Aus aktuellem Anlass mal wieder ein Update zu Behandlungsmöglichkeiten - Dr. Trump empfiehlt Chloroquine (Anti-Malaria) in Verbindung mit Azithromycin (Antibiotikum):
https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1241367239900778501
Die Studie, auf die er sich bezieht, ist diese hier:
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.16.20037135v1.full.pdf+html
Ich hatte ja vorher schon geschrieben, dass man sich Chloroquine-Studien sehr gut anschauen sollte, weil da Effekte aufs Immunsystem bei sein können, die nur zu bestimmten Zeitpunkten positiv und sonst vielleicht negativ wirken. 26 wurden behandelt, 16 waren Kontrolle. Wenn ich gerade nichts übersehen habe war keiner davon auf der Intensivstation. Erstes fettes Warnzeichen: Als Kontrolle dienten teilweise Patienten, die ein Ausschlusskriterium für die Behandlung erfüllten, hier kann also ein Bias zu schlechterer Gesundheit vorliegen. Auf der anderen Seite war die Kontrollgruppe jünger als die Behandlungsgruppe. Auch das vermeidet man in einer guten Studie, aber immerhin ist das eine Unregelmäßigkeit, die die Behandlung hier im Zweifel schlechter dastehen lässt.
Sehr gut sehen die Graphen aus, die zeigen wie viel schneller die Viruslast in der Behandlungsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe abfällt. Auch wenn es sich hier um wenige Patienten handelt ist dieser Effekt signifikant. ABER: 6 Patienten der Behandlungsgruppe fließen NICHT in diese Statistik mit ein. 3 mussten auf die Intensivstation, 1 starb, 2 wollten nicht mehr mitmachen. Die ersten 4 sind eine negative Entwicklung, die es in der Kontrollgruppe nicht gab.
Darum gilt nach wie vor: Chloroquine kann helfen, wir brauchen aber noch deutlich mehr Daten, um zu wissen wann es wie angewendet werden sollte - es kann hier nämlich auch 4 Menschen geschadet haben (auch das muss nicht sein, das muss man halt untersuchen).