Original von katharz
ich hab gefragt warum trotz weniger gesamt intensivpatienten, weniger Betten verfügbar sind. Das finde ich halt komisch, bzw meine einzige Erklärung wäre, dass sie Betten abgebaut haben.
liegt an den Schwankungen im Meldeverhalten
https://www.intensivregister.de/#/faq
Spoiler
Worauf ist bei der Interpretation und beim Vergleich von Zahlen zu achten?
Es gibt zwei wichtige Aspekte, die beim Vergleich von berichteten Zahlen im Intensivregister beachtet werden müssen:
das gewählte Zeitfenster und das unregelmäßige Meldeverhalten
1. Jeder Auswertung und Bericht von Zahlen liegt ein betrachtetes Zeitfenster zugrunde. Ausschließlich Meldungen, die in dem gewählten Zeitfenster (Bsp. 24 h, 2,5 Tage, etc.) abgegeben wurden, werden zur Berechnung berücksichtigt. Verschiedene Betrachtungs-Zeitfenster bedeuten jeweils eine andere Datengrundlage. Zahlenergebnisse aus unterschiedlichen Zeitfenstern sind folglich nicht direkt vergleichbar.
Siehe weiter “Welche Betrachtungs-Zeitfenster werden im Intensivregister bei der Darstellung der Daten verwendet?”
2. Das Meldeverhalten der verschiedenen Meldebereiche ist unregelmäßig. Nicht jeder Meldebereich meldet jeden Tag bzw. nicht zur gleichen Uhrzeit. Dies führt dazu, dass in unterschiedlichen (aber gleich langen) Zeitfenstern unterschiedliches Meldeverhalten zugrunde liegen kann. Die Zusammensetzung der meldenden Meldebereiche im Vergleich zu einem vorangegangenem oder folgendem Zeitfenster kann sich deutlich verändern. Eine Veränderung der Zusammensetzung der Meldenden bedeutet eine unterschiedliche Datengrundlage. Dies ist beim direkten Zahlenvergleich einzubeziehen.
Eine weiterführende Erläuterung erfolgt in “Welchen Einfluss hat das Meldeverhalten auf den zeitlichen Vergleich von Zahlen?"
Welchen Einfluss hat das Meldeverhalten auf den zeitlichen Vergleich von Zahlen?
Entsprechend der DIVI-Intensivregister-Verordnung wird eine tägliche Meldung erwartet. Ein gleichmäßiges “Meldeverhalten” ist allerdings nicht immer gegeben, nicht alle Meldebereiche melden immer regelmäßig täglich und natürlich nicht immer zwingend zur selben Uhrzeit. Darauf muss beim Vergleich von Zahlen geachtet werden, denn unterschiedliche Anzahl und Zusammensetzung von Meldebereichen können in der jeweiligen Betrachtung zugrunde liegen.
In einem bestimmten Betrachtungszeitfenster kann sich die Zusammensetzung der meldenden Krankenhaus-Standorte bzw. Meldebereiche im Vergleich zu einem vorangegangenen oder folgenden Zeitfenster deutlich verändern.
Diese Veränderung der Meldebereichs-Zusammensetzung ist beim Vergleich jeglicher aggregierter Zahlen, wie COVID-19 Fallzahlen und Anzahlen Intensivbetten, zwischen einzelnen Tagen / Zeitfenstern unbedingt zu berücksichtigen. Dies gilt auch für jegliche mehrtägige Zeitverlaufs-Auswertungen der Zahlen.
Beispiel:
Ein betrachtetes Zeitfenster entspricht z.B. 24 h eines Tages. Es werden Zahlen des letzten Dienstags mit denen des letzten Montags verglichen. Dienstag haben 110 Meldebereiche gemeldet, Montag nur 100. Davon haben jeweils 90 Meldebereiche an beiden Tagen gemeldet. Die tagesaktuellen COVID-19 Fallzahlen werden jeweils auf 110 Meldungen bzw. basierend auf 100 Meldungen durch Summe berechnet. Der Unterschied in den COVID-19 Fallzahlen Dienstag versus Montag kann also zum einen durch einen Anstieg/Abfall an COVID-19 Behandelten entstehen und/oder durch die veränderte Anzahl und Zusammensetzung der Meldenden.
Eine verpasste Meldung von z.B. nur einzelnen großen Häusern kann hier schnell zu einem “Knick” in der tagesaktuellen Anzeige an COVID-19 Fällen und allen anderen Zahlen führen.
Um das schwankende Meldeverhalten etwas auszugleichen, wird ein Betrachtungs-Zeitfenster von 7 Tagen in den meisten Darstellungen angewendet. Damit werden für einen Betrachtungstag die aktuellsten Meldungen des Tages einbezogen, sowie auch aktuellste Meldungen von Meldebereichen, die zwar NICHT am Betrachtungstag gemeldet haben aber zuletzt am Vortag (oder am Vor-Vortag, etc., maximal vor 7 Tagen).