Toppair - aber alles einfarbig...
Starke Hände werden häufig durch das Board und deren Entwicklung wertloser. In vielen Spots haben wir dieses Problem schon am Flop. Paradebeispiel dafür ist eine eigentlich starke Hand wie Toppair TopKicker auf einem einfarbigen Board. Wie weit darf man dort gehen - hat man überhaupt Valuebets? Oder sollte man von Beginn an auf pot control achten?
Vielen Dank an pokerbeginner94, der diese Hand im No-Limit-Handdiskussionen-Forum veröffentlicht hat (die Hand findet ihr hier)!
Die Hand:
Spoiler
PokerStars No-Limit Hold'em, $0.05 BB (8 Spieler) - PokerStars Converter Tool from http://de.flopturnriver.com
SB ($6.17)
Hero (BB) ($5)
UTG ($9.92)
UTG+1 ($5.46)
MP1 ($4.90)
MP2 ($5.16)
CO ($5)
Button ($4.65)
Preflop: Hero ist BB mit A♣, K♥
5 folds, Button raises to $0.15, 1 fold, Hero raises to $0.50, Button calls $0.35
Flop: ($1.02) A♦, Q♦, 6♦ (2 Spieler)
Hero bets $0.65, Button calls $0.65
Turn: ($2.32) 10:club: (2 Spieler)
Hero bets $1.15, Button calls $1.15
River: ($4.62) 3♦ (2 Spieler)
Hero checks, Button bets $2.35 (All-In), Hero folds
Farblich nicht wirklich passend!

Preflop die 3-bet mit AKo, am Flop das Toppair gehittet - ein guter Start. Bei genauerer Board-Betrachtung jedoch müssen wir die absolute Handstärke doch etwas herabstufen und uns gleichzeitig fragen: Sollten wir hier Flop und Turn for Value betten?
Ja!
Spoiler
Wir sollten betten, denn es gibt zahlreiche Hände die wir dominieren und gegen die wir Value liegen lassen. Dazu gehören beispielsweise diverse Ax-Kombos mit einem ♦. Auch andere Kombos mit einem ♦, möglicherweise KK/JJ/TT/Qx etc., sollen hier bezahlen und nicht die Freecard geschenkt bekommen.
Des Weiteren sind flopped Flushes nicht in großer Anzahl vorhanden. Durch die beiden A♦: und Q♦:-Karten auf dem Board fallen viele suited Braodway-Kombos aus Villains Range. Übrig bleiben ein paar kleinere suited Connectors, jedoch in einer überschauberen Anzahl.
Ein weiterer Aspekt: Häufig laufen hier auch zwei Hände ohne ♦ gegeneinander, schwache Ax-Kombos ohne Backdoordraw werden häufig genug callen, jedoch macht ein viertes ♦ auf dem Board die Action kaputt. Wir müssen also aus mehreren Gründen vor einem vierten ♦ "protecten", da es nicht nur die Handstärke gegen Draws, sondern auch das Payout gegen andere schwächere Hände kaputt machen kann.
Nein!
Spoiler
Reden wir doch mal über Grundsätze: Ist unsere Hand hier wirklich stark? Haben wir die Möglichkeit zwei oder gar drei Streets zu valuebetten? Wollen wir in diesem Spot Out of Position wirklich pot building anstatt pot control betreiben? Warum?
Klar kann man am Flop betten, aber schon am Turn kommen Fragezeichen auf. Haben wir hier wirkliche eine weitere Street Value? Was soll am River geschehen? Selbst bei einem blank River wird es kaum für eine 3rd Barrel for Value reichen. Warum dann also gleich ab Flop durchhämmern?
Pot control wäre hier durchaus angebracht. So viele Onecard-Draws hat Villain nicht, verhindern können wir ein viertes ♦ aber ohnehin nicht. Sollte es am Flop check/check gehen und der Turn blanken kann man immer noch gemütlich for Value betten. Was aber viel wichtiger ist: Man wird auch häufig genug etwas inducen, so dass man am Flop beruhigt c/callen kann.
Mit unserer marginalen Hand wäre ein vorsichtiges Play angebracht, welche man zumindest am Flop grob in die Kategorie "way ahead / way behind" packen kann. Kleiner Pot mit kleiner Hand sollte hier das Stichwort sein.
Wie schaut euer Gameplan aus?
Ich freue mich auf eine interessante Diskussion!
Euer MiiWiin
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