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domano
Beigetreten: 04.08.2006

Generell kann man sagen, dass sich die Zahlen recht gut entwickeln. R konstant unter 0,9. Inzidenz unter 100 (hat kaum ein europäisches Land) auch Belegung auf den Intensivstationen ist Rückläufig peak war 5,7k nun sind wir bei 4,5k. Bitter ist vor allem, dass die Todeszahlen nach wie vor sehr hoch sind, hoffe da kommt bald der Impfeffekt.

Leider bedeuten die guten Zahlen nicht, dass wir bald lockern können, der Winter hat gezeigt, dass es alle Länder die lockern (z.B. UK, Irland) danach noch härter trifft als zuvor und die Inzidenz extrem schnell in die höhe schießt. (haben wir im Oktober ja auch gesehen)

Hoffe, dass wir mit niedriger Inzidenz im Frühjahr dann gut über die Runden kommen.


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Moderator
krong
Beigetreten: 26.12.2005

Als die Infektionszahlen im Oktober stark angestiegen sind, zogen die Todesfälle erst einige Wochen später nach. Ist ja auch logisch, viele Patienten hängen erst mal ein paar Tage/Wochen an den Geräten, bevor sie sterben.
Das entspannt sich hoffentlich in den nächsten Tagen/Wochen.
Imo sind wir jetzt erst mal aus dem Gröbsten raus. Das Gesundheitssystem wurde wieder nicht überlastet (war bei dieser Welle aber je nach Region kurz davor), nur sollte man jetzt nicht den Fehler machen, den viele andere gemacht haben und jetzt wieder alles sofort zu lockern. Die Zahlen gehen viel schneller wieder rauf, als wir sie jetzt runterbekommen haben.
Man hört mit dem Feuerlöschen ja auch erst auf, wenn das Feuer aus ist und nicht wenn man es unter Kontrolle hat...


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BillyTheChip
Beigetreten: 02.08.2006

Nur dass es so ist, dass während man das eine Feuer löscht (Corona), ein anderes Feuer immer höhere Flammen schlägt (Wirtschaft).


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hschuster
Beigetreten: 26.09.2014

Original von BillyTheChip
Nur dass es so ist, dass während man das eine Feuer löscht (Corona), ein anderes Feuer immer höhere Flammen schlägt (Wirtschaft).

Und muss dann ein dritter härterer Lockdown gemacht werden, schießen wir die Wirtschaft endgültig ab in der Hinsicht. Das Ziel muss es jetzt sein, so schnell es geht die risikoreichere Bevölkerung und die Personen, welche den größtmöglichen Kontakt haben zu impfen, damit dann die Wirtschaft, als auch Andere Aktivitäten Stück für Stück wieder hochgefahren werden können.


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Zitat
topspit
Beigetreten: 07.02.2008

Original von krong
Als die Infektionszahlen im Oktober stark angestiegen sind, zogen die Todesfälle erst einige Wochen später nach. Ist ja auch logisch, viele Patienten hängen erst mal ein paar Tage/Wochen an den Geräten, bevor sie sterben.
Das entspannt sich hoffentlich in den nächsten Tagen/Wochen.
Imo sind wir jetzt erst mal aus dem Gröbsten raus. Das Gesundheitssystem wurde wieder nicht überlastet (war bei dieser Welle aber je nach Region kurz davor), nur sollte man jetzt nicht den Fehler machen, den viele andere gemacht haben und jetzt wieder alles sofort zu lockern. Die Zahlen gehen viel schneller wieder rauf, als wir sie jetzt runterbekommen haben.
Man hört mit dem Feuerlöschen ja auch erst auf, wenn das Feuer aus ist und nicht wenn man es unter Kontrolle hat...

Kommt ganz auf die Definition von "überlastet" an. Kollege von mir arbeitet als Arzt in ner Klinik und schiebt da teilweise 70h Wochen. Fand er gar nicht so geil, obwohl viele nicht lebensnotwendigen OPs abgesagt wurden.

Weiß nicht ob man das jetzt so einen riesen Erfolg ist den man feiern sollte.


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Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010

Die Wirtschaft hat doch bisher kaum gelitten?

Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Januar um fast 200 000 auf 2,9 Millionen zu. Das lag aber weniger am neuen Corona-Lockdown als am Winter. Wenn es kalt wird und etwa Baustellen ruhen, gibt es jedes Jahr mehr Stellensucher. Rechnet man diese Saisoneffekte heraus, sank die Arbeitslosenzahl im Januar sogar.

