain dann eine Sample von nichtmal 20 Händen auf mich. Ob er darauf anfängt, stark zu adapten, ist wohl fragwürdig.

:heart: Small Blind: 3Bet Only?
Eigentlich bin ich eher ein Vertreter der ausgewogenen 3Bet/Call/Fold-Strategie. Seit Anfang des Monats probiere ich mich allerdings aus dem Small Blind mit einer 3Bet-Only-Strategie. Grund ist einfach, dass meine Callingrange sehr capped ist und meistens darauf beruht, Monster zu treffen. Diese können aber OOP und ohne Initiative einfach schwer Value extrahieren. Außerdem squeezen auf dem Limit einige Spieler doch mal for Bluff, sodass man oft Call/Fold spielt. Bislang in diesem Monat spiele ich mit dieser Strategie im SB -19bb/100 auf insgesamt 9% 3Bet, also durchaus profitabel trotz relativ tighter Range.

Vorteile
:spade: Kein free Squeezeplay für BB
:spade: Keine capped Range
:spade: Gegen die weiten CO/BTN-Ranges viel Deadmoney kassieren
:spade: Die Premiumhände sind besser protectet, da die 3Bet-Range relativ weit ist
:spade: Man kassiert selten 4Bets, weil Villain IP sitzt. Dadurch hat man Freeroll-Boni

Nachteile
:club: Stack to Pot Ratio ungünstig für spekulative Hände
:club: Oft ist die Callingrange von Villain stärker als unsere 3Bet Range
:club: Bei Overcall von BB (und anschließender Call von BTN) spielt man mit marginalen Händen um sehr großen Pot

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Vor- und Nachteile, aber so auf die schnelle sind mir diese eingefallen. Was ich mich frage ist allerdings, ob 3Bet Only "einfacher" zu spielen ist, als eine Raise/Call/Fold-Strategie? Was bevorzugt ihr?

:heart: Sonstiges
Ich habe tatsächlich auch was in der Blog Promo gewonnen. Ein Pokerstrategy-Shirt und Hoodie :f_cool: Noch warte ich auf die Post :f_eek:

@Skkola:
Sehe ich genauso _biggrin:

@SteveWarris:
Hab den zweiten Teil ehrlich gesagt nicht 100% verstanden :f_confused: Er hat ja erst am River halbe Potsize left nach seiner Riverbet.
Und ich habe es jetzt so verstanden, dass man am Flop definitiv folden sollte, weil er zu oft 4x hat?


Antwort
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SteveWarris
Beigetreten: 28.03.2007

ok junger Padawan. Nochmal ganz von vorne.

V betted dich. du callst den Turn. wenn ... WENN du callst, hast am river 1/2 PS left.
-> idr Potcomitted (guck mal habs auch so schön fett markiert wie du das gerne tust. :) )
->> wenn du dich Entscheidest also for Stacks zu spielen, sprich vs. seiner Bet NICHT zu folden.
dann bist du drin... DRIN mit deinem Stack.

Da V aber mostlikly am river net mehr rumblufft (busted fd z.b. wird auf micros viel zu wenig geblufft), wenn du seine bet callst, u.a. weil du potcomitted bist, solltest du shoven wenn du dich vorne siehst. Also denkst er könnte iwas mit EQ und/oder sollchen SD-Value hier am Turn betten, den du weitestgehend beat hast.

sprich Qx oder flushdraw.

Da CO aber nach Fish aussieht. Einen Fishstack hat, Fishy minc/r durchführt, ist er ohne weitere infos erstmal der std. passive fish. sprich wenn er raised, ist es rangetechnisch zu häufig 4x wie irgendetwas anderes. und dagegen hast du genau ... 2 Outs

-> also isses erstmal b/f flop.


