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Sucht und Langeweil...
 
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Sucht und Langeweile

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BradNitt
Joined: 22.07.2011

fand die seite rebuy.de auch noch sehr gut zum bücher kaufen. ist zwar gebraucht aber alles in solider qualität und die preise sind mit die niedrigsten im internet.
sind sogar recht regelmässig welche dabei, die neu oder fast neu sind, oder noch sehr gut aussehen, was man sich dann auch ins regal stellen könnte. und gibt auch noch ab und zu 10-20% discount on top oder versandfrei, so dass man fast so 10+ bücher für 25 mindestbestellwert bekommt. hab aber mittlerweile einige kisten voll und bestell erstmal nichts mehr.^^

der spieler hab ich leider grad verliehen, sonst hätt ich es dir schicken können. war auch zb mit sehr nicen hardcover.

Spoiler


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AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Achja stimmt, rebuy hatte ich gar nicht mehr dran gedacht. Hab da früher ab und an mal alte Konsolengames geholt, waren ab und zu sehr gute Angebote dabei. Danke für den Tipp! Und das Hardcover sieht wirklich richtig gut aus _thumbsup:


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Mooharius
Joined: 10.01.2007

Ich kann auch noch Medimops empfehlen, ist im Prinzip das Gleiche wie Rebuy, nur das man da ausschließlich Bücher und Kleidung findet.


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baracoa
Joined: 03.07.2006

Buecherei waere vielleicht auch noch eine Option?

Und weil die hier glaub ich noch nicht genannt wurden: So ein paar der lateinamerikanischen Groessen wie Isabel Allende, Gabriel Garcia Marquez und Mario Vargas Llosa koennte ich noch empfehlen. Sind meiner Meinung allesamt seht talentierte Geschichtenerzaehler und haben durch Suedamerika als Schauplatz noch mal eine ganz eigene Note :)

T.C.Boyle finde ich auch herausragend - mein absoluter Liebling: Wassermusik


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deadlifter1
Joined: 16.08.2022

Original von baracoa
Buecherei waere vielleicht auch noch eine Option?

Und weil die hier glaub ich noch nicht genannt wurden: So ein paar der lateinamerikanischen Groessen wie Isabel Allende, Gabriel Garcia Marquez und Mario Vargas Llosa koennte ich noch empfehlen. Sind meiner Meinung allesamt seht talentierte Geschichtenerzaehler und haben durch Suedamerika als Schauplatz noch mal eine ganz eigene Note :)

T.C.Boyle finde ich auch herausragend - mein absoluter Liebling: Wassermusik

Mit lateinamerikanischen Schriftstellern kann ich mich nur anschließen- durch meine Frau habe ich Miguel Angel Asturias "kennengelernt"- man besten auf spanisch wenn man es versteht- "hombres de maiz" kann ich empfehlen..........


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Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Original von deadlifter1

Original von baracoa
Buecherei waere vielleicht auch noch eine Option?

Und weil die hier glaub ich noch nicht genannt wurden: So ein paar der lateinamerikanischen Groessen wie Isabel Allende, Gabriel Garcia Marquez und Mario Vargas Llosa koennte ich noch empfehlen. Sind meiner Meinung allesamt seht talentierte Geschichtenerzaehler und haben durch Suedamerika als Schauplatz noch mal eine ganz eigene Note :)

T.C.Boyle finde ich auch herausragend - mein absoluter Liebling: Wassermusik

Mit lateinamerikanischen Schriftstellern kann ich mich nur anschließen- durch meine Frau habe ich Miguel Angel Asturias "kennengelernt"- man besten auf spanisch wenn man es versteht- "hombres de maiz" kann ich empfehlen..........

Klingt sehr spannend, kann mir vorstellen dass sich der Schauplatz Südamerika wirklich hervorragend anbietet um spannende Geschichten zu erzählen. Hab's mir mal noch mit notiert, danke euch Jungs!_drink:

Aktuell passiert nicht viel, grinde etwas mehr, dafür rückt Theory etwas in den Hintergrund. Aktuell ist der Pool recht dry und gefühlt bissl bad run, aber who cares. Dafür gab's ja einiges an RB.

Heute hatte ich nen Call mit dem guten Woerni hier ausm Forum. Haben festgestellt dass wir recht nah beieinander wohnen und der Mann muss dringend bisschen fit gemacht werden was den ganzen GTO Kram angeht. Dafür hat er gesagt nimmt er mich ab und zu mal mit nach CZ zum Live Grind und als autoloser Fahrradfahrer nehm ich so ein Angebot natürlich dankend an. Mal sehen wann ich Bock und Zeit dafür finde, vielleicht kann ich dann auch paar live Hands hier posten. Hab vor etlichen Jahren mal ne Weile sehr viel in Roze und Asch gegrindet, aber die letzten Jahre jetzt eigentlich nur immer zwischen den Jahren, wenn ich meine Eltern besuche, die da in der Nähe wohnen.

Ansonsten werd ich im Lauf der Woche noch den zweiten Teil GTO+ How to aufnehmen, diesmal dann was wir jetzt mit unserem gesolvten Tree alles so anfangen können. Teil 3 würde ich dann eventuell noch Aggregates usw ansprechen. Außerdem möchte ich diese Woche gern das Thema Flop Checkraises und wie man weiterspielt, wenn man gecallt wird behandeln, ähnlich so wie mit den Probes. Denke das könnte einige von euch vielleicht interessieren.

Hände heute nur drei random Hands, bin zu müde jetzt noch groß Thoughts niederzuschreiben. Bis dann!

Hand 25:
Bei dem musste man warten bis er trifft weil er ne unfassbar weite garbage Range hatte in diesen Spots. Ansonsten gehört obv nicht viel dazu, nen Whale mit KK gestackt, wow

Dealt to Hero: K♣ K♦

UTG Folds, HJ Folds, CO Calls 1BBs, BTN Folds, HERO Raises To 10BBs, BB Folds, CO Calls 9BBs

Flop (21BBs): 7♣ 4♣ 7♥
HERO Checks, CO Checks

Turn (21BBs): 7♣ 4♣ 7♥ 6♦
HERO Checks, CO Bets 10.5BBs (Rem. Stack: 145BBs), HERO Raises To 46.6BBs (Rem. Stack: 132.7BBs), CO Calls 36.1BBs (Rem. Stack: 108.9BBs)

River (114.2BBs): 7♣ 4♣ 7♥ 6♦ T♠
HERO Bets 132.7BBs (allin), CO Calls 108.9BBs (allin)

Spoiler

CO shows: 2♥ 6♥

HERO wins

Hand 26:
Na Gott sei Dank hat das genau so geklappt wie erhofft, 3b mit AA cold callen ist natürlich sehr sehr gut :coolface:

Dealt to Hero: A♣ A♠

UTG Raises To 2.5BBs, HJ Folds, CO Folds, BTN Raises To 8BBs, SB Folds, HERO Calls 7BBs, UTG Raises To 146.8BBs (allin), BTN Calls 32BBs (allin), HERO Calls 115.7BBs (allin)

Flop (311BBs): 2♣ 8♠ J♦

Turn (311BBs): 2♣ 8♠ J♦ 9♣

River (311BBs): 2♣ 8♠ J♦ 9♣ 4♣

Spoiler

UTG shows: T♠ T♣
BTN shows: K♠ A♦

HERO wins

Hand 27:
_cry:

Dealt to Hero: Q♦ K♦

HJ Folds, CO Folds, BTN Folds, SB Raises To 3BBs, HERO Raises To 10.5BBs, SB Calls 7.5BBs

Flop (21BBs): J♠ 5♠ 6♦
SB Checks, HERO Bets 6.9BBs (Rem. Stack: 88.1BBs), SB Raises To 24BBs (Rem. Stack: 69.9BBs), HERO Calls 17.1BBs (Rem. Stack: 71BBs)

Turn (69BBs): J♠ 5♠ 6♦ K♣
SB Bets 69.9BBs (allin), HERO Calls 69.9BBs (Rem. Stack: 1.1BBs)

River (208.8BBs): J♠ 5♠ 6♦ K♣ 4♦

Players agreed to run it 2 times.

