Original von brunsonsbro
Original von Kleeblatt1903
Da wird jetzt aber einiges zusammengeworfen und unnötig politisiert. Die Zitate von Aki sind zwar echt, aber das war damals billiger Populismus am Stammtisch. Von wegen "ohne Ball spielen" – das hat mit der Realität der Reform überhaupt nichts zu tun und das weiß er auch. Aber Leute wie brunsonsbro springen da drauf an und es kommt der politische Beißreflex.Aus einer sportlichen Reform eine Debatte über politische Ideologie und Home-Office zu machen, ist daher auch wieder so typisch.
Bei Funino und den kleineren Spielfeldern im Kinderfußball geht es nicht um Kuschelpädagogik. Ziel ist mehr Action, mehr Ballkontakte und mehr echte Spielpraxis für jedes Kind, statt dass sich die Mehrheit beim klassischen Sieben-gegen-Sieben die Beine in den Bauch steht. Das erhöht die Intensität.Das eigentliche Problem, das ich in meinem Ausgangspost beschrieben habe, ist die falsche Schwerpunktsetzung. Das Weichspülen und das Aussieben von physischen Typen –, fängt erst viel später an, ab der C-Jugend aufwärts in den Leistungszentren. Die Reform bei den Achtjährigen dafür verantwortlich zu machen, ist fachlich falsch. Diese politische Debatte lenkt nur von der eigentlichen Kernfrage ab, wie wir im späteren Jugendbereich wieder komplette Fußballer ausbilden.
Reformfussball ist auch schon der Unsinn an sich. Die müssen mehr spielen, mehr gewinnen, mehr verlieren. Dann zeigen sich diejenigen, die den Fussball lieben, sich dafür zerreißen und das Talent haben. Coachen kann unterstützen. Aber nur weil man irgendeine Ballkontaktquote künstlich hochpusht, werden die Spieler keine besseren Spieler, die am Ende was reißen. Für mich hört sich das schwer nach Fachidiotie an. Auch auf kleineren Feldern zu spielen ist nicht strittig. Aber auch nicht die Welt. Die Welt ist das Spiel.
Das Problem ist doch, dass die Jungs im alten System eben nicht mehr richtig gespielt haben. Wenn in der F-Jugend der physisch stärkste Junge den Ball nur lang nach vorne drischt, während der Rest kaum den Ball sieht, lernt niemand was.
Diese höhere Ballkontaktquote simuliert eigentlich nur unseren alten Bolzplatz oder Drei gegen Drei auf dem Garagenhof, ohne Taktik und ohne Trainer, der von außen reinbrüllt. Da konntest du dich nicht verstecken. Du musstest dich durchsetzen, um überhaupt mitzuspielen.
Die Reform im Kinderfußball holt genau diesen Straßenfußball zurück, weil sie das starre, viel zu frühe Vercoachen im Verein aufbricht.
Der wirkliche Fehler passiert erst später – und da bin ich schon wieder bei meinem ersten Post: Wenn die Jungs mit 13 oder 14 in die NLZs kommen, wird ihnen diese Bolzplatz-Mentalität durch eine Schablonen-Ausbildung wieder ausgetrieben.
Nicht die Reform bei den Minis ist das Problem, sondern das spätere System, das nur noch pflegeleichte Passmaschinen will und Typen mit Ecken und Kanten aussortiert.
Sehe ich doch Jahr für Jahr bei uns. Und aussortierte Spieler, die jetzt in der Bayernliga spielen, bestätigen mir das auch immer wieder persönlich.