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bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

21. September 2014: Mal Nachgedacht - AXs versus SCs

*sich mal wieder meld*! Als ich letzte Woche in Weimar auf einer Tagung für Organische Chemie war und mich bei diversen Vorträgen davon abhalten musste, einzuschlafen, habe ich mir ein wenig Gedanken um Opening Ranges aus den frühen Positionen gemacht. Kleine Pockets werden dabei oft aus den Raising Ranges gestrichen, weil sie Postflop schlechte Barrelfrequenzen haben. Stattdessen werden vermehrt suited Connectors zugefügt, deren reine Equity viel schwächer ist. Hände, die man oft erst danach zufügt, sind die suited Ass-Kombos. Als Beispiele sind hier mal die Opening Ranges von w34z3l's Micro Stakes Walkthrough und die PokerStrategy-Range aus Equilab für LAG-6max aus UTG:

Die Frage ist, ob die zusätzlichen Straightchancen der SCs den Equityverlust bei AXs wettmachen? Ich habe mich dem Thema mal ein wenig gewidmet und die ein paar Punkte dazu analysiert:

:spade: Foldequity
Mit Sicherheit kann man sowohl A2s als auch 54s Preflop als Bluff werten, denn man wird gegen Villains Callrange nie vorne sein. Wenn wir also diese Hände raisen, wollen wir in erster Linie einfach die Blinds einsammeln. Wichtig ist dabei der Blocker-Effekt von AXs gegenüber SCs. Als Beispiel soll Villain im Schnitt 23.4% gegen ein Openraise defenden (Pop-Read), dafür habe ich folgende Range genommen:
22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T8s+, 97s+, 86s+, 76s, 65s, 54s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo (310/1326, 23.38%)

Wenn wir beispielsweise A5s halten, hat Villain nurnoch 278 mögliche Kombos von 1225 Kombinationen (2 Karten sind schon raus). Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 22.7%. Wenn wir 65s halten, ist die Chance, dass Villain was brauchbares hält, ein wenig erhöht, da wir schon zwei niedrige Karten halten. Hier hat er 298 aus 1225 Kombos, also 24.3%.

Wenn ich von einem UTG Openraise ausgehe und alle Villains die gleiche Range defenden, komme ich auf eine Foldequity von:
A5s - 28.6%
65s - 24.9%

Das macht immerhin einen Unterschied von fast 4%, die wir häufiger die Blinds einsammeln!

:spade: Playability
Der Hauptgrund für SCs ist wohl die Playability. Hier muss man sagen, dass sie sich natürlich oft besser postflop spielen lassen. Man hat auf den meisten Flops mehr Outs, die man barreln kann, sogar ein Ass mehr im Deck, dass man anspielen kann, weil es unsere perceived Range gut hittet. AXs spielen sich allerdings auch nicht schlecht, man hat immer eine Overcard zum Board, wenn man nicht trifft. Flushdraws kommen natürlich gleich häufig vor, wobei wir mit AXs immerhin einen Nutflushdraw halten. A2s-A5s spielen sich allerdings aufgrund ihrer Straightchancen dabei besser als A6s-A9s.

:spade: SD-Value
Ax hat immer SD-Value gegen alle Non-Hit/Non-Pair Hände bei Villain. Gerade gegen passive Gegner kommt es ab und an zum Checkdown und man gewinnt nochmal hier und da eine Hand mehr mit einem Ass auf der Hand. Kleine SCs können hierbei nur durch Foldequity das Deadmoney einsammeln.

:spade: Board Coverage
Ein Grund, überhaupt kleine Karten zu raisen, ist natürlich der Aspekt der Board Coverage. Wir wollen auf jedem Board eine starke Hand halten können. Daher raisen viele Spieler auch alle Pocket Pairs aus jeder Position, um immer potentiell ein Set treffen zu können.
Beide Ansätze können auf allen Boards etwas treffen, allerdings hat AXs auf einem Nicht-Ass-Board dann maximal ein Paar/Drilling, während SCs auch Straights und Twopairs treffen. A2s-A5s können zwar auch eine Straight machen, aber signifikant seltener.