River #2(208.8BBs): J♠ 5♠ 6♦ K♣ 2♣

Spoiler

SB shows: 5♣ 6♣

SB wins


Antwort
Zitat
Head Admin
SvenBe
Joined: 19.04.2006

Was ist die Idee bei Hand 27 am Flop zu callen? Schaut nicht sehr profitabel aus


Antwort
Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Hey Sven,

joa, ist sehr close am Flop zwischen Call und Fold gegen sein gewähltes raise Sizing. Aber geht wohl grad noch so, meine Sims checkraisen da ~21bb, dagegen callt KQdd pure. Flop Call geht klar, weil der Spot BvB ist, die Ranges also extrem weit. Selbst wenn Villain underblufft und dann auf dem Turn zu oft weiter bettet, wir also etwas unterrealisieren, sollte es noch reichen. Ist aber auch eine der schwächsten Hände die wir am Flop floaten. Hab grad mal nachgesehen, weil mich interessiert hat wie oft wir am Turn folden können, in der Sim foldet KQdd zu 55% gegen Action, das ist schon recht häufig, Villain checkt aber auch zu ~50%. Also in jedem zweiten Fall können wir den Turn bluffen oder unsere Equity zum River realisieren. Lässt man Villain etwas öfter weiter betten, wodurch wir etwas öfter folden müssten, callt man am Flop aber trotzdem noch. Wir scheinen also nicht oft unsere EQ realisieren zu müssen, um einen profitablen Flop Float zu haben. Und das ist meiner Erfahrung nach schon ein Spot, wo die Leute genug Flop Checkraises finden, es ist halt auch recht einfach mit derart weiten Ranges zu overbluffen.

€: Wir checken den Flop btw eh sehr häufig back, also nicht nur mit unserer Hand sondern generell. Deswegen kommt man eh sehr selten in den Spot. Einfach blind jedes Mal cbetten und dann floaten ist sicherlich nicht sehr gut.


Antwort
Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Moin Moin!
Ich war fleißig und hab den zweiten Teil der GTO+ "Videoserie" aufgenommen, diesmal geht's nun also darum, was wir mit den Sim so alles anstellen können. Es wird noch einen dritten Teil geben, in dem ich dann noch auf Database Sims und aggregated Reports eingehen werde. Das Video lädt noch hoch und muss dann noch verarbeitet werden, also falls ein Frühaufsteher das sofort sehen will (als ob :coolface: )musst du dich noch etwas gedulden.

Außerdem bereite ich aktuell den nächsten Strategie/Content Post vor, diesmal soll es ja um Checkraises gehen, als kleinen Teaser werd ich dabei auf die verschiedenen Hand- und Flopkategorien, also wann raist man was, die bevorzugten Sizes und was betten wir wie weiter, was geben wir auf usw eingehen. Werde dann auch wieder versuchen den Rest der Woche Hände zu eben diesem Thema zu posten.

Ansonsten alles wie gehabt, wie es läuft weiss ich nicht genau, gefühlt aber ganz "normal". Anfang der Woche etwas oft folden müssen, aber jetzt alles wie immer eigentlich.

Paar Hände hau ich noch raus

Hand 28:
Villain ist preflop recht passiv und dreht postflop gern mal auf, CO RFI 32%, fold to 3b 38%, 4b 6%, fold to F cBet 31%, Bet T vs missed 62%, w@sd 42, wwsf 58. Denke gegen den ist der River Call gut, im Solver isses ein BE Catcher, denke AK Blocker ist hier schon relevant, da er mit dem niedrigen 4b Wert da wohl viele Kombos von nur flattet. Ansonsten hat er vielleicht sogar paar JTo in der Range? Ka gegen 5x 3b preflop wohl eher nicht, aber kann schon sein. Bluffs kommen ansonsten von AT, T9 und paar BD Floats.

Dealt to Hero: A♣ Q♣

CO Raises To 2.5BBs, BTN Folds, SB Folds, HERO Raises To 12.5BBs, CO Calls 10BBs

Flop (25.5BBs): 3♣ Q♥ K♠
HERO Bets 8.4BBs (Rem. Stack: 79.1BBs), CO Calls 8.4BBs (Rem. Stack: 82.8BBs)

Turn (42.3BBs): 3♣ Q♥ K♠ 5♦
HERO Checks, CO Bets 18BBs (Rem. Stack: 64.8BBs), HERO Calls 18BBs (Rem. Stack: 61.1BBs)

River (78.3BBs): 3♣ Q♥ K♠ 5♦ 2♥
HERO Checks, CO Bets 64.8BBs (allin), HERO Calls 61.1BBs (allin)

Spoiler

CO shows: A♦ K♣

CO wins

Hand 29:
Preflop sind wir natürlich dabei wenn der Table Spot mit einsteigt. Flop natürlich eher so :deadhappy: War mir super unschlüssig was am gescheitesten ist, der Fisch war extrem passiv und der Reg sollte da kaum bzw gar nix cbetten (wird aber trotzdem noch zu oft gemacht). Aber leaden wollte ich auch irgendwie nicht, auch wenn's im Nachhinein jetzt eigentlich recht klar erscheint. Gott sei Dank tut uns der Fisch den Gefallen und bettet und ich kann xr. Dass der Reg dann auf einmal callt ist schon sehr strange, ich mein, ist obv dass ich da vs den Spot quasi nur Value oder irgendwelche high Eq Draws hab. Dachte mir also der muss sehr stark sein oder sowas wie JT oder QTs mit BD halten. Sets zu slowplayen fänd ich da an seiner Stelle btw ganz gut, würd ich zumindest auch so machen, insofern ich die nicht eh explo einfach cbette. Turn ist für meine Range ja noch ganz okay, für mein Holding aber ne mittlere Katastrophe, weil der Fisch am Flop alle 2 Pair hat, also auch die ganzen offsuit Dinger und der Reg ja imo auch nicht uncapped ist. Wirklich reinholzen wollte ich da nicht, denke auch dass kaum einer nen BDFD in der Range hat, also sollten :heart: am River nicht so das Problem sein falls check through geht. River denke ich ist dann aber easy b/f Spot, Reg kann mal 77 haben, FIsch hat alle 7x die es gibt und viell wayne callt er auch noch ne 9 oder so. Showdown ist natürlich von beiden so :f_ugly:

Die Frage ist, überschätze ich da den Turn? Ich weiß, dass in vielen Spots wo man Straights xr und dann follow through aufm Turn spielt, den River entweder checkt oder blockt falls er sich paired, weil man oft keinen Value Shove mehr hat. Aber hier aufm Turn? Andererseits fällt mir auch kaum was ein, was downcallt und ich beat habe. Wäre ich HU gegen den Fisch, dann hätte ich entweder den Turn gebettet oder nach check-check einfach den River gejammt. Aber hier mit nem Reg? ich weiß es nicht.

