@jfuechsl: Ich lass dich damit mal ein bisschen alleine, bin gespannt auf deine Lösung. Da es sich ja um den Exploit handelt, dass Villain oft foldet, würde ich eher Hände 3betten, die du grad so nichtmehr profitabel callen kannst 
@murphy: Nein. Schau dir mal genau eine 16% Range an.
Also Bestandsaufnahme, wir sind am BU mit 22 und treten gegen 16% aus UTG an, du spielst rein auf setvalue, dass bedeutet, keine calls postflop:
55+,A2s+,K8s+,Q9s+,J9s+,T9s,98s,87s,76s,AJo+,KQo
Die Range ist zwar "stark", aber übernehm die mal in den Equilab und schau sie dir genau an.
Okay, du hittest in etwa zu 10% der Fälle dein Set am Flop. Was machst du in den anderen 90%? Folden... Okay brauchen wir implieds, haben wir diese überhaupt? Nein, bei weitem nicht. AA zahlt dich aus, oft, okay. Was ist mit KK? In 20% der Fälle hittest das Board ein A, was KK schonmal nicht dazu bringt, dich auszuzahlen. Okay, haben wir noch AK und gute Ax. Man muss aber schon ziemlich Glück haben, das Set auf A2x zu hitten und vollen Payoff zu bekommen, zumal die Regs nicht mehr so "blöd" sind und AK, vor allem AQ dort unbedingt reinbringen zu wollen (schon gar nicht gegen Setminer). Das sind jetzt aber nur Bruchteile der gegnerischen Range, die dich auszahlen. Setups werden auch oft zu deinen ungunsten ausfallen.
Wer macht eigentlich mehr Fehler in dem Spot, du oder Villain? nehmen wir an Villain hat T9s, das Board kommt A74, er bettet du foldest, er hat AK, Board 893, er bettet du foldest. Du kannst mit so einer Hand nichtmal deine Equity so wirklich realisieren.
Imo sollte man 22 nur callen, wenn ein Fisch in den Blinds sitzt. Die haben wir auch noch gar nicht beachtet, immer wenn du callest mit 22, gibst du den Blinds eine gute Sqeeze-Möglichkeit. Du foldest dadurch auch oftmals ziemlich gute Equity, wenn eines der Blinds squeezed.
Dein Monster hat also nur Value, wenn es gleichzeitig noch ein Setup mit sich bringt. Keine Ahnung, wie tight ein Gegner sein muss aus UTG, damit das sinnvoll ist, in heutigen SH-Partien wohl eher nicht, dadurch, dass Stacks in SnGs auch meist niedriger 100bb sind, wohl auch da nicht, weil man ja nicht die vollen implieds hat. Die Fälle in denen du 22 foldest postflop, in setup läufst, oder dein Set nicht ausgezahlt wird, wiegen schwerer als das seltene Glück.
Okay, was ist mit AJo am BU, da gehe ich mit und damit bist du sogar Equity-mäßig noch leichter underdog gegen die Range.
98s? Das ist eine geile Hand den BU zu callen vs. UTG. Okay, wir haben nicht die wirklich Preflop-Equity, aber wir jagen hier auch nichts nach, im Gegenteil, wir erreichen mit der Hand postflop sehr viel mehr, denn wir können Hände floppen bzw. auf späteren STreets machen, die Villains Valuebet-Range schlagen und wir bringen fast immer bessere Hände zum folden, wenn wir betten, wenn Villain checkt.
Vergleichen wir einfach mal unsere drei Hände auf einem unverfänglichen Board:
A♣:7♥:3♠:
Wir sitzen am BU und haben 9♥:8♥: ; 2♣:2♦: oder A♦:J♥:
Plan mit 22 ist simpel: wir folden, wenn Villain bettet, es gibt keine gute Planbarkeit in der Hand, weil wir kaum Equity haben, wenn wir behind sind, nur blöd, wenn Villain hier seine ganze air profitabel betten kann...
AJ: auf dem Board ziemlich blöd, bekommen wir drei Barrels, ist alles übel. Checkt Villain den Turn und wir betten, called fast nie schlechteres.
98s: Top. Villain bettet, wir callen, jedes h, 6, 5, T, J, 9, 8 gibt uns irgendwo Equity, mit der wir am River so viel Equity spiken können, dass wir Villains Valuebets schlagen. Checkt Villain den Turn, folden oftmals bessere Hände. Das hat auch nichts mit Draws nachjagen zu tun, sondern einfach damit, dass man Equity besser versteht. Es ist enorm wichtig Equity zu verstehen, bzw. welche Hände besser geeignet sind, preflop, um postflop profitabel zu spielen.
Nicht übel nehmen, aber wenn du an General-Aufgaben rangehst, dann setze dich vorher mit diesen grundlegenden Sachen auseinander.