Spielt man keine kleine Pockets und AXs anstelle von SCs, ist man theoretisch natürlich auf kleinen Boards exploitbar, weil man eigentlich nie ein saftiges Raise callen kann (beste Hand sind Overpairs). Andererseits glaube ich nicht, dass dieser Mangel oft - und erst Recht nicht auf den kleinen Limits - bemerkt wird.

:spade: Domination
Hier gibts viele Aspekte. Wenn man an kleine suited Asse denkt, befürchtet man sofort, dass man bei Hit von besseren Assen dominiert wird. Das stimmt auch mit Sicherheit, da Villains Callingrange einige höhere Asse beinhaltet. Trotzdem glaube ich, dass man durch Potcontrol und tightes Spiel hier selten große Summen liegen lässt. Vielleicht machen wir die Verluste sogar durch unauffällige Twopairs mit z.B. A4s versus AK wieder wett.

Zu bedenken ist außerdem, dass wir mit unseren AX-Kombos immer Top Kicker haben, wenn wir die Beikarte halten und daher oft auch Villain dominieren.

Als letztes fallen mir dann noch die Twopairs generell ein. Mit AXs habe ich im Falle eines Twopairs immer das beste Toppair und gewinne mit Sicherheit ab und an gegen schlechtere Twopairs einen mittelgroßen Pot.

:spade: Flush over Flush
Ein Wert, der mich selber überrascht hat, ist der Fall: Flush over Flush. Wenn erstmal 3 Karten gleicher Farbe auf dem Board liegen, investieren oft nurnoch starke Hände viel Geld. Das klassische Beispiel ist ein Set, was gegen 1-Card-Flushes protecten möchte, obwohl der Flush schon beim Gegenspieler liegt.

Ein fertiger Flush mit suited Holecards ist in der Regel zu stark, um auf ein Raise tight zu folden, daher kommt es bei zwei Protagonisten mit Flushes oft zum Showdown. Ich habe meine eigene Datenbank durchsucht und gemerkt, dass ich in 30 Fällen, in denen ich einen Nicht-Nutflush zum Showdown brachte und nur 3 Karten einer Farbe lagen, 3mal von einem besseren Flush überholt wurde. Das sind 10% aller Fälle.

Um das ganze noch rechnerisch zu belegen, habe ich mal As2s+ und 5s4s+ mit Villains Callingrange auf einem monochromen Board (T♠8♠2♠) verglichen:
A2s bei flopped Flush versus Villains Callingrange: 96.83%
54s bei flopped Flush versus Villains Callingrange: 85.00%

Auch hier sieht man, dass man 10% weniger Equity mit dem "kleinen" Flush besitzt.

:spade: Experimentalrechnung
Ich habe mal versucht, so eine Art EV-Rechnung durchzuführen. Dabei vergleiche ich die beiden Ranges A2s+ und 54s+ aus UTG. Ich nehme alle 12 Boardtypen aus meinem älteren Post und vergleiche die Equity gegen Villains Callrange und den prozentualen Anteil von Madehands+PoorDraws+GoodDraws, die diese Hand auf dem Board macht. Die A-High Boards werden auf die Hälfte discountet, um realistischere Werte zu bekommen (ein Ass kommt ja nicht jedes dritte Board).

Spoiler

Der erste Eintrag ist das Board, was betrachtet wird. Der zweite Eintrag ist die Equity, die wir gegen Villains Callingrange auf dem Board haben mit A2s+. In Klammern befindet sich der prozentuale Anteil unserer Range, mit der wir eine Madehand/PoorDraw/GoodDraw haben. Der dritte Eintrag ist dann das gleiche für 54s+

Board - A2s+ - 54s+

Ah7s2d - 80% (100) - 36% (35)
Ah7s2h - 76% (100) - 39% (51)
Ah8s7h - 73% (100) - 47% (83)
Ah8s7d - 76% (100) - 45% (77)

Mittelwert - 76% (100) - 42% (62)

Qh7s2d - 40% (20) - 40% (33)
Qh7s2h - 43% (40) - 43% (50)
KhQd5s - 36% (38) - 40% (65)
KhQd5h - 39% (53) - 41% (74)

