Ich bin da wirklich sehr gespalten, da ich zum einen die Interessen derjenigen vertrete, die Fußball im Stadion verfolgen und zum anderen auch die Interessen meines Vereins und deren Mitglieder.
Das ist ein Eiertanz. Ich hatte sehr gute Gespräche mit meiner Vereinsführung und man hat mir die Intention im Detail erläutert.
Man hat wohl aus dem zurückliegenden Prozess gelernt. Bei diesem Vorstoß wurden die Vereine vollumfänglich informiert.
Im Kern gehts um die Entwicklung der Geschäftsfelder Digitalisierung und Internationalisierung. Das ist ohne Kapital von außen nicht machbar und die Suche nach Geldgebern bis dahin ein ganz normaler Prozess in der Wirtschaft.
Es ist auch so, dass bei diesem neuen Anlauf klar umrissen ist, wieviel Geld für was genau beschafft werden soll.
Ohne Experte darin zu sein, halte ich es bis hierhin für unkritisch.
Alles deutlich harmloser als im Mai.
Für uns Fans, bzw. die Menschen, deren Interessen ich vertrete, stellen sich hier die Fragen, und das wäre auch meine Kritik:
Was soll ermöglicht werden und wie wird eine faire Mittelverteilung gewährleistet?
Und: Was, wenn es nicht so läuft, wie geplant, wie z.B. in Frankreich? Wie beständig sind dann noch die erwähnten "Roten Linien"?
Für einen Verein, der durchgehend zweite Liga und alle paar Jahre mal 1. Liga spielen darf, sehe ich die reale Gefahr, dass jetzt Zugeständnisse gemacht und auf aktuelle Gewinne zum Wohle der mittel- bis langfristigen Investition verzichtet wird, aber die Rendite aus dieser Investition womöglich nie bei so einem Verein ankommen wird.
Die Schere zwischen 1. und 2. Bundesliga wird so wohl weiter auseinandergehen. Zusätzlich geht auch die Schere innerhalb der Ligen auseinander (sofern der aktuelle Verteilerschlüssel nicht geändert wird).
Im Ergebnis haben Vereine wie meine SpVgg eventuell ein paar Euro mehr auf dem Konto, aber der Abstand zur Konkurrenz vergrößert sich trotzdem.
Außerdem noch ein kleines Gedanken- bzw. Rechenspiel: Trifft man die Annahme, dass die internationalen Erlöse stärker als die nationalen wachsen (die DFL macht das), dann bezahlen die Zweitligisten das Wachstum der Erstligisten und insbesondere der international aktiven Vereine überproportional mit.
Denn vereinfacht formuliert, zahlen alle Vereine den gleichen Provisionssatz an den Investor, aber es bekommen nicht alle Vereine den gleichen Prozentsatz der Erlöse.
Darüber muss man reden.