Bin ich eigentlich der Einzige, der vom Singleplayer zwar nicht maßlos aber doch ziemlich enttäuscht ist? Die ersten Missionen waren ja noch ganz unterhaltsam gemacht, doch nach knapp 10h ist's für mich persönlich in völlige Langeweile abgedriftet.
Spoiler
-> Die Switches zwischen den Charakteren sind völlig aufgesetzt. Ist ganz nett gemacht, dass ein Charakter gerade irgendwelchem Zeug nachgeht, wenn man zu ihm switcht, jedoch hat's einfach keinen wirklichen Einfluss. Manche Storymissionen sind halt einfach nur von einem bestimmten Charakter annehmbar und wenn man mal alle aktuellen Missionen abgegrast hat, muss man zwangsweise wechseln.
-> Missionen sind stellenweise unlogisch, bzw. die Story passt nicht zur Spielmechanik. Ein Drogendeal geht schief und man schnappt sich zur Flucht einen nervig lenkenden Jetski, dessen man sich aber mangels Fluchtmöglichkeiten auf dem offenen Wasser zur nächstbesten Möglichkeit direkt wieder entledigt um an Land in ein, zwei Minuten seine Sterne loszuwerden.
-> Alte GTA Krux: Missionen sind überwiegend totlangweilig. Fahr Neger X zu Punkt Y, Cutscene, fahr zurück -> Mission Ende.
-> Muss fairerweise sagen, dass ich bisher nur den ersten Heist und da obv auch nur eine Variante spielte. Nur habe ich da die zwei uninspirierten Missionen, wo man zwei Sachen besorgt und zwei Komplizen aussucht, nun nicht als das Nonplusultra an spielerischer Freiheit wahrgenommen.
-> Hat nichts mit dem Gameplay an sich zu tun und misst sich in erster Linie an GTA 4, stößt mir aber trotzdem sehr sauer auf: in meinen Augen sind die Charaktere vollkommen farblos und austauschbar. Jeder hat eine rudimentäre Hintergrundgeschichte, die die Handlung legitimiert und die einzigen erkennbaren Charakterzüge sind die, dass einer konstant ausrastet, einer wegen seiner Familie etwas weniger oft ausrastet und dem Dritten, außer zu betonen, dass er gern Paper machen und aus dem Ghetto rauskommen würde, scheinbar alles vollkommen egal ist. Der gesellschaftskritische Ton aus GTA 4 fehlt auch völlig und beschränkt sich auf "lolooololo, die/das Firma/Handy ist ja so ähnlich wie Facebook/Apple/iPhone, lolololololollool.".
Die Open World mit ihren Möglichkeiten ist natürlich bemerkenswert, nur leider mit Sachen vollgestopft, dessen Entwicklungsressourcen man lieber in das Gameplay an sich investiert hätte. An der Grafik und der Inszenierung (zumindest zu Beginn des Spiels) gibt es im Kontext der frei begehbaren Open World kaum was auszusetzen, nur denke ich, dass genau das zusammen mit dem Namen die ausschlaggebenden Punkte für die Wertungen von GTA 5 waren.