Mittelwert - 40% (38) - 41% (56)

9h5s2d - 50% (38) - 47% (56)
9h5s2h - 51% (53) - 49% (67)
9h8d6s - 47% (47) - 53% (76)
9h8d6h - 49% (60) - 53% (82)

Mittelwert - 49% (50) - 51% (70)

Gesamt mit discounted A-High Boards - [A2s+] 51% (55) - [54s+] 45% (63)

Die Rechnung habe ich dann analog einer EV-Rechnung gemacht ohne Berücksichtigung von 3Bets und Investitionen auf weiteren Streets. Ironischerweise habe ich dann als Realisierungsfaktor quasi die spielbaren Outs für uns auf dem Turn genommen :f_biggrin:

EV = p(fold) * 1,5 bb + (1-p(fold) * (eq * f(barrel) * 7,5 bb - 3 bb)
EV(A2s+) = 0,286 * 1,5 bb + 0,714 * (0,51 * 0,55 * 7,5 bb - 3 bb) = -0,21 bb
EV(SCs) = 0,249 * 1,5 bb + 0,751 * (0,45 * 0,63 * 7,5 bb - 3 bb) = -0,28 bb

Nach dieser Milchmädchenrechnung liegt A2s+ leicht vorne. Aber leider ist diese ganze Rechnung nur ein kleiner Spaß gewesen - glaubt mir: Der Vortrag in Weimar war ECHT langweilig :f_biggrin:

Disclaimer: Mir ist bewusst, dass die oben angegebene Rechnung rein spekulativ und aufgrund keiner fundierten mathematischen Grundlage beruht, dass das Ergebnis aussagekräftig ist.

:spade: Sonstige Anmerkungen
Ich find es übrigens komisch, dass ein häufiges Argument ist, dass SCs nicht in unserer perceived Range aus den frühen Positionen seien und deshalb wir damit profitabler hitten. Gleichzeitig wollen wir aber durch das Aufnehmen dieser Hände Villain zeigen, dass wir auf jedem Board gefährlich sind. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Widerspruch ist oder nicht :f_biggrin: Vielleicht habe ich auch nur falsch verstanden, dass wir das zweite Argument gar nicht Villain verkaufen wollen :f_cool:

Außerdem hat man mit einem Ass eine Overcard zu eigentlich allen Pockets in Villains Callingrange. Treffen wir auf dem Board das Top Pair, gewinnen wir zwar oft nur einen kleinen Pot, aber können im Schnitt mehr Value extrahieren, als bei einem Pair mit SCs.

:spade: Diverses
Gerade gemerkt, dass mir noch 90 Strategy Points diesen Monat fehlen, um meinen Goldstatus zu behalten. Da merkt man, dass in letzter Zeit nicht viel Spielpraxis rumkommt :f_cry:

@SteveWarris: Das mit dem fett markieren funktioniert doch ganz gut :f_love: Verstehe jetzt auch tatsächlich dein Argument besser :f_cool:
Aber meine Idee war ja, auf meinen Backdoor-NFD weiterzuspielen. Folgender Grund:
Variante
a) Villain hat selber FD - dann barrelt er evtl nicht weiter ohne Hit, ich habe die beste Hand und mein Call ist gut.
b) Villain hat kein FD, dann ist mein Call wohl schlecht, allerdings wird er auf Call Flop und bei angekommenen Flush Raise AI meinerseits ein schweres Leben haben (außer er hat QQ).
c) Villain hat selber FD und Flush kommt an, ich raise AI. Dann habe ich noch 7 Outs auf den besseren Flush und 4 Outs auf FH (4 oder A). Also auch 22% im worst Case.

Will auch damit nicht sagen, dass mein Call am Flop unbedingt gut ist, sondern nur, was da im Hinterkopf in mir vor ging :f_love: Ich denke aber, dass Villain hier doch zu oft 4x oder tatsächlich QQ hält und mein Play zu fancy ist.