Dealt to Hero: 7♣ T♣

UTG Raises To 2.3BBs, HJ Folds, CO Calls 2.3BBs, BTN Folds, SB Folds, HERO Calls 1.3BBs

Flop (7.3BBs): 9♦ 6♥ 8♣
HERO Checks, UTG Checks, CO Bets 1BBs (Rem. Stack: 75.5BBs), HERO Raises To 9.3BBs (Rem. Stack: 88.5BBs), UTG Calls 9.3BBs (Rem. Stack: 94.7BBs), CO Calls 8.3BBs (Rem. Stack: 67.2BBs)

Turn (35.2BBs): 9♦ 6♥ 8♣ 8♥
HERO Checks, UTG Checks, CO Checks

River (35.2BBs): 9♦ 6♥ 8♣ 8♥ 5♠
HERO Bets 26.4BBs (Rem. Stack: 62.1BBs), UTG Calls 26.4BBs (Rem. Stack: 68.3BBs), CO Calls 26.4BBs (Rem. Stack: 40.9BBs)

Spoiler

CO shows: 6♦ 4♥
UTG shows: K♥ K♠

HERO wins

Hand 30:
Eine aus der Kategorie "Solver würde sich vor die U-Bahn werfen". Villain ist wahrscheinlich die größte Nit (postflop) im ganzen Pool. Was der am laufenden Band für Value Bets auslässt ist kriminell, das Konzept von nem Bluff scheint im gänzlich unbekannt. Auf 11k Sample 3% (!) Flop xr muss man auch erst mal schaffen. Deswegen war ich mir zu 99% sicher, dass er hier auch nen Flush hält, den er niemals folden wird und es auch nur eine logische Kombo gibt die mich beat hat (und gegen die ich eh alles verliere). Zugegeben, Kombos gegen die ich vorne bin, also schlechtere Flushes sind auch nur sehr wenige. Ich denke jede Board pairing Karte und jedes weitere :heart: wären katastrophal, also fuck it, rein die Marie. Call kam auch innerhalb von ner halben Sekunde und wir sind lucky dass er nicht noch die Super-Nuts zieht 8-) Das Play ist natürlich vollkommen Gülle, mir fällt kein anderer Reg im Pool ein, gegen den ich das machen würde weil man den EV dann auch gleich anzünden kann. Aber denke gegen den, in genau dieser Situation, ist das maxEV. Hab mich nur gefragt ob er hier viell auch mal ein Set halten kann und ob er vielleicht den Fold findet, aber wer macht denn sowas? Weil sollte das der Fall sein, dann wär's natürlich ungeil.

Dealt to Hero: Q♥ T♥

HJ Raises To 2.5BBs, HERO Raises To 7.5BBs, BTN Folds, SB Folds, BB Folds, HJ Calls 5BBs

Flop (16.5BBs): 4♥ A♥ 7♥
HJ Checks, HERO Bets 5.5BBs (Rem. Stack: 157BBs), HJ Raises To 16.4BBs (Rem. Stack: 104.4BBs), HERO Raises To 162.4BBs (allin), HJ Calls 104.4BBs (allin)

Turn (299.7BBs): 4♥ A♥ 7♥ J♣

River (299.7BBs): 4♥ A♥ 7♥ J♣ 6♦

Players agreed to run it 2 times.

Turn #2(299.7BBs): 4♥ A♥ 7♥ 9♣

River #2(299.7BBs): 4♥ A♥ 7♥ 9♣ 2♥

Spoiler

HJ shows: 5♥ 6♥

HERO wins

So, denke morgen dann Checkraise Post. Glgl, bis dann!


Antwort
Zitat

Frage zu Hand 28 und zu dieser Begruendung "Denke gegen den ist der River Call gut, im Solver isses ein BE Catcher, denke AK Blocker ist hier schon relevant, da er mit dem niedrigen 4b Wert da wohl viele Kombos von nur flattet."

Wenn der 4-Bet Wert niedriger ist, wie veraendert sich dadurch das Verhaeltnis von Value zu Bluff-Haenden am River?
Hat er dadurch mehr Bluffs oder vielleicht doch eher deutlich mehr Value Haende am River?

Preflop passiv mit nem RFI von 32% ist IMO ein Widerspruch.

Gebe ich Villain hier 32% vom CO (GTO Wizard hat hier "nur" 28,2%), dann verbleiben bei einem 4-Bet Wert von 6% weniger als 2% der gesamten Range. Demnach 4-bettet er nur JJ+.
AK, AQ und KQs gehoeren also nicht dazu!

Die Sim, die zeigt, dass KQs in Hand 27 nach dem Checkraise am Flop ein +EV Call ist, interessieren mich.


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Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Hola Ramon! Warum zur Hölle _Anonymous_!? 8-o Das lassen wir aber bitte ganz schnell sein, ICH WILL EINEN ALICANTE BLOG :rage:

Zu deinen Fragen: Jo, geb ich dir Recht, war unglücklich formuliert. Im RFI ist er nicht besonders passiv, dafür aber in allen anderen Stats. Dementsprechend hat er wohl von beidem mehr als er haben sollte. Also sowohl AK+ als auch Bluffs. Deswegen wird es ja auch relevant, dass wir ein Ace halten, weil sein Value Anteil wohl mainly AK ist. Schlecht wärs hier imo Tx oder Jx zu halten. Mal angenommen er hat for Value 33, AK, KQ weil ich nicht glaube dass so ein Spielerprofil da auch etwas dünner jammen kann, dann sind das 18 Kombos. Für die Odds die er offeriert kann er sich so knapp 8 Kombos Bluffs erlauben. Mögliche Bluffs sind imo T9s, JT (ka ob er davin die offsuits hat, vielleicht ab und zu mal), AT und AJ. Ob gut gewählt oder nicht sei mal dahingestellt, aber sowas könnten auf den ersten Blick logische Bluffs sein. Dann bleiben davon abzüglich der Blocker noch 32-36 Kombos, je nachdem ob er nun die JTo mit drin hat. Das sind mehr als 4x so viele Bluffs wie er bräuchte, der Spot ist also super easy zu overbluffen. Selbst wenn er nur JT und ab und zu andere Sachen blufft könnt's reichen. Dadurch dass er vs 3b und vs cBet so stationy ist, kanns auch sein dass er iwelche Backdoors noch blufft, dann denke ich wird's schon ein easy Call.

Sims zur KQdd Hand:

GTOW vs small xr

GTOW vs big xr

GTOB vs small xr (die haben nur die eine Size)

GTO+ vs middlish xr (hab leider auch nur die eine Size in meinen Sims)

Und jetzt entglobalt den Mann oder was auch immer der Ano Status zu bedeuten hat. Ich freu mich wenn Fragen zu den Händen kommen und SD ist bisher der aktivste was das angeht.


Antwort
Zitat
Mooharius
Joined: 10.01.2007

Moin AdoRn0, ich hatte gar nicht gesehen, dass Du schon ein YT Video gepostet hattest. Hab mal kurz reingeklickt und dadurch festgestellt, dass GTO+ anscheinend eine gute Alternative zu GTO Wizard ist. Zumindest für jemanden wie mich, der keine Abogebühren mag :transpire: Denke mal ich werde mir das Tool zulegen sobald ich noch weiter in den Limits aufgestiegen bin und die BR die Kohle dafür hergibt. Und dann werde ich mir mit Sicherheit Deine Videos zu dem Tool auch vollständig angucken, daher schon mal danke dafür :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Original von Mooharius
Moin AdoRn0, ich hatte gar nicht gesehen, dass Du schon ein YT Video gepostet hattest. Hab mal kurz reingeklickt und dadurch festgestellt, dass GTO+ anscheinend eine gute Alternative zu GTO Wizard ist. Zumindest für jemanden wie mich, der keine Abogebühren mag :transpire: Denke mal ich werde mir das Tool zulegen sobald ich noch weiter in den Limits aufgestiegen bin und die BR die Kohle dafür hergibt. Und dann werde ich mir mit Sicherheit Deine Videos zu dem Tool auch vollständig angucken, daher schon mal danke dafür :f_thumbsup:

Hey Moo,
klingt gut! Freut mich sehr wenn sich Leute für die GTO Thematik begeistern können :f_thumbsup: Man braucht das alles wirklich Null um jetzt die Micros zu beaten, aber wenn man sich zumindest rudimentär paar Konzepte drauf packt, damit kann man gar nicht früh genug beginnen imo, einfach weil man dann sehr viel mehr versteht wie Poker so funktioniert. Aber vorerst kann man sich einfach an den wirklich sehr guten Kurs/die Ranges von Paxis halten, funktioniert tadellos wie man bei Leuten wie Justice und Ossenberg sehen kann. Da brauchts einfach nur gutes Durchhaltevermögen, Stoizismus und möglichst keinen Tilt. Wenn du dich irgendwann dann für GTO Tool/Solver X entscheidest, bitte paar Sachen bedenken, u.a. braucht es für die Desktop Solver möglichst gute Hardware. Vor- und Nachteile habe ich u.a. hier mal zusammengefasst gehabt https://forums.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?postid=21043668#post21043668

