Original von Paulemann36
Sag mal, kannst Du kurz auf die allergröbsten Fehler eingehen oder ein Buch oder Links zur Technik beim Billard empfehlen? Das Inner game of tennis werde ich mir auch mal gönnen, aber ich gehöre zu den Gelegenheitsspielern die weniger als einmal wöchentlich an einem echten Tisch stehen. Meine einzigen Kenntnisse verdanke ich dem Physikunterricht (Winkel und Impulse) und der Simulation Virtual Pool 3...ziemlich coole Simulation, finde ich. Ich "kenne" also Vertical und Horizontal Tip Positions und Cueball-Control, über das aber eben nur gelegentlich in der Praxis. Ich weiss auch nichts über die Queueführung und Stand und Armhaltung und was da nicht alles möglich ist. Kannste einem Gelegenheitsspieler da weiterhelfen?
Gruß,
P.
Also die Grundtechniken wie Stand, Bock (die Hand auf der der Que geführt wird) und Queführung (Armschwung) kann man sich aus Büchern beibringen. Da gibt es viele Bücher für Anfänger und das eine ist so gut wie das andere. Darin werden dann auch viele Übungen vorgestellt und mit Bildern und Zeichnungen illustriert.
Es sei aber gleich gesagt, daß man beim Üben ohne erfahrenen Spieler, der einen beobachtet, schnell kleine Fehler einübt, die man selbst nicht bemerkt und somit schlecht korrigieren kann. Man kann also aus Büchern die Grundtechniken erlehrnen, aber es ist immer besser Jemanden zu haben, der korrigierend eingreifen kann.
Die typischen Fehler bei Gelegenheitsspielern:
Stand
Faustregel: man muss so stehen, daß man einen leichten Schubs von der Seite problemlos ausbalancieren kann und sich wohl fühlt (keine Verspannung usw.).
Man sagt auch:"Wenn Du Deinen Körper kontrollierst, dann kontrollierst Du auch den Spielball!". 
Bei vielen Spielern sieht man, daß sie zu aufrecht stehen oder sich rgendwie verrenken, weil sie die Queführung nicht beherschen. Man sieht dann deutlich in ihrem Gesicht, daß sie sich verspannen. Resultat ist eine abgehakte Bewegung des Schwungarms und anderer Körperpartien ;). Sie haben soviel damit zu tun ihren Körper in eine Position zu bringen, daß sie das Que einigermaßen auf den Spielball führen können, daß für anderes gar keine Konzentration mehr übrig bleibt.
Bock
Ein häufiges Problem besteht in der Haltung der Hand, auf der das Oberteil des Ques geführt wird. Oft wissen die Spieler gar nicht, wie sie die Hand überhaupt halten sollen damit das Que ruhig und sauber geführt werden kann. Resultat ist wieder eine Verkrampfung und instabile Queführung.
Und wenn sie den Bock korrekt ausführen ist häufig ein ungeeignetes Que (zu stumpfe Oberfläche, zu großer Durchmesser) Schuld, daß sie sich wiederum verkrampfen oder Angst haben ihre Hand zu verletzen. Dies führt dann wiederum zu einer schlechten Queführung.
Queführung
Die vorgenannten Punkte sind schon die Hauptgründe für eine schlechte Queführung. Hinzu kommen Probleme mit dem Arm bzw. Hand mit der das Que geschwungen bzw. gehalten wird.
Oft wird mit dem ganzen Arm geschwungen, wobei sich bei korrekter Technik nur der Unterarm bewegen sollte (z.B. wie beim Dartwurf...ein Spiel, bei dem es auch auf Präzision ankommt). Nur beim Stoß selbst wird der Oberam etwas mitbewegt.
Die das Que haltende Hand des Schwungarms wird sehr häufig viel zu fest um das Que geschlossen. Es wird regelgercht "erwürgt". Dies lässt aber keine kontinuierliche Stoßbewegung zu. Bei korrekter Technik wird das Que nicht "festgehalten" sondern liegt nur auf dem Mittel- und Zeigefinger auf. Der Daumen sorgt dafür, daß das Que nicht seitlich aus der Hand rollt und der Zeige- sowie der Kleine Finger sind ganz locker und leicht, um bei Vor- und Zurückschwingen stabielisierend zu wirken.
Je nach auszuführenden Stoß wird die Hand dann doch ab und zu fester um das Que geschlossen (das sind aber Feinheiten, die später erlehrnt werden...z.B. Druckbälle, Spielball soll nach Kontak mit Objektball springen usw.).
Stoß
Dies alles bewirkt eben, daß das Que nicht sauber geführt wird. Somit ist kein präziser Stoß möglich, von einer Krontrolle des Spielballs ganz zu schweigen, was aber die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Spiel ist.
Das wohl verbreiteste Problem von Anfängern und Gelegenheitsspielern ist in diesem Zusammenhang der viel zu feste Stoß. Sie treffen den Spielball so hart, als ob sie Baseball spielen würden (man muss sich vor Augen führen um welche räumlichen Distanzen es beim Pool geht).
Dies resultiert natürlich auch aus der Unerfahrenheit und der Unsicherheit in der Technik (nach dem Motto:"wenn man fest genug stößt, geht auch eher etwas rein"...ja ja...und schon denken wieder einige an Sex wo sie doch an Pool denken sollten
).
In einem Buch für Fortgeschrittene wird fast das Gegenteil gefordert:" Die Geschwindigkeit des Spielballs, die dazu führt, daß der Objektball gerade so über die Kante ins Loch fällt, wäre für fast alle Spielsituationen und Stellungen ausreichend".
mfG Grul
[Edit]: Das Buch "the inner game of tennis" ist eine Empfehlung aus ein Buch gewesen, das geschrieben wurde, als es zu diesem Thema kaum Literatur im Pool-Bereich gab. Heute gibt es auf Pool zugeschnittene Bücher, die diese Dinge vermitteln.
Aber wenn man soweit in die Materie vordringen will sollte man doch in Erwägung ziehen einem Verein/Club beizutreten und sich von erfahrenen Spielern anleiten lassen. Bücher im Bereich Pool sind im Vergleich zu Poker nur kleine Ergänzungen und geben Hinweise zur Spielanalyse. Richtiges Training und Förderung für ambitionierte Amateure findet man nur im Verein.