Allerdings ist es fast ein Erfolg, dass die Wirtschaft im letzten Quartal vergangenen Jahres nicht schrumpfte: Damit hatten nämlich viele Experten gerechnet. In den ersten drei Monaten 2021 dürfte die Wirtschaft wegen des Lockdowns auch stagnieren oder leicht schrumpfen - allerdings eben nicht so abstürzen wie im Frühjahr 2020.

"Sofern die Impfungen wie geplant laufen und Einschränkungen zurückgenommen werden können, dürfen wir mit einem sehr robusten globalen Wachstum ab dem zweiten Quartal und einer Rückkehr der Weltwirtschaft auf ihr Vorkrisenniveau bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres rechnen."

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lockdown-arbeitsmarkt-deutschland-1.5189653

Einschränkungen spielen sich vorwiegend im Privaten ab und eben nicht in der Wirtschaft.


Antwort
Zitat
BillyTheChip
Beigetreten: 02.08.2006

Original von topspit

Original von krong
Als die Infektionszahlen im Oktober stark angestiegen sind, zogen die Todesfälle erst einige Wochen später nach. Ist ja auch logisch, viele Patienten hängen erst mal ein paar Tage/Wochen an den Geräten, bevor sie sterben.
Das entspannt sich hoffentlich in den nächsten Tagen/Wochen.
Imo sind wir jetzt erst mal aus dem Gröbsten raus. Das Gesundheitssystem wurde wieder nicht überlastet (war bei dieser Welle aber je nach Region kurz davor), nur sollte man jetzt nicht den Fehler machen, den viele andere gemacht haben und jetzt wieder alles sofort zu lockern. Die Zahlen gehen viel schneller wieder rauf, als wir sie jetzt runterbekommen haben.
Man hört mit dem Feuerlöschen ja auch erst auf, wenn das Feuer aus ist und nicht wenn man es unter Kontrolle hat...

Kommt ganz auf die Definition von "überlastet" an. Kollege von mir arbeitet als Arzt in ner Klinik und schiebt da teilweise 70h Wochen. Fand er gar nicht so geil, obwohl viele nicht lebensnotwendigen OPs abgesagt wurden.

Weiß nicht ob man das jetzt so einen riesen Erfolg ist den man feiern sollte.

Freundin eines Kollegen arbeitet auf Covid Station. Die machen da seit ein paar Wochen Videoabende, weil so wenig zu tun ist. Paar quicklebendige 65+ sind da, die nicht viel Arbeit machen. PS: Lebe in einem Gebiet mit den höchsten Fallzahlen


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Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006

Freundin einer Freundin von mir arbeitet im Labor die bla bla.
Ich finde solche "Hören/Sagen" Geschichten kann man sich sparen weil die gar nicht überprüft werden können und man nie weiß wer sich Geschichten ausdenkt um damit seine persönliche Meinung zu stützen und wer eben die Wahrheit sagt.

Original von AyCaramba44
Die Wirtschaft hat doch bisher kaum gelitten?

Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Januar um fast 200 000 auf 2,9 Millionen zu. Das lag aber weniger am neuen Corona-Lockdown als am Winter. Wenn es kalt wird und etwa Baustellen ruhen, gibt es jedes Jahr mehr Stellensucher. Rechnet man diese Saisoneffekte heraus, sank die Arbeitslosenzahl im Januar sogar.

Allerdings ist es fast ein Erfolg, dass die Wirtschaft im letzten Quartal vergangenen Jahres nicht schrumpfte: Damit hatten nämlich viele Experten gerechnet. In den ersten drei Monaten 2021 dürfte die Wirtschaft wegen des Lockdowns auch stagnieren oder leicht schrumpfen - allerdings eben nicht so abstürzen wie im Frühjahr 2020.

"Sofern die Impfungen wie geplant laufen und Einschränkungen zurückgenommen werden können, dürfen wir mit einem sehr robusten globalen Wachstum ab dem zweiten Quartal und einer Rückkehr der Weltwirtschaft auf ihr Vorkrisenniveau bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres rechnen."

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lockdown-arbeitsmarkt-deutschland-1.5189653

Einschränkungen spielen sich vorwiegend im Privaten ab und eben nicht in der Wirtschaft.