Okay, Checkraises. Um zu erläutern wie die funktionieren, definieren wir uns als erstes wieder eine bestimmte Ausgangslage. Wir spielen wie immer 6max NLHE, haben alle 100bb, zahlen in etwa den Rake, den wir auf NL500 Stars auch bezahlen und unsere Gegner sind alle GTO Bots. Villain öffnet am BU für 2.5bb, der SB foldet und wir im BB bezahlen mit XX . Der Flop kommt nun mit XXX, wir checken zum BU und dieser cbettet nun für XX% PS. Wir haben jetzt die Möglichkeit zu folden, zu callen oder zu checkraisen. Hier möchte ich, genau wie den Probes erwähnen: Wir spielen gegen einen GTO Bot. D.h. Villain wird "optimale" Sizes und Frequenzen wählen. In der Realität ist das ein Spot, der viel zuu oft cbettet wird, weswegen wir uns als base Exploit merken können, dass wir viel mehr xr sollten, als optimal. Gerade in fastfold Pools werden hier oft stumpf atc auf any Flop für ein kleines Sizing cbettet und wir können extrem weit klein raisen um Villain so maximal zu bestrafen. Darum soll es hier aber gar nicht gehen, wir wollen uns viel eher die Theorie hinter Checkraises anschauen.

Von was hängt es also ab, ob und falls ja, mit welcher Frequenz bzw welchem Sizing wir checkraisen? Natürlich ist wie so oft die Art des Flops maßgebend. Handelt es sich um einen Flop, der in der Theorie sehr merged vom initial Raiser gebettet wird, haben wir natürlich eine viel höher raise Frequenz, als wenn Villain eine sehr polare Strategie am Flop spielt. Auch RA und NA spielen wieder eine Rolle, haben wir öfter und besser getroffen als Villain, wollen wir im Schnitt auch mehr und öfter investieren. Ein weiterer treibender Faktor ist die denial Komponente: Haben wir sehr viele Hände, die nur sehr schwer ihre Equity realisieren werden, wollen wir diese Hände vermehrt raisen. Näheres dazu dann in den konkreten Beispielen. Unsere Checkraise Hände lassen sich grob in 4 Kategorien unterteilen, deren Grenzen jedoch verschwimmen können und die dann nochmal in Teilkategorien eingeordnet werden können:

1. Value: 1a) thick Value und 1b) thin Value
2. High EV Bluffs: merged Draws
3. Hybrid Raises: Mix aus Denial, Value und Bluff
4. Low EV Bluffs: Backdoors und dergleichen

Es ist wichtig, als Teil einer gebalancten checkraise Strategie, nach Möglichkeit immer von allen Händen ein paar in unserer Range zu haben. Man darf hier auf keinen Fall dem Trugschluss von wegen "ich hab bessere Hände die ich raisen kann" anheim fallen. Denn nur weil es sich "besser" anfühlt, einen Flushdraw zu raisen, heißt das noch lange nicht, dass das auch besser sein muss, als z.B. einen double BD zu raisen.
Die Kunst besteht wie immer darin, die Thresholds zu finden und so gewisse Heuristiken bilden zu können. Also wann wird eine Hand zu "schwach" um sie noch for Value raisen zu können? Welche OESD sind eventuell "bessere" xr als andere usw. Wie immer werden wir dabei auch feststellen, dass mit sehr vielen, nicht eindeutigen checkraise Händen, der EV wieder indifferent zu dem des Calls ist bzw. eventuell auch zu dem des Folds oder sogar beiden (3 Way Mixes).

Beispiel 1a: Thick Value

Das sind Hände, die ihre Equity massiv überrealisieren werden. Diese Hände wollen sehr oft möglichst bald und möglichst viel Geld in den Pot packen. Dies hängt u.a. davon ab, wie polarisiert Villain den Flop cbettet.

Flop 1:
Hero: 4♣:4♠:
K♠:8♠:4♦: (checkraise Frequency overall: ~14%)

Flops dieser Art werden in der Theorie quasi pure, also mit der gesamten Range cbettet. Villains betting Range ist also sehr merged, von super starken, über mittlere bis absolute Trash Hands, hat er von allem ein wenig. Hier wollen wir unseren "thick Value" also top 2Pair und besser immer fast playen. Wir wollen hier auch direkt stark polarisieren, also eine große Size verwenden, denn im Gegensatz zu Flops, auf denen unsere mittelstarken Hände vom Denial profitieren, ist das hier eher nicht der Fall. Wir checkraisen unsere besten Hände hier immer. Unter anderem liegt dies auch an der Dringlichkeit den Pot zu builden. Nachdem Villain den Flop mit seiner kompletten Range bettet, wird er am Turn sehr oft back checken, weswegen wir im Schnitt öfter am River mit einem dann noch sehr kleinen Pot stehen werden.

Flop 2:
Hero: 5♠:5♦:
Q♠:8♠:5♥: (checkraise Frequency overall: ~9%)

Flops dieser Art cbettet Villain sehr polar, d.h. mit niedriger Frequenz und einem großen Sizing. Hier checkraisen wir zwar unsere besten Hände immer noch häufig, jedoch bedeutend seltener als im ersten Fall. Warum ist das nun so? Da Villain bereits am Flop anfängt zu polarisieren, ist davon auszugehen, dass er auf later Streets ebenfalls mit höherer Frequenz auf's Gas drücken wird als wenn er seine komplette Range am Flop cbettet. Die Dringlichkeit, einen Pot direkt zu builden, nimmt also ab, da wir den "Investment Threshold" den wir mit unserer Hand erreichen wollen, auch oft erreichen werden, wenn wir nur callen anstatt zu raisen. Ein weiterer Grund eventuell zu slowplayen und nicht zu checkraisen ist, dass wir Villains polare Range so davon ein wenig abhalten können uns komplett über den Haufen zu ballern. Wenn wir raisen, nutzen wir ein großes Sizing, da Villain sehr viele starke Hände und starke Draws in der Range hat, die wir so maximal pressuren.

Zwischenruf: Ich kann mir gut vorstellen, dass es einigen hier jetzt so geht wie mir. Ich war sehr verwirrt, dass ich auf so einem "trockenen" Flop wie in Beispiel 1 meine Sets immer fastplayen soll und dagegen auf so "wetten" Flops wie in Beispiel 2 öfter slowplayen soll. Das ergab für mich erstmal wenig Sinn, schließlich will ich doch auf dem zweiten Board auch "protecten". Dazu sei gesagt, dass die Hände, vor denen man fälschlicherweise "protecten" will, gar nicht protecten kann. Denn dabei handelt es sich um für gewöhnlich um Draws, die sowieso gegen jeden rationalen Preis continuen werden. Protection oder neuerdings Denial, betrachtet nämlich eigentlich nur den Teil der Range, den wir rausfolden, wir also Villain dazu bringen seinen Equityshare zu folden, was bei einem FD natürlich niemals der Fall sein wird. Viel eher value raisen wir gegen den Draw. Warum es dennoch wichtiger ist auf ersterem Board zu raisen und auf zweiterem auch mal zu slowplayen, denke ich sollte nach der obigen Erläuterung soweit klar sein. Und jetzt weiter im Text.

Flop 3:
Hero: 6♣:6♥:
T♥:T♠:6♦: (checkraise Frequency overall: ~27%)

Gepaarte Flops sind sehr unique. Einerseits sind das Flops, die Villain sehr oft mit seiner gesamten Range cbettet. Flop 1 hat uns gezeigt, dass wir, wenn dies der Fall ist, quasi ausschließlich checkraisen wollen. Wir können hier aber trotzdem auch slowplayen. Wir unblocken einerseits Trips und sämtliche von Villains Bluffs, blocken aber gleichzeitg einen kleinen Teil seiner bet Flop, checkback Turn Range (6x). Dadurch kommt es zu einem Effekt der "polarisierten Blocker", was bedeutet ,dass Villains Range aufgrund unseres Holdings eher dazu neigt zu polarisieren, wir also davon ausgehen können dass Villain dementsprechend öfter weiter feuern wird. Genauso gut können wir aber direkt anfangen seine Merges zu attackieren. Unsere Hand ist deswegen ein ausgewogener Mix aus raise und call, der EV ist indifferent. Sizing-wise nutzen wir hier ein kleines Sizing, da wir hochfrequent und sehr depolar bzw. merged raisen.