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Skkola
Beigetreten: 16.02.2010

1. Vielen Dank für einen schönen Post =) Dir war offensichtlich langweilig aber ist beeindruckend was für Gedanken du dir zu einzelnen Spots machst.
2. Bitte behalte das "Fettmarkieren" bei, die Übersicht deiner Posts wird erhöht. Zumindest gefühlt :f_biggrin:
3. Versuch frisches Coaching-Wissen wiederzugeben: Die Stärke der SCs liegt auch bei den Hits. Nur sehr selten liegen Hände in Villains Calling Range mit denen er unser Toppair dominiert. Somit wirst du nur sehr selten in Situationen kommen in denen du am Ende durch den besseren Kicker den Pot verlierst. (ich lasse mich hier gerne korrigieren aber vielleicht ja ein Beitrag zu Diskussion :f_cool: )


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Chaloc
Beigetreten: 20.08.2014

Hey bayLor,

Skkola hat mich auf Deinen interessanten Blog aufmerksam gemacht. Ich habe auf die schnelle mal ein paar Artikel überflogen, werde mich aber hier einklinken und mir in den nächsten Tagen mal alles etwas genauer durchlesen. :)

Viele Grüße

Chaloc


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datawave
Beigetreten: 07.01.2008

Habe auch gerade sehr interessiert gelesen :f_thumbsup:


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bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

2. Oktober 2014: Monatsübersicht September

Ein weiterer Monat ist rum und ich bleibe dem Limit treu :f_biggrin: Wie jeden Monat ist auch der September mies gestartet und dann langsam besser geworden. Leider mangelte es mir dieses Mal an einem schönen Abschluss-Upswing. Anhand des Graphen kann man zwischenzeitlich eine Phase erkennen, die offensichtlich mit einem massiven Redline-Abfall zusammenhängt - mein Spiel war also mal wieder nicht sonderlich konstant über die komplette Zeit. Varianz spielt natürlich auch immer eine Rolle und ich muss weiterhin gestehen, dass sie mir doch ab und an mental ordentlich zu schaffen macht. Bis man verschiedene Spots erstmal auseinander genommen hat und dann erkennt, dass man korrekt gespielt hat, sind einige Folgehände bestimmt schon in den Sand gesetzt worden :f_mad:

:spade: Übersicht
Ich habe diesen Monat 18k Hände gespielt, das Volumen wird sich in nächster Zeit vermutlich nicht erhöhen und konnte auch nur zustande gebracht werden, da ich wieder 3 anstatt 2 Tische zoome. Mein maximales Minus diesen Monat ist bei -$67 und mein Maximum bei gerademal +$3 :f_biggrin:

:spade: Auswertung
Ich habe über den kompletten Monat mal tighter, mal looser gespielt. Insgesamt denke ich aber, war ich looser unterwegs als sonst. Vor allem in der letzten Woche hatte ich eher VPIP/PFR-Werte von 28/24, was damit zusammenhing, dass ich aggressiver vom BTN geraised habe und viel viel mehr gestealed habe als zuvor.

Erschreckend schlecht ist allerdings mein River-Call-Efficiency-Wert. Ich kann nicht genau sagen, ob es sich hierbei nur um Varianz handelt oder ich einfach von Händen nicht losgelassen habe. Es sind allerdings "nur" 109 Hände, die ich am River gecalled habe. Mein WTSD-Wert korreliert aber damit, dass ich vielleicht ein wenig zu oft calle. Ganz zufrieden bin ich dagegen über meine Barrel-Werte.