Ich glaube die Menschen verwechseln Friseure, Kunst und Restaurants mit der Wirtschaft. Deutschland war nach April wieder extrem wirtschaftshörig mit ihren Maßnahmen.


Antwort
Zitat
BillyTheChip
Beigetreten: 02.08.2006

Original von Paxis
Freundin einer Freundin von mir arbeitet im Labor die bla bla.
Ich finde solche "Hören/Sagen" Geschichten kann man sich sparen weil die gar nicht überprüft werden können und man nie weiß wer sich Geschichten ausdenkt um damit seine persönliche Meinung zu stützen und wer eben die Wahrheit sagt.

Also wenn du abends in den Nachrichten volle Covid Stationen siehst und Leute mit Schläuchen im Körper, dann sagst du auch, dass man das ja nicht glauben soll, weil man kann es ja nicht überprüfen, hat es nicht mit eigenen Augen gesehen, war ja nicht selbst dabei? Ich hoffe, du merkst selbst, dass du mit dieser dünnen Argumentation gar nichts mehr glauben darfst. Interessant auch, dass du deine Aussage nicht auch auf den Post über meinem beziehst.


Antwort
Zitat
BillyTheChip
Beigetreten: 02.08.2006

Original von Paxis
Ich glaube die Menschen verwechseln Friseure, Kunst und Restaurants mit der Wirtschaft. Deutschland war nach April wieder extrem wirtschaftshörig mit ihren Maßnahmen.

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 5,0 % gesunken

Und das trotz massiver Neuverschuldung.... Ich arbeite selbst in einer Branche, die durch Corona 50% Umsatzeinbußen 2020 hatte (kein Friseur, Kunst, Restaurant). Blick mal über deinen Tellerrand hinaus...


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Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006

Mein Beitrag bezieht sich auf deinen und auf den darüber. Warum auch nicht? Ist doch allgemein gehalten. Ich kenne eben wirklich eine die im Labor in Chemnitz arbeitet und dort mit den Covid Test zu tun hat. Da habe ich schon einiges seit Start letztem Jahr erfahren. Trotzdem habe ich davon hier nichts geteilt weil nicht verifizierbar.
Habe auch gehört, dass in meiner Stadt das Krankenhaus an einem Wochenende alle neuen Intensivpatienten zu anderen Krankenhäusern umleiten musste weil die voll waren. Habe ich hier auch nicht geteilt, weil ich dazu keine Quelle angeben konnte und es nicht nachprüfbar war.

Medien sollten eine gewisse Vertrauensbasis besitzen. Sonst muss man eben an eine Verschwörung und manipulierte Medien glauben. Außerdem kann man die Dinge die die Medien teilen oft online nachrecherchieren. Natürlich geht dies nicht bei allem.
Sollte obv sein, dass es nicht in jedem Krankenhaus oder Covid Station gleich aussieht.

Und nein finde meine Argumentation nicht dünn. Weil sie ja stimmt. Wenn für dich die logische Konsequenz ist auch nichts mehr aus den Medien zu glauben was du nicht persönlich nachprüfen kannst, dann go for it. Wenn ich skeptisch gegenüber Medienaussagen bin und mich das interessiert versuche ich es eben online nachzuprüfen.

Edit:
Ja mir ist schon klar, dass die Wirtschaft nicht schadfrei aus einer Krise hervorgeht. Das habe ich auch nie behauptet. Keine Ahnung von welchem Tellerrand du da sprichst.


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Zitat
Carty
Beigetreten: 17.05.2006

Original von Paxis
Medien sollten eine gewisse Vertrauensbasis besitzen. Sonst muss man eben an eine Verschwörung und manipulierte Medien glauben. Außerdem kann man die Dinge die die Medien teilen oft online nachrecherchieren. Natürlich geht dies nicht bei allem.

Medien suchen sich reißerische Bilder....sollte lange klar seien, und dabei ist es egal ob es ein öffentlich-rechtliches Medium ist oder ein privates... :f_rolleyes:


Antwort
Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006

Mich nervt die Clickbait Mentalität der Medien ebenfalls sehr. Da gebe ich dir Recht.


Antwort
Zitat
domano
Beigetreten: 04.08.2006

Original von Carty

Original von Paxis
Medien sollten eine gewisse Vertrauensbasis besitzen. Sonst muss man eben an eine Verschwörung und manipulierte Medien glauben. Außerdem kann man die Dinge die die Medien teilen oft online nachrecherchieren. Natürlich geht dies nicht bei allem.