Flop 4:
Hero A♣:3♣:
T♣:7♣:6♣: (checkraise Frequency overall: ~7%)

Auf monotonen Flops können wir uns merken, dass selbst unsere besten Hände nicht immer checkraisen wollen. Das liegt u.a. daran, dass wenn wir raisen, wir sehr viele Hände von Villain rausfolden, die auf späteren Streets noch bluffen. Villain cbettet diese Art Flop eher merged, aber mit niedriger Frequenz und kleiner Size. Wir würden dann Villains Range sehr oft in Richtung one :club: Holdings mit unserem Raise drücken. Es macht EV-wise keinen Unterschied, ob wir also Villain dazu einladen gegen unseren just Call zu feuern oder ob wir direkt attackieren; wir machen den EV den wir "verlieren" weil wir nicht geraist haben, durch die Bluffs die Villain auf Turn/River hat, wieder wett. WIr wählen ein kleines Sizing, da große Sizings kaum mehr achieven. Dadurch können wir on avg etwas öfter raisen.

Exkurs "Beyond the Checkraise", Thick Value: Checkraise schön und gut, aber wie geht es dann eigentlich auf dem Turn weiter? Dazu können wir uns merken: Draw completing Turns geben uns einen großen RA, egalisieren aber den NA. Brick Turns geben Villain den RA, aber wir behalten den NA. Da wir von den Turn Probes noch wissen, dass der RA die Frequenz und der NA das Sizing beinflusst, halten wir fest: Auf Draw completing Cards sizen wir down (Block Sizing), aber betten mit unseren am Flop stärksten Händen hochfrequent weiter. Diese sind jetzt immer noch Value Bets, aber durch den ankommenden jetzt sehr viel thinner als am Flop. Auf Brick Turns setzen wir den River Shove schon einmal vorsorglich auf, wir spielen also möglichst 2e, fahren jedoch unsere Frequenz massiv herunter (unsere Stärksten Hände betten natürlich in den allermeisten Fällen weiter).

Beispiel 1b: Thin Value

Unser dünner Value mixt am Flop sehr oft zwischen Raise und Call. Da die Hände im Schnitt bereits deutlich schlechter sind als unser "thick" Value, haben sie weniger Equity, was zu einer verringerten Dringlichkeit führt, den Pot builden zu wollen.

Flop 1:
Hero: K♥:T♥:
K♠:8♥:4♦:

Da Villain ja Range bettet, ist er so merged, dass er genug schlechtere Holdings continuen muss, damit eine Hand wie KT ein Value Raise wird. Generell können wir uns merken, dass das oftmals für unsere stärksten TPs der Fall ist, insbesondere wenn wir dann noch einen zusätzlichen BD haben. Wir KÖNNEN hier raisen, MÜSSEN aber nicht.

Flop 2:
Hero: Q♥:J♥:
Q♠:8♠:5♥:

Obwohl wir im Beispiel unserer thick Value Hands gelernt haben, dass Villain den Flop groß und polar betten wird, können wir es uns dennoch erlauben, auch hier dünnen Value ab und zu zu raisen. Dies geschieht jedoch wesentlich seltener als auf Flop 1. Man kann hier auch simplifizieren und diesen Handtypus einfach immer nur callen.

Flop 3:
Hero: 8♦:8♣:
T♥:T♠:6♦:

Dadurch, dass Villain wieder Range bettet, profitiert eine Hand wie 88 enorm vom Denial. Wir checkraisen gepaarte Flops sowieso schon hochfrequent, da wir eben sehr viele Trips haben können, aber auch einen sehr großen Anteil von Händen, die sich auf dem Turn OOP auf viele Karten nur schwerlich weiterspielen lassen. Eine Hand wie 88 ist hier ebenfalls wie auf Flop 1 das TP eine Hand die checkraisen KANN aber nicht MUSS.

Flop 4:
Hero 7♠:6♠:
T♣:7♣:6♣:

Unsere Handkategorie wird als Value Raise sehr thin. Wie wir bereits im Fall von einer thick Value Hand auf diesem Flop wissen, bringen wir mit einem Raise Villain dazu, fast nur mit einem :club: zu continuen, zusätzlich zu den Händen gegen die wir oft nur wenige Outs haben, falls wir schon behind sind. Villains continue Range hat also sehr viel Equity gegen unsere Hände dieser Art. Die raise Frequenz ist mit diesen Händen deswegen sehr niedrig, was aber generell auf unsere gesamte Range zutrifft.

Exkurs "Beyond the Checkraise", Thin Value: Mit unseren dünnen Value Händen betten wir auf Brick Turns entweder mit einem kleinen bis mittleren Sizing weiter oder wir check(/callen). Auf Draw completing Cards, nutzen wir wieder ein sehr kleines Sizing, mixen diesmal aber Checks mit dazu. Anmerkung: Auf Flop 3 sind Villains Draws u.a. sehr viele unpaired Overcards. Sollte deswegen eine dieser Karten am Turn rollen, checken wir dort quasi pur mit unserer Hand. Draw complete/Brick sind immer im Kontext zu vorausgegangener Aktion und der Flopstruktur zu betrachten.

Beispiel 2: High EV Bluffs

High EV Bluffs sind um genau zu sein, eigentlich keine richtigen Bluffs, sondern ein Value-Bluff-Hybrid. Dadurch, dass diese Art von Händen so dermaßen viel EQ besitzen, haben sie kein Problem damit wenn Villain callt und müssen sich nicht so sehr auf die Foldequity verlassen.

Flop 1:
Hero: Q♠:9♠:
K♠:8♠:4♦:

Flushdraws fallen meistens in diese Kategorie. Draws dieser Art wollen im Schnitt weitaus öfter raisen als die overall checkraise Frequency, sind aber genauso gut im Call. Gerade gegen sehr mergy cBet Ranges, wollen wir, so wie genrell mit unserer gesamten Range, oft attackieren und FDs eigenen sich dafür hervorragend. Wir müssen aber verstehen, dass wir hier nicht wirklich bluffen (dazu später noch mehr). Sizing-wise macht es wenig Unterschied ob wir groß oder klein raisen.

Flop 2:
Hero: K♠:4♠:
Q♠:8♠:5♥:

Selbes Spiel wie auf Flop 1, diesmal allerdings aufgrund der Betsize und Frequenz mit der Villain continued wesentlich seltener. Trotzdem können wir immer noch weitaus öfter als unsere overall Frequency mit derartigen Händen raisen. Wir nutzen auch hier kleine und große Sizings (können aber grundsätzlich auf allen Flops auf nur EINE Size simplifizieren!)

Flop 3:
Hero: 9♥:7♥:
T♥:T♠:6♦:

Da wir paired Flops so wahnsinnig oft angreifen, werden derartige Draws oftmals zu puren Flop checkraises. Wir haben keinen SDV, zusätzlich zum Gutshot noch einen BD und zwei Overcards zur 6x, außerdem unblocken wir die dead Suit, in diesem Fall also alle :club: Kombos und erhöhen damit Villains b/f Frequenz. Das alles macht diesen auf den ersten Blick eher weak wirkenden Draw zu einem Bluff mit sehr hohem EV. Wir nutzen wie mit allen anderen Händen auch ein kleines Sizing.