Positionsbezogen sieht das ganze so aus:

:spade: Luck'n'Leak
Kein Monatsupdate ohne eine Übersicht über PT4-Leaktracker und Luckbellcurve :f_cool:

Spoiler

:spade: Das Mindset - schlechter Start, schlechtes Spiel
Ich habe mich im letzten Monat viel damit beschäftigt, wie ich eigentlich mein Mindset verbessern kann. Es ist wohl unumstritten, dass ein solides Mindset oft den Unterschied zwischen Winning- und Loosingplayern machen kann. Das liegt ganz einfach daran, dass wir das Geld an den Tischen nicht in den großen All-Ins machen, sondern in den vielen kleinen Pötten, die wir gewinnen. Es reicht oft aus, nur einmal postflop zu spewen, um den kompletten Gewinn einer Session zunichte zu machen. Es ist daher wichtig, stets konzentriert und solide weiterzuspielen und unsere Entscheidung auf mathematischer (bewusst oder unbewusst) Basis zu machen. Resultatorientiertes Denken nagt an unserem Selbstvertrauen ins eigene Spiel oder fördert Gambling-Gedanken. Es ist unglaublich wichtig, egal was passiert, immer weiter das optimale Spiel zu machen.

Ich selber habe in diesem Monat angefangen, vor einer Session zu meditieren. Zum Einstieg habe ich mich dabei einer einfachen App bedient, die mir quasi gesagt hat, was ich tun soll :f_biggrin: Das ganze benötigt ungefähr 10 Minuten und zumindest habe ich das Gefühl, dass es mir tatsächlich dabei hilft, ruhiger an den Tischen zu sein (und eher den Überblick zu haben, ob es einfach nur Pech war, wenn ich gerade einen größeren Pot verloren habe oder nicht). Das ist allerdings bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange, sondern erst der Anfang.

Dabei ist mir ein Phänomen bei mir selber aufgefallen, dass mich schon seit Ewigkeiten verfolgt. Schlechter Start - Schlechtes Spiel. Dieses Prinzip ist mir schon damals bei EGO-Shootern aufgefallen und auch bei DOTA hatte ich dieses Problem: Wenn ich direkt schlecht gestartet bin, habe ich das restliche Spiel oft ordentlich versaut. Bei einem guten Start hingegen konnte ich mich oft mit sehr guten Spielern auch später messen. Dieser extreme Unterschied in meinem Spiel kann eigentlich kein Zufall, sondern muss reine Kopfsache sein. Beim Poker habe ich das Phänomen immer in Form von Moneychasing erlebt: Wenn ich weiss, ich bin hinten, dann möchte ich das Geld wieder reinholen und spiele danach anders... und zwar signifikant schlechter! Läuft die Session dagegen gut, treffe ich selten Entscheidungen, über die ich mich später ärgere. Ich würde mich gerne von solchen Gedankenwandlungen befreien und tatsächlich jede Hand im Vakuum betrachten können. Bis dahin wird es wohl ein weiter Weg.

Lustig wiederum ist, dass zwei Blogger, deren Blogs ich auch verfolge, in diesem Monat offensichtlich mit den gleichen Gedanken gespielt haben. Sehr interessant war dabei die Anregung von eroticjesus und anschließende Diskussion mit Krach-Bumm-Ente:
Games softer machen

Auch Witz17 hat in seinem Blog über Konzentration und Mindset geschrieben und dann ein passendes Motivational Video gefunden:
Ich mach dann mal nen Blog

Gestern habe ich übrigens meine erste Session in diesem Monat auf zu erwartende Art und Weise vollständig in den Sand gesetzt und bin gleich mal 4 Stacks runter auf 800 Hände. Da hoffe ich mal, dass ich bald über das eben gesagte hinaus bin :f_cool:

:spade: Sonstiges
Wie mit Sicherheit aufgefallen ist, bin ich in letzter Zeit nur noch selten am schreiben. Auf der Arbeit bin ich gerade in der Zusammenschreibphase meiner Doktorarbeit (mit begleitenden Laborversuchen), sodass ich die sonstig gern genutzte "Reaktionszeit" jetzt eher an Word sitze (heute Ausnahme :f_biggrin: ).
Zu Hause sammeln sich hingegen Serien, die ich mit meiner Freundin gucken möchte, mein Boulder&Mehr Sport-Plan nimmt auch einige Zeit in Anspruch und zu allem Überfluss habe ich neuerdings auch wieder Lust, mal ab und an ein kurzweiliges Spielchen zu spielen wie Team Fortress 2 oder DOTA2 (Umstellung von früherem DOTA notwendig). Ich gucke oft noch Poker-Videos und lese auch hier und da Blogs und Artikel, insgesamt kommt das Pokern aber zur Zeit etwas kürzer.
Es kann aber gut sein, dass sich das auch bald wieder ändert, vielleicht würde ein Upswing mir auch einen kleinen Motivationsschub liefern :f_biggrin:

P.S.: Ehrlich gemeinte Frage - ist hier eigentlich ein reiner NL10-SH-Zoom Spieler, der das Limit grundsolide schlägt? Würde mich gerne mal austauschen :f_grin:

:spade: Feedback
Vielen Vielen Dank an datawave, Chaloc und vor allem Skkola für die positiven Worte! :f_thumbsup:
Kann gar nicht beschreiben, wie freudig es ist, wenn man eine neue Antwort im Blog hat und dann einfach lobende Worte findet :f_love:


Antwort
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Skkola
Beigetreten: 16.02.2010

Mindset:

herrliches Thema, würde mich freuen wenn wir hier eine Diskussion zusammenbekommen. Ich denke mal, dass jeder Spieler davon betroffen ist. Auf jeden Fall jeder Spieler der noch auf den Micros hängt.
Die Diskussion in eroticjesus' Blog ist super interessant aber auf einem anderen Niveau und leider auch noch ohne "Lösung".
Dennoch greife ich hier mal das Wort "chasen" auf, also dem Jagen nach BE nach Verlusten innerhalb einer Session.
Das scheint ganz offensichtlich eines der Probleme zu sein, aber wie du sagst auch Varianz.

Erst mal zum chasen: Ich denke mal, dass man sich hier einen ganz einfach Stopper einbaut in dem man vor der Session die gewünschte Handzahl (bis zur ersten Pause) festlegt also einen kleinen Sessionplan. Man weiß ja so ungefähr wie viel man runterspielt und kann das ja einfach an die verfügbare Zeit anpassen. Ich hab das erst letzte Woche begonnen und bin recht zufrieden damit. In der Pause kann man sich wieder neu konzentrieren und kommt wahrscheinlich aus diesem "Chase-Modus" raus.
Da ich leider nicht wie du bei guten Sessions diese Form halte begünstigt das natürlich bei mir die Konzentration hochzuhalten.
Sicherlich nur eine von vielen Hilfsmitteln.

Varianz: Hier hab ich Fortschritte gemacht. Suckouts stecke ich mittlerweile gut weg aber das kam einfach durch die gespielten Hände/erste Erfahrung und durch immer wieder betrachten der Equity. Da du in diesem Thema aber schon viel weiter bist als ich hab ich da keinerlei Rat.

Tilt: Hier hab ich noch meine größten Probleme. Es entsteht bei mir ein sehr subtiler Tilt wenn ich mehrere Situationen kurz hintereinander schlecht spiele (in den eigenen Augen während der Session) unabhängig davon wie viel ich verliere. Mit Sicherheit aber verstärkt bei hohen Verlusten. Mutiere dann zu einer Art Callingstation :f_cool:
Meistens wird das erst durch mein Stop-Loss von 3 Stacks gebremst.

ps: Statt dem Video hast du nochmal den Blog verlinkt.
Feedback:
Würde wieder Graphen und Theorie trennen. Sofern man Mindset als Theorie betrachtet.
Und natürlich danke! :f_biggrin:


Antwort
Zitat
januslux88
Beigetreten: 13.06.2008

Hört sich für mich so an, als wäre dein subtiler Tilt der dich zur Callingstation macht eng verbunden mit deinen Gedanken zum Chasen. Verständlich für mich. Oft entsteht bei so einem Tilt der Gedanke, dass man ja verdient hätte auch zu sucken und sich mit dem Calls daher in die Lage setzen will.

Just my 2 Cents...vielleicht hilfts ja.


Antwort
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