Medien suchen sich reißerische Bilder....sollte lange klar seien, und dabei ist es egal ob es ein öffentlich-rechtliches Medium ist oder ein privates... :f_rolleyes:
jo man sollte bei medien auf keinen fall differenzieren. bild, breitbart, faz, süddeutsche, spiegel, ard, irgendwelche youtube heinis alles das gleiche.


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weissnich
Beigetreten: 28.01.2008

also es ist durchaus vorstellbar das in irgendeiner covidstation mal gerade weniger los ist.. es wird ja immer nur die reine fallzahl betrachtet.. es ist aber ein unterschied ob corona durch eine schule mit 1000 schülern kreist oder durch ein altenheim mit 1000 bewohnern.. im ersten fall hat man bei 500infizierten eben deutlich weniger arbeit als im zweiten..

meine freundin ist ja ärztin (zum glück nicht auf ner covid station) aber sie berichtet das die lage durchaus hart ist in ihrem haus.. schlägt halt auch auf ihre station durch, weil personal umvereilt wurde..

das das rki son bischen panik schürt ist klar.. wenn die zahlen sich entspannen beginnen ja die ersten wieder ihren osterurlaub zu planen und bescheurte dinge zu machen.. ne welle 3 will halt niemand bzw ein wieder auftürmen von welle 2..


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stakee88
Beigetreten: 22.11.2019

Alterspräsident des Bundestags Solms (FDP, 80 Jahre) wurde auch noch nicht geimpft und kritisiert die Verantwortungslosigkeit der Regierung:

Man muss mit aller Ernsthaftigkeit sagen: Es geht hier um Leben und Tod. Das ist kein Spiel. Es sterben laufend Leute, die hätten geschützt werden können. Das ist eine Kernverantwortung der Bundesregierung und dabei hat sie versagt.

Die Verantwortlichen haben sich auf dem relativen Erfolg des Frühjahrs im vergangenen Jahr ausgeruht. Deshalb war man auf die zweite Welle nicht vorbereitet.

Keiner fühlte sich zuständig. Das ist eine typische Antwort in einem Verwaltungs- und Beamtenstaat, wo die Verantwortung immer weitergeschoben wird.

Es hätten bis jetzt sicher ein bis zwei Millionen Deutsche mehr geimpft sein können. Sie können sich ausrechnen, wie viele davon aufgrund der Nachlässigkeit der Bundesregierung mittlerweile gestorben sind. Ich meine: Der erste Impfstoff der Welt gegen Corona wird in Deutschland entwickelt und produziert, aber die Regierung lässt diese Chance verstreichen. Wir hätten ab Anfang Dezember impfen können.

Ich sehe darin ein eklatantes Fehlverhalten der Bundesregierung. Sie hat sich von Anfang an darauf eingelassen, dass Europa sich darum kümmert und den Impfstoff kauft. Europa hat aber zu spät gehandelt. Die Amerikaner haben auch am Anfang deutlich mehr Geld eingesetzt als Europa, das mehr Einwohner hat. Da wissen Sie doch, wo der Impfstoff hingeht. In dem Moment hätte der Bundesgesundheitsminister unverzüglich - über die europäischen Kapazitäten hinaus - mehr für Deutschland einkaufen müssen. Das hat er versäumt.

https://www.n-tv.de/politik/Es-geht-hier-um-Leben-und-Tod--article22325873.html


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shaddiii
Beigetreten: 05.04.2009

Solche Postings wie das von BillyTheChip sind halt genau der Gegenpol zum "Panik schüren". Das klingt wie so ein Stammtischgespräch, wo dann alle der festen Ansicht sind, dass in den Krankenhäusern nichts los ist und alle Däumchen drehen. Es ist natürlich jedem selber überlassen wie er oder sie sich informiert. BILD auf der einen und Stammtisch auf der anderen Seite sind objektiv gesehen trotzdem keine guten Informationsquellen.


Antwort
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OnkelHotte
Beigetreten: 16.01.2005

Original von stakee88
Alterspräsident des Bundestags Solms (FDP, 80 Jahre) wurde auch noch nicht geimpft und kritisiert die Verantwortungslosigkeit der Regierung:

Spoiler

Man muss mit aller Ernsthaftigkeit sagen: Es geht hier um Leben und Tod. Das ist kein Spiel. Es sterben laufend Leute, die hätten geschützt werden können. Das ist eine Kernverantwortung der Bundesregierung und dabei hat sie versagt.