Flop 4:
Hero K♣:9♠:
T♣:7♣:6♣:

Ich denke hierzu braucht man nicht viel schreiben, da super obv. Wie schon auf Flop1/2 ist dies mehr ein Mix aus Value und Bluff als ein pures Bluff Raise, da unsere Equity, die EQR und der daraus resultierende EV einfach so dermaßen hoch sind. Da unsere overall raise Frequency ja aber eher niedrig ist auf diesen Flops, raisen wir auch diese Art von Händen eher selten, jedoch, wie immer bei den FDs, dennoch weitaus häufiger, als die overall Frequency. Wir nutzen hier nur kleine Sizings, also gilt das auch für diese Hand.

Exkurs "Beyond the Checkraise", High EV Bluffs: Brick Turns sind natürlich sehr schlecht für diese Art von checkraise Händen. Schauen wir uns nochmal Flop 2 an. Villain hat bereits groß gebtetet und wir haben dagegen mittelgroß geraist. Dadurch ist der Pot schon massiv gewachsen, wir können also trotz des NA auf dem Turn auf sehr massive Bets verzichten. Außerdem gilt: Haben wir bspw den A-hi FD geraist, haben wir immer noch SDV und können deswegen auf dem Turn auch xc spielen. Unsere Strategie für Brick Turns mit high EV Bluffs ist also ein Mix aus mittleren Bets und Checks. Draw completing Turns sind hingegen natürlich wahnsinnig gut für unsere Handkategorie. Es gilt dennoch, was auch mit unseren anderen Händen gilt: wir sizen down! Wir haben hier wie bereits erwähnt sehr oft eine Range Bet, was auch für diese Handkategorie gilt. Anmerkung: Wenn ich von completing Cards schreibe, dann muss das nicht eine Karte sein die "unseren" Draw komplettiert. Dies kann auch ein Flush sein, wenn wir "nur" einen OESD halten usw.

Beispiel 3: Hybrid Raises

Hybrid Raises sind Hände die wir raisen und dadurch mehrere Komponenten gleichzeitig bedienen: Value-Bluff-Denial. Dabei behalten diese Hände noch einen ordentlichen Anteil an Equity wenn sie gecallt werden, können zu sehr starken Holdings improven etc. Je vulnerabler diese Art von Händen ist, desto öfter wird sie geraist.

Flop 1:
Hero: 4♥:3♥:
K♠:8♥:4♦:

Schauen wir uns an was wir für eine Hand halten: Wir haben ein Paar, mit einem Backdoor und einem 5-Out Draw zu einer sehr starken Hand. Diese Art Hand lässt sich als Call nur schwer weiterspielen, denn auf nahezu alle Turnkarten, müssen wir gegen weitere Aggression von Villain folden. Raisen wir hingegen, folden wir wahnsinnig viel Range und Equity von Villain raus, sprich wir "protecten" (diemals wirklich ;) ) vor allerlei Overcards. Wir ziehen auch etwas Value aus Villains Draws und Floats und auch wenn wir noch keine direkte Bluffkomponente haben (Villain darf hier kein einziges Pair b/fen, abhängig von unserer Size) so können wir auf later Streets auch noch bessere Hände rausfolden. Anmerkung: eine Hand wie 43s ist hier ein wesentlich besseres Raise als zB A4s. Denn mit A4 blocken wir enorme Teile von Villains b/f Range, zusätzlich wollen wir ja dass Villain ein Ace hittet und wir zu 2P improven. Sizing-wise wollen wir hier eher groß gehen, da wir recht polar am Flop raisen.

Flop 2:
Hero: 7♣ :5c:
Q♠:8♠:5♥:

Im Gegensatz zu Flop 1, raisen wir diese Art hier kaum. Nicht nur, dass wir mit 7x einen ordentlich Teil von Villains b/f Range blocken, wir haben auch keinen BDFD. Dadurch, dass Villain groß und polar bettet, ist unsere raising Frequenca sowieso schon eher low. Hände dieser Art, werden hier auch gerne mal zu einem 3-Wege Mix, sprich sie folden, callen und raisen gleichermaßen, wobei alle drei Optionen denselben EV (in diesem Falle NULL) abwerfen. All diese Faktoren machen unsere Hand zu einem sehr seltenen Checkraise. Sizing-wise nutzen wir hier wie bereits erwähnt eher große Sizings.

Flop 3:
Hero: 2♦:2♥:
T♥:T♠:6♦:

Ähnlich wie mit den 88. Wir erreichen hier einerseits Denial als auch Value. Unsere Hand ist aber derart verletzlich, dass wir sie sehr oft raisen wollen. Der EV im Call ist zwar wie so oft indifferent zum Raise, dennoch wollen wir so viel Denial wie möglich.

Flop 4:
Hero 6♠:4♠:
T♣:7♣:6♣:

Zugegeben, ein Raise mit Bottom Pair no re-Draw sieht sehr ungewöhnlich auf dieser Art von Flop aus, dennoch nimmt der Solver derartige Hände zB öfter als manche one Card FDs. Würden wir hier aber Q6 oder K6 halten, verhält es sich ähnlich wie auf Flop 1, denn auch hier wollen wir, dass Villain mit Kx oder Qx zu TP improved, während wir dadurch 2P machen. Die Tatsache dass 64s dies nicht erreichen kann und dass auch dieses Pair hoch vulnerabel ist, macht es zu einem sehr guten hybrid Raise. Wir nutzen wie mit unserer gesamten Range ein kleines Sizing und eine etwa doppelt so hohe Frequenz wie die overall Frequency.

Exkurs "Beyond the Checkraise", Hybrid Raises: Auf Brick Turns sinkt unser EV mit hybriden Händen, allerdings werden diese nun oftmals zu annehmbaren Bluffs, da wir mit ihnen folding Range bei Villain unblocken. Draw completing Cards sind meistens ein absolutes Desaster für diese Kategorie und und wir wählen als einzig verbleibende Option den Check(/fold).

Beispiel 4: Low EV Bluffs

Low EV Bluffs sind Hände die sich normalerweise um 0EV herum befinden und die deswegen oftmals 3-Wege-Mixes sind. Manche sind sogar losing im Call, aber können BE oder sogar winning im Raise sein. Diese Art von Händen besitzt kaum "Equity Robustness" aber hat ein wenig verstecktes "nut" Potential.

Flop 1:
Hero: 9♥:6♥:
K♠:8♥:4♦:

Dadurch dass ein alleiniger double BD Draw oftmals nicht gut genug ist um BE callen zu können, selbst wenn Villain Range bettet, kann diese Hand dennoch ab und zu profitabel raisen. Wir erinnern uns, Villain muss so weit continuen, dass wir selbst wenn wir nur eines unserer Pair "Outs" treffen, manchmal die beste Hand machen. Zudem ergeben sich oftmals sehr profitable barreling Möglichkeiten...

Flop 2:
Hero: T♥:9♦:
K♥:J♥:4♦:

Obwohl die Hand erstmal gar nicht sooo bad aussieht, immerhin haben wir einen Gutshot und BDFD, ist die Hand durch Villains großes, polarisierendes Sizing 0EV. Interessanterweise, ist sie aber im Call sogar schlechter als 0EV, im Raise jedoch indifferent. Wir sollten hier also entweder raisen oder folden, aber niemals nur callen. Auch wenn auf den ersten Blick der Call attraktiv erscheint, wir sind OOP, wir haben T-hi, wir haben sehr schlechte EQR. Raise kann also in manchen Fällen besser als Call sein. Diese Art von Händen raist auch sehr oft im Vergleich zur niedrigen generellen raising Frequency und wir nutzen dabei auch wieder eher das große Sizing.