Die Verantwortlichen haben sich auf dem relativen Erfolg des Frühjahrs im vergangenen Jahr ausgeruht. Deshalb war man auf die zweite Welle nicht vorbereitet.

Keiner fühlte sich zuständig. Das ist eine typische Antwort in einem Verwaltungs- und Beamtenstaat, wo die Verantwortung immer weitergeschoben wird.

Es hätten bis jetzt sicher ein bis zwei Millionen Deutsche mehr geimpft sein können. Sie können sich ausrechnen, wie viele davon aufgrund der Nachlässigkeit der Bundesregierung mittlerweile gestorben sind. Ich meine: Der erste Impfstoff der Welt gegen Corona wird in Deutschland entwickelt und produziert, aber die Regierung lässt diese Chance verstreichen. Wir hätten ab Anfang Dezember impfen können.

Ich sehe darin ein eklatantes Fehlverhalten der Bundesregierung. Sie hat sich von Anfang an darauf eingelassen, dass Europa sich darum kümmert und den Impfstoff kauft. Europa hat aber zu spät gehandelt. Die Amerikaner haben auch am Anfang deutlich mehr Geld eingesetzt als Europa, das mehr Einwohner hat. Da wissen Sie doch, wo der Impfstoff hingeht. In dem Moment hätte der Bundesgesundheitsminister unverzüglich - über die europäischen Kapazitäten hinaus - mehr für Deutschland einkaufen müssen. Das hat er versäumt.

https://www.n-tv.de/politik/Es-geht-hier-um-Leben-und-Tod--article22325873.html/blockquote >

Einfach so fucking true. Wurde hier ja schon alles gesagt, aber wird von nahezu höchster Stelle 1:1 bestätigt. Das Ausmaß der Fahrlässigkeit und Versagens überschreitet das Vorstellbare.
Wie will man den beteiligten Clowns auch nur bei irgendeinem Thema jemals wieder Vertrauen schenken?


Antwort
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camaro3377
Beigetreten: 11.03.2007

Guter Beitrag vom Feldenkirchen zum Thema Impfversagen der EU.
Natürlich ein Treppenwitz der Geschichte, dass er jetzt genau das kritisiert, was er davor bei auch berechtigter Kritik an der EU, wie bei Eurobonds und Migrationspolitik, genau so selbst gemacht hat.

Eines muss man der Europäischen Union lassen: In der Pandemie hat sie wirklich alles gegeben, um die Ressentiments ihrer vielen Kritiker zu bestätigen, ach was, sie zu übertreffen. Wie in Brüssel die (Nicht-)Beschaffung des Impfstoffs organisiert wurde, wird in die Geschichte der Gemeinschaft eingehen. Als Tiefpunkt.
...
Der Bundesgesundheitsminister und die Bundeskanzlerin sind übrigens die Letzten, die mit dem Finger auf Brüssel zeigen sollten. Welches Land hatte in jenem Halbjahr, in dem alles vermurkst wurde, die EU-Ratspräsidentschaft inne? Genau.

In den USA sollen bis Ende März rund 220 Millionen Dosen der beiden Top-Covid-19-Vakzinen ausgeliefert sein. In der EU weit weniger als ein Viertel davon. Dabei leben in der EU viel mehr Menschen. Washington hat im vergangenen Sommer zehn Milliarden Dollar für den Kauf von Impfstoffen auf den Tisch gelegt. Und: Die USA haben viele Monate vor der EU ihre Verträge mit den Herstellern abgeschlossen: mit AstraZeneca im Mai, mit Biontech/Pfizer und Moderna im Juli. Die EU kam mit AstraZeneca im August überein, mit Biontech im November, mit Moderna erst im Dezember. Und sie bestellte viel geringere Mengen.

Wie kann man in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg die Beschaffung des zentralen Hilfsmittels so verschnarcht angehen, als handelte es sich um den Sommerschlussverkauf, um eine Schnäppchenjagd aus Jux und Tollerei? Warum hat niemand gesagt: »Lasst uns diesmal ganz groß denken – und handeln«? Das weiß bestenfalls der Geier.
...