Flop 3:
Hero: 7♠:5♠:
T♥:T♠:6♦:

Auch hier halten wir wieder einen 3-Wege-Mix. Unsere Hand ist selbst gegen ein kleines Sizing das von Villains kompletter Range kommt als Call quasi kaum weiter zu spielen, zumal wir auch nur eine Overcard zur 6 haben und auch ein wenig Villains folding Range blocken. Dennoch nutzen wir auf diesem Board auch hin und wieder derartige Hände um zu raisen. Anmerkung: Ich habe es anfangs schon erwähnt. Obwohl die Hand erstmal furchtbar schlecht wirkt, ist das Raise auch nicht viel schlechter, als mit einigen Bluff-Händen, die eventuell "leichter" zu spielen sind, aka "ich hab hier bessere/andere Bluffs". Wichtig ist hier eher, dass wir erkennen, dass wir in diesem Fall 75ss noch raisen könnten, während wir zB eine ähnliche Hand wie 53dd pure folden würden. Die alleinige Tatsache, dass wir mit 75ss weniger b/f Range blocken und eine Overcard zur 6 haben, macht also wahrscheinlich den Unterschied (Stichwort Thresholds). Wir raisen die Hand eher selten, ein wenig seltener als die overall Frequency und nutzen hier weiterhin ausschließlich kleine Sizings.

Flop 4:
Hero J♥:8♥:
T♣:7♣:6♣:

Da wir auf monotonen Boards obv keine Backdoors raisen können (das wären ja nur die Backdoor Straightdraws, da ein BDFD ja nicht möglich ist) werden unsere Gutter und einige weake OESD nun zu unseren low Equity Bluffs. In unserem Fall haben wir auch noch eine OC als mögliches Out. Der EV dieser Raises ist extrem marginal, jedoch profitieren sie enorm von der erzeugten FE da sie mit Calls kaum weiterzuspielen sind. Wir raisen wenn wir zu Nutstraight drawen sehr häufig im Gegensatz zur overall Frequency und nutzen weiterhin nur kleine Sizes.

Exkurs "Beyond the Checkraise", Low EV Bluffs: Für Low EV Bluffs gilt eigentlich nur eine Faustregel: Improved uns der Turn nicht und/oder fällt ein Turn der sehr gut für Villain, dementsprechen schlecht für uns ist, geben wir auf und x/fen. Wir bluffen NICHT weiter!

Bonus: Flop Raises mit dem BDFD und sog. dead Suits meistern - eine kugelsichere Faustregel: auf einem rainbow Flop können wir raisen, wenn wir den BDFD blocken und die dead Suit, also die Farbe, die nicht auf dem Flop vorkommt, unblocken. Bsp.: Q♣:T♥: sollte checkraisen auf K♥:J♣:5♦:. Es liegt kein Spade auf dem Flop. Deswegen sollten wir z.B. Q♠:T♦: eher nicht checkraisen. Auf twotone Flops können wir mit suited Händen raisen, die den BDFD blocken, offsuit Händen, die den FDFD blocken und Händen, die BEIDE dead Suits unblocken. Für thin Value Raises, z.B. Toppair, gilt hingegen, dass wir die dead Suits blocken wollen, damit Villain mehr marginale Continues, also die BDFD haben kann.

So meine Freunde, das hat jetzt ja nur gute 4 Stunden gedauert Ich HOFFE ich konnte damit bei einigen etwas Licht ins Dunkel bringen was Flop Checkraises angeht. Shoutout geht an Pete Clarke, Qing Yang und Tom Boshoff, ohne deren Content und deren Ratschläge ich das niemals so niedergeschrieben bekommen hätte . Jetzt bin ich ganz schön müde und ich denke ihr verzeiht mir die fehlenden HHs für heute. In diesem Sinne free SmartDevil und gute Nacht!


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Head Admin
SvenBe
Joined: 19.04.2006
MrRobot
Joined: 19.06.2022

Sauber strukturiert und gut nachvollziehbar :f_thumbsup: Als Ergänzung: Du bist teilweise auf die Suits eingegangen. Beim Solver ist mir dazu aufgefallen, dass BDFD Suits zwar mehr EQ am Flop haben und Villains Continues blocken, sich aber nicht besonders als Multi-Barrel Kandidaten anbieten, weil sie dann auch entsprechend im weiteren Verlauf der Hand mögliche Folds bei Villain blocken. Demensprechend eignen sich die Dead-Suits besser zum Barreln.


Antwort
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AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Original von MrRobot
Sauber strukturiert und gut nachvollziehbar :f_thumbsup: Als Ergänzung: Du bist teilweise auf die Suits eingegangen. Beim Solver ist mir dazu aufgefallen, dass BDFD Suits zwar zwar mehr EQ am Flop haben und Villains Continues blocken, sich aber nicht besonders als Multi-Barrel Kandidaten anbieten, weil sie dann auch entsprechend im weiteren Verlauf der Hand mögliche Folds bei Villain blocken. Demensprechend eignen sich die Dead-Suits besser zum Barreln.

100% Zustimmung und danke für's ergänzen _thumbsup:


Antwort
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Mooharius
Joined: 10.01.2007

Original von SvenBe
#EinfachnurWOW

Das kannst Du wohl laut sagen. Wieviel Hirnschmalz und Eifer hier reingeflossen sein muss... Einfach Wahnsinn. Vielen Dank AdoRn0! :f_thumbsup:


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jonnyyman12
Joined: 10.01.2011

Definitiv der wertvollste Blog im NL Bereich, den ich hier seit langem gesehen habe. Das, was du hier so niederschreibst ist für viele entweder ein wohlgehütetes Geheimnis aus der Sicht der Winner, oder aber nicht ansatzweise so angenehme strukturiert wie bei dir. Das gilt auch für deine produzierten GTO+ Videos. Ich konnte zu jedem Zeitpunkt sehr gut folgen und bin dir mehr als dankbar für deine Ausführungen.

Die Frage, die ich mir aktuell stelle: Wie gehe ich vor, wenn ich mir jetzt 10 Hände gespeichert habe und diese analysieren will? Meine Gegner spielen auf keinen Fall GTO, weder was die Ranges angeht noch deren Postflop Strategie.

Ich denke, dass das Zauberwort dahingehend Nodelocking ist, doch wie komme ich zu dem Gametree, der das Spiel von und gegen Villain (möglichst) akurat abbildet?

Das ist jetzt nicht nur auf online bezogen. Da ich wenig spiele und es mir mittlerweile eher darum geht, mein Spielverständnis zu verbessern, wüsste ich auch gerne, ob du schon darüber nachgedacht hast, wie man die Erkenntnisse aus den Nodes oder aus speziell dafür erstellten Nodes auf Live Poker anwenden kann.

Bitte mach weiter mit dem Blog, du bist eine Bereicherung für Ps.de und jeden, der hier reinschaut, um dazuzulernen.


Antwort
Zitat
AdoRn0
Joined: 27.06.2015

Viel, vielen lieben Dank für eure ganzen netten Worte, ich hoffe bei solchen Posts immer sehr, dass sie gut angenommen werden und im besten Fall vielleicht jemand noch etwas dabei lernt. Dazu muss ich aber auch erwähnen, dass diese Art von Content natürlich nicht von mir erfunden wurde, das sollte ja offensichtlich sein ;) Deswegen erwähne ich auch immer die Leute, denen ich dieses Wissen zu verdanken habe. Sicherlich, das geht teilweise über den free Content den man so auf YT etc. findet hinaus und ich hab die Sachen größtenteils aus Kursen, Büchern und natürlich auch Coachings. Ich fand es aber früher immer sehr heftig wie overpriced das alles teilweise ist. Es ist ein freier Markt, jeder kann verlangen was er möchte und in einem solchen hochgradig kapitalistischem Spiel wie Poker hat niemand irgendwas zu verschenken. Aber gerade die Leute, die wirklich gerne besser werden würden, sind dann doch oft abgefuckt, wenn sie da hunderte Stacks investieren sollen und dabei noch nicht mal wissen, ob sich das alles für sie lohnen wird. Noch dazu dass das Business ja auch ultra shady ist, es gibt einfach so viele Scharlatane die horrende Stundensätze verlangen oder ihre Kurse zu absoluten Mondpreisen verhökern.