Mit dem Geld, das beim geizigen Einkauf gespart wurde, lassen sich in Deutschland vielleicht ein bis zwei Wochen Shutdown finanzieren. Und für jede gesparte Handvoll Euro sterben dieser Tage Menschen. Zur Abmilderung der Pandemiefolgen stellt die EU übrigens 750 Milliarden Euro bereit. Für deren Ende durch Impfen knapp drei Milliarden. Ernsthaft vermitteln lässt sich das nicht.

Hätte man jedem Hersteller, selbst den späteren Nieten, früh Vertragssicherheit und großzügige Unterstützung beim Aufbau von Produktionsstätten angeboten, könnte man jetzt auf Hochtouren impfen. Die auch von Gesundheitsminister Jens Spahn gern gemachte Behauptung, der Zeitpunkt der Bestellung habe keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Lieferung gehabt, ist ein schlechter Versuch, die eigenen Versäumnisse zu verharmlosen. Selten war ein Untersuchungsausschuss angebrachter als zu dieser Frage.
...

Doch statt sich bei den 448 Millionen Bürgern der Europäischen Union zu entschuldigen, dominiert in Brüssel wie in Berlin der Korpsgeist. Die Schuld wird den Herstellern zugewiesen. Berechtigte Unzufriedenheit wird als antieuropäische Stimmungsmache abgetan. Wer sich beklagt, wird als Impfnationalist verunglimpft – auch wenn er nur das Beste für ganz Europa will. Die EU hat offenbar längst Herdenimmunität erreicht. Leider nur gegen Kritik.


Antwort
Zitat
Quentin73
Beigetreten: 23.09.2005

Original von OnkelHotte

Original von stakee88
Alterspräsident des Bundestags Solms (FDP, 80 Jahre) wurde auch noch nicht geimpft und kritisiert die Verantwortungslosigkeit der Regierung:

Spoiler

Man muss mit aller Ernsthaftigkeit sagen: Es geht hier um Leben und Tod. Das ist kein Spiel. Es sterben laufend Leute, die hätten geschützt werden können. Das ist eine Kernverantwortung der Bundesregierung und dabei hat sie versagt.

Die Verantwortlichen haben sich auf dem relativen Erfolg des Frühjahrs im vergangenen Jahr ausgeruht. Deshalb war man auf die zweite Welle nicht vorbereitet.

Keiner fühlte sich zuständig. Das ist eine typische Antwort in einem Verwaltungs- und Beamtenstaat, wo die Verantwortung immer weitergeschoben wird.

Es hätten bis jetzt sicher ein bis zwei Millionen Deutsche mehr geimpft sein können. Sie können sich ausrechnen, wie viele davon aufgrund der Nachlässigkeit der Bundesregierung mittlerweile gestorben sind. Ich meine: Der erste Impfstoff der Welt gegen Corona wird in Deutschland entwickelt und produziert, aber die Regierung lässt diese Chance verstreichen. Wir hätten ab Anfang Dezember impfen können.

Ich sehe darin ein eklatantes Fehlverhalten der Bundesregierung. Sie hat sich von Anfang an darauf eingelassen, dass Europa sich darum kümmert und den Impfstoff kauft. Europa hat aber zu spät gehandelt. Die Amerikaner haben auch am Anfang deutlich mehr Geld eingesetzt als Europa, das mehr Einwohner hat. Da wissen Sie doch, wo der Impfstoff hingeht. In dem Moment hätte der Bundesgesundheitsminister unverzüglich - über die europäischen Kapazitäten hinaus - mehr für Deutschland einkaufen müssen. Das hat er versäumt.

https://www.n-tv.de/politik/Es-geht-hier-um-Leben-und-Tod--article22325873.html/blockquote >

Einfach so fucking true. Wurde hier ja schon alles gesagt, aber wird von nahezu höchster Stelle 1:1 bestätigt. Das Ausmaß der Fahrlässigkeit und Versagens überschreitet das Vorstellbare.
Wie will man den beteiligten Clowns auch nur bei irgendeinem Thema jemals wieder Vertrauen schenken?

dem kann ich nur zustimmen.

der Impftermin für meine Mutter und ihren Freund (80+) wurde auch verschoben und ich als risikopatient kann mich nicht mal registrieren lassen für nen Termin.

einfach nur unglaublich dieses Versagen auf ganzer linie.


Antwort
Zitat