Deswegen versuch ich so viel wie möglich zu sharen und dabei darauf zu achten, dass es auch WIRKLICH guter Content ist. Aber ich muss natürlich auch erwähnen, dass das alles nicht in Stein gemeißelt ist und ich nun wirklich nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen habe. Poker ist ein derart komplexes Spiel, dass es unmöglich ist, wirklich ALLES schriftlich abzubilden oder manchmal auch nachvollziehen zu können. Und ich bin ja selber nie wirklich "gut" gewesen, ich hab nie Midstakes+ gespielt oder so. Vielleicht kommt ja aber der ein oder andere von Paxis' Kurs, ist schon bisschen aufgestiegen und will jetzt aufs nächste "Level" und ich denke für solche Leute sind derartige Posts schon ganz gut. Außerdem natürlich auch für alle, die eventuell auch gar nicht mehr so viel spielen aber sich gerne mit Problemlösung beschäftigen und dafür eignet sich der ganze GTO Quatsch natürlich perfekt ;)

Original von jonnyyman12
Definitiv der wertvollste Blog im NL Bereich, den ich hier seit langem gesehen habe. Das, was du hier so niederschreibst ist für viele entweder ein wohlgehütetes Geheimnis aus der Sicht der Winner, oder aber nicht ansatzweise so angenehme strukturiert wie bei dir. Das gilt auch für deine produzierten GTO+ Videos. Ich konnte zu jedem Zeitpunkt sehr gut folgen und bin dir mehr als dankbar für deine Ausführungen.

Die Frage, die ich mir aktuell stelle: Wie gehe ich vor, wenn ich mir jetzt 10 Hände gespeichert habe und diese analysieren will? Meine Gegner spielen auf keinen Fall GTO, weder was die Ranges angeht noch deren Postflop Strategie.

Ich denke, dass das Zauberwort dahingehend Nodelocking ist, doch wie komme ich zu dem Gametree, der das Spiel von und gegen Villain (möglichst) akkurat abbildet?

Das ist jetzt nicht nur auf online bezogen. Da ich wenig spiele und es mir mittlerweile eher darum geht, mein Spielverständnis zu verbessern, wüsste ich auch gerne, ob du schon darüber nachgedacht hast, wie man die Erkenntnisse aus den Nodes oder aus speziell dafür erstellten Nodes auf Live Poker anwenden kann.

Bitte mach weiter mit dem Blog, du bist eine Bereicherung für Ps.de und jeden, der hier reinschaut, um dazuzulernen.

Auch dir nochmal ein herzliches MERCI! :f_love:

Zu deinen Fragen: Ja, das ist natürlich der Punkt, an dem es eigentlich erst so richtig interessant wird. Angenommen wir haben schon etwas Plan, wie die Mechaniken hinter Spot X so funktionieren, wir haben uns gewisse Heuristiken angeeignet, wer trifft wie, was betten, wie sizen usw. Dann muss man sich jetzt die große Frage stellen, was denn passiert, wenn unser Villain nicht nebenbei den Wizard offen hat und jeden Node perfekt spielt, denn das sollte auf 99% unserer Gegner (hoffentlich) zutreffen. Wir müssen also wie du schon ganz richtig schreibst Nodelocken.

Ich hab irgendwann damit angefangen, zuerst mal Extremsituationen zu modellieren. Also was passiert wenn Villain auf einem A72r Flop zB ausschließlich 2P+ xr aber niemals einen Bluff oder was passiert wenn Villain alles, was schlechter als ein Gutshot ist sofort foldet. Und dann hab ich das jeweilige Gegenteil gemacht, was wenn er da wirklich jeden erdenklichen BD xr, was wenn er viel zu weit floatet usw... alleine daraus kann man oft schon bisschen was erkennen, große Eyeopener waren zB wie hart man teilweise overfolden muss, wie schnell auf den ersten Blick stark erscheinende Holdings quasi direkt BE im Call werden usw.

Oft ist es aber so, dass wir a) keinen Villain haben der wirklich sehr extrem in die ein oder andere Richtung abweicht oder b) Villain gänzlich unknown ist (gerade in fast fold Pools so oder auch in Live Pools in denen wir selten spielen). Das Zauberwort heißt hier MDA, als Mass Data Analysis. Ich hier jetzt ungern eine moralische Diskussion bezüglich Data Minings lostreten. Aber ich hab zum Beispiel Hand Histories für Lowstakes erworben, bei denen die Screennames anonymisiert waren und auch verschiedene Seiten gemischt wurden (nur die Limits waren dieselben). Diese liest man dann am besten in H2N ein, was dafür wirklich hervorragend geeignet ist. Dann kann man sich entweder selber Filter und Pop Ups erstellen oder man kauft das halt. Muss jeder selber wissen, ist sehr viel Arbeit die man sich sparen kann. Der nächste Schritt wäre dann, Die Frequenzen für alle gängigen Spots im 6max NLHE aus der Solverdatenbank auszulesen, auch hier gibt es fertige Lösungen zum Verkauf. Im letzten Schritt vergleicht man dann die Pool Frequenzen mit den GTO Frequenzen und et voila, jetzt weiss man wo der Mensch vom Bot abweicht, also in welchen Spots foldet er zu viel, callt zu wenig, blufft zu viel usw. Oder welche Hände werden bevorzugt in welcher Line gespielt, mit welcher Size... dieses wissen kann man dann in seine Sims übertragen, diese dementsprechend nodelocken und dann die perfekte Lösung gegen den durchschnittlichen Gegner berechnen lassen. gg.

Das ist natürlich ohne kommerzielles Team oder ohne Hilfe von KI und Algorithmen ein Lebenswerk was man da an Zeit und Arbeit investieren müsste. Und deswegen gibt es ja GTOW und wie sie alle heißen. Aber ein paar "base Exploits" kann man sich natürlich immer auch selber erarbeiten.
Dabei ist es auch gar nicht so wichtig, für welchen Pool wir das machen. Man muss aber auch erwähnen, dass es ohne vertrauenswürdige MDA schwer ist, denn vieles, was wir als eventuell "nicht gut" wahrnehmen oder auch einfach nur Varianz ist, confirmation bias etc ist vielleicht in Wirklichkeit gar nicht so. Da kann man sich auch gern mal selbst hinters Licht führen oder noch schlimmer, sich alles so lange zurecht nodelocken, bis man die Bestätigung hat die man haben will und nicht die die eigentlich richtig wäre.

Abschließen kann ich vielleicht noch sagen, dass ich wirklich oft erstaunt war, wie sehr sich EVs in der Sim teilweise mit dem "Bauchgefühl" oder dem "gesunden Menschenverstand" quasi überschneiden. Sicher, gibt auch mehr als genug Nodes in denen "Solver doing Solver Things" passiert und man erst mal gar nix checkt. Aber wenn sich etwas "eklig" anfühlt, ka, Villain tripplet und geht am River all in und man hat iwie ein weakes TP oder so. Dann stellt sich dieses komische gefühl ein, ich denk das kennt jeder, wo man mit der Maus langsam Richtung Callbutton fährt, seufzt, Schultern zuckt und klickt. Ich glaube wenn ein Solver fähig zu menschlichen Emotionen wäre, ginge es ihm da gar nicht so viel anders. Denn es ist nun mal mehrheitlich ein 0EV Spot und es ist eben, diktiert durch die Odds die Villain uns offeriert auch so, dass wir "doomed to lose" sind. Aber genau da hilft es einem, wenn man das weiss, eben weil man es sich im Solver angeschaut hat, eben weil man jetzt versteht, dass man oft verlieren wird aber trotzdem manchmal callen muss. Und wenn man dann solche Spots auch noch gut nodelockt hat und dann weiss, dass man jeden Catcher folden kann, weil der Pool zu 5% underblufft, dann muss man sich nie wieder Gedanken machen, ob man nicht vielleicht doch hätte callen sollen und so. Was am Ende zu viel weniger Tilt und ner höheren Winrate führt :)


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Woerni
Joined: 11.09.2006

Heute hab ich frei und hab da gleich mal was zu tun. GTO+ Video und X/R Content. Was will man mehr. :f_thumbsup:

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, der beste Pokercontent hier im Forum. Einfach nur Nutz und vielen Dank dafür. :